Pferde Blog
Dieser Blog entstand aus meinen Erfahrungen mit Pferdehaltung und entwickelte sich zu einer Suche nach dem, was Pferde wirklich brauchen. Heute schreibe ich über Haltung, Verhalten, Vertrauen und die Kunst, Pferde besser zu verstehen.
Freitag, 19. Juni 2026
Was Pferde uns über Führung und uns selbst zeigen
Was Pferde uns über Führung und uns selbst zeigen
Viele Menschen verbinden Führung mit Stärke.
Mit Entscheidungen treffen.
Mit Durchsetzungsvermögen.
Mit Verantwortung.
Doch wenn wir einem Pferd begegnen, lernen wir schnell, dass Führung etwas anderes bedeutet.
Ein Pferd interessiert sich nicht für unsere Position.
Es weiß nicht, ob wir Unternehmer sind, Führungskraft oder Anfänger.
Es reagiert nicht auf einen Titel.
Es reagiert auf den Menschen, der vor ihm steht.
Führung beginnt nicht beim anderen
Oft glauben wir, Führung bedeutet, andere dazu zu bringen, etwas zu tun.
Doch ein Pferd zeigt uns sehr schnell:
Folgen entsteht nicht durch Druck.
Ein Pferd folgt nicht, weil es gezwungen wird.
Es folgt, wenn es Vertrauen hat.
Wenn es Klarheit erlebt.
Wenn es spürt:
Dieser Mensch übernimmt Verantwortung.
Dieser Mensch ist verlässlich.
Dieser Mensch gibt mir Sicherheit.
Ein Pferd erkennt Widersprüche
Menschen können sich viele Dinge antrainieren.
Wir können ruhig sprechen, obwohl wir innerlich angespannt sind.
Wir können selbstsicher auftreten, obwohl wir zweifeln.
Im Alltag funktioniert das manchmal.
Ein Pferd jedoch nimmt viel mehr wahr.
Es reagiert auf unsere Körpersprache.
Auf unsere innere Haltung.
Auf die Übereinstimmung zwischen dem, was wir zeigen, und dem, was tatsächlich in uns passiert.
Pferde reagieren auf Authentizität.
Selbstführung ist die Grundlage jeder Führung
Bevor wir ein Pferd führen können, müssen wir lernen, uns selbst zu führen.
Das bedeutet nicht, niemals unsicher zu sein.
Es bedeutet, sich selbst wahrzunehmen.
Die eigenen Gefühle zu erkennen.
Die eigenen Grenzen zu kennen.
Klarheit in sich selbst zu finden.
Denn ein Mensch, der mit sich selbst im Konflikt steht, sendet oft widersprüchliche Signale.
Und ein Pferd reagiert genau darauf.
Das Pferd als Spiegel
Vielleicht ist das eine der größten Geschenke, die Pferde uns machen:
Sie zeigen uns nicht nur etwas über sie.
Sie zeigen uns etwas über uns.
Ein Pferd kann sichtbar machen:
Wo wir unklar sind.
Wo wir versuchen, etwas darzustellen.
Wo wir mehr Kontrolle suchen, als Vertrauen aufbauen.
Und manchmal zeigt es uns auch Fähigkeiten, die wir selbst noch nicht erkannt haben.
Ruhe.
Geduld.
Präsenz.
Klarheit.
Ein Erlebnis aus dem Coaching
In meiner Arbeit mit Menschen habe ich immer wieder erlebt, wie Pferde Türen öffnen können.
Eine Klientin kam zu mir und konnte sich in der Begegnung mit Pferden plötzlich ganz anders wahrnehmen.
Sie erkannte Zusammenhänge in ihrem Leben, die ihr vorher nicht bewusst waren.
Nach dieser Erfahrung sagte sie:
„Bei mir ordnet sich gerade alles neu.“
Vielleicht ist genau das die besondere Kraft von Pferden.
Sie geben uns keine fertigen Antworten.
Aber sie schaffen einen Raum, in dem wir uns selbst ehrlicher begegnen können.
Wahre Führung entsteht durch Vertrauen
Vielleicht ist die wichtigste Lektion:
Ein Pferd sucht keinen perfekten Menschen.
Es sucht keinen Menschen ohne Fehler.
Es sucht einen Menschen, der klar, ehrlich und verlässlich ist.
Denn echte Führung bedeutet nicht, jemanden klein zu machen.
Echte Führung bedeutet, jemandem Sicherheit zu geben.
Und vielleicht gilt das nicht nur für Pferde.
