Wer Pferde hält, versucht früher oder später, die laufenden Kosten im Blick zu behalten. Das gilt besonders für die Einstreu. Viele von uns rechnen zuerst den Preis pro Ballen oder Sack aus und suchen nach der günstigsten Lösung.
Das habe ich früher auch getan.
Heute sehe ich das etwas anders.
Denn nach vielen Jahren Pferdehaltung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die billigste Einstreu oft die teuerste sein kann.
Nicht wegen des Einkaufspreises, sondern wegen der Arbeit, des Mistvolumens und der Auswirkungen auf die Pferde.
Als Stroh für mich nicht mehr die beste Lösung war
Früher habe ich mit Stroh eingestreut.
Wie viele andere Pferdehalter auch.
Doch irgendwann stellte ich fest, dass ich einen riesigen Strohmisthaufen produzierte und viel Zeit damit verbrachte, beim Misten die Pferdeäpfel aus dem Stroh herauszusuchen.
Manchmal kam ich mir vor wie bei der Ostereiersuche.
Die eigentliche Arbeit bestand nicht darin, die Pferde zu versorgen, sondern darin, verwertbare Einstreu von Mist zu trennen.
Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr fragte ich mich:
Geht das nicht einfacher?
Mein Versuch mit Holzpellets, bzw. Sägemehl.
Vor einigen Jahren begann ich, eine Liegefläche mit Holzpellets oder Sägemehl aufzubauen.
Anfangs war ich skeptisch.
Heute würde ich nicht mehr zurückwechseln.
Aus den Pellets entstand nach dem Aufquellen eine weiche, federnde Matratze, die inzwischen seit Jahren funktioniert.
Die Liegefläche wird regelmäßig gepflegt und nachgestreut, musste aber nicht komplett ausgetauscht werden.
Besonders beeindruckt hat mich, wie gern meine Pferde diese Fläche nutzen.
Sie schlafen dort regelmäßig, auch tagsüber. Häufig sogar direkt an den Ein- und Ausgängen des Unterstandes, wo sie gleichzeitig ruhen und ihre Umgebung im Blick behalten können.
Was sich im Alltag verändert hat
Die größte Veränderung war nicht die Optik.
Es war die Zeit.
Landet ein Pferdeapfel auf der Liegefläche, hebe ich ihn mit der Bollengabel auf, schüttle die Einstreu aus und bin fertig.
Keine langwierige Sortierarbeit.
Kein großer Verlust an Einstreu.
Kein ständig wachsender Misthaufen.
Weil die Einstreu größtenteils im Stall bleibt, ist auch das Mistvolumen deutlich kleiner geworden.
Wer schon einmal überlegt hat, wohin mit den Mistbergen eines Winters, weiß diesen Vorteil zu schätzen.
Die teuersten Kosten entstehen oft durch Arbeit
Viele vergleichen nur den Preis eines Sackes Einstreu.
Dabei wird ein wichtiger Punkt vergessen:
Die eigene Arbeitszeit.
Wenn ich jeden Tag deutlich länger misten muss, wenn ich große Mengen Einstreu entsorgen muss oder ständig neue Einstreu benötige, dann entstehen ebenfalls Kosten.
Sie stehen nur nicht auf einer Rechnung.
Für mich war die Holzpellet-Matratze deshalb nicht die billigste Lösung beim Kauf.
Aber sie wurde zur günstigsten Lösung im Alltag.
Warum meine Pferde davon profitieren
Mindestens ebenso wichtig wie die Arbeitserleichterung ist für mich das Verhalten meiner Pferde.
Die Matratze ist weich und gleichzeitig tragfähig.
Gerade ältere Pferde oder Pferde mit Arthrose profitieren davon.
Sie sinken nicht tief ein, finden aber genügend Polsterung zum Liegen.
Auch beim Aufstehen bietet die festere untere Schicht guten Halt.
Meine beiden Pferde nutzen die Liegeflächen ausgesprochen gern.
Und das ist für mich immer das wichtigste Urteil.
Nicht jede Einstreu passt zu jedem Stall
Ich behaupte nicht, dass Holzpellets für jeden Stall die perfekte Lösung sind.
Jeder Stall ist anders.
Jedes Pferd ist anders.
Aber ich habe gelernt, dass man Einstreu nicht allein nach dem Preis beurteilen sollte.
Man sollte beobachten:
- Wie gern liegen die Pferde?
- Wie entwickelt sich das Stallklima?
- Wie viel Arbeit entsteht?
- Wie groß wird der Misthaufen?
- Wie hoch ist der tatsächliche Verbrauch?
Erst dann lässt sich beurteilen, ob eine Einstreu wirklich günstig ist.
Mein Fazit
Heute denke ich bei Einstreu nicht mehr in Säcken oder Ballen.
Ich denke in Lebensqualität.
Für meine Pferde.
Und auch für mich.
Denn eine Einstreu, die den Pferden eine gute Liegefläche bietet, das Stallklima verbessert, weniger Mist erzeugt und täglich Zeit spart, ist für mich letztlich die günstigere Lösung – selbst wenn sie beim Kauf zunächst etwas teurer erscheint.
Manchmal zeigt sich der wahre Preis eben erst nach einigen Jahren Erfahrung.
Lisa Peters: pferd.24-hs.de