Vielleicht gilt es für jede Beziehung in unserem Leben.
„Ich versuche nicht, Pferde zum Folgen zu bringen. Ich versuche, jemand zu werden, dem sie folgen können.“
Lisa Peters: pferd.24-hs.de
Die sensibelsten Pferde sind oft die besten Lehrer
Es gibt Pferde, die uns besonders herausfordern.
Pferde, die plötzlich nicht mehr mitmachen.
Pferde, die sich entziehen.
Pferde, die scheinbar ohne Grund reagieren.
Viele Menschen suchen dann nach der Ursache im Pferd:
„Mein Pferd ist schwierig.“
„Mein Pferd ist dominant.“
„Mein Pferd macht Probleme.“
Doch manchmal lohnt es sich, eine andere Frage zu stellen:
Was, wenn das Pferd nicht schwierig ist – sondern besonders sensibel?
Sensibilität ist keine Schwäche
Sensible Pferde nehmen unglaublich viel wahr.
Sie spüren kleine Veränderungen.
Sie reagieren auf Körpersprache.
Sie bemerken Unsicherheit und Spannung oft schneller, als wir Menschen denken.
Genau diese Fähigkeit kann jedoch zum Problem werden, wenn die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd nicht klar ist.
Ein sensibles Pferd reagiert nicht unbedingt stärker, weil es „schlimmer“ ist.
Es reagiert stärker, weil es mehr wahrnimmt.
Wenn Verständigung fehlt, entsteht Widerstand
Viele Verhaltensprobleme beginnen nicht mit einem „ungehorsamen“ Pferd.
Sie beginnen mit Missverständnissen.
Ein Pferd versucht immer, mit uns zu kommunizieren.
Durch seine Haltung.
Durch seinen Ausdruck.
Durch seine Reaktionen.
Doch wenn seine Signale nicht verstanden werden, bleibt ihm irgendwann nur noch eine deutlichere Sprache.
Was für den Menschen wie ein Problem aussieht, ist oft die Antwort des Pferdes auf eine Situation, die es nicht versteht.
Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde
Eine Kundin kam zu mir mit einer Stute Namens Peaches, die sie aus dem Ausland mitgebracht hatte.
Sie erzählte mir, dass bereits mehrere Trainer versucht hatten, mit dem Pferd zu arbeiten.
Doch die Situation wurde nicht besser.
Die Stute ließ sich nicht mehr satteln.
Niemand außer ihrer Besitzerin durfte sie anfassen.
Viele hätten vielleicht gesagt:
Dieses Pferd ist schwierig.
Ich sah ein hochsensibles Pferd.
Ein Pferd, das offenbar gelernt hatte, sich zu schützen.
Also begann ich nicht damit, das Verhalten zu bekämpfen.
Ich begann mit Kommunikation.
Ich wollte nicht, dass die Stute einfach etwas tut.
Ich wollte, dass sie versteht, was von ihr erwartet wird – und dass sie einen Menschen erlebt, dem sie vertrauen kann.
Nach wenigen Begegnungen veränderte sich etwas Grundlegendes.
Die Besitzerin konnte wieder ausreiten.
Andere Menschen durften die Stute anfassen.
Zwischen den beiden entstand eine neue Verbindung.
Nicht, weil die Stute gebrochen wurde.
Sondern weil sie nicht mehr kämpfen musste.
Die größten Veränderungen entstehen oft durch Verständnis
Von außen betrachtet wirken solche Veränderungen manchmal wie ein Wunder.
Doch eigentlich geschieht etwas ganz Natürliches:
Ein Lebewesen fühlt sich verstanden.
Und wenn Vertrauen entsteht, kann Entspannung entstehen.
Wenn Entspannung entsteht, wird Lernen möglich.
Sensible Pferde spiegeln uns
Vielleicht sind gerade die sensibelsten Pferde unsere größten Lehrer.
Sie zeigen uns, wo wir unklar sind.
Sie zeigen uns, wo wir nicht wirklich präsent sind.
Sie zeigen uns, wie wichtig echte Verbindung ist.
Denn ein Pferd braucht keinen perfekten Menschen.
Es braucht keinen Menschen, der niemals Fehler macht.
Es braucht einen Menschen, der bereit ist, ehrlich hinzusehen.
Bei sich selbst.
Und beim Pferd.
Denn manchmal ist das Pferd, das uns am meisten fordert, genau das Pferd, das uns am meisten lehren kann.
Lisa Peters: pferd.24-hs.de
Warum dein Pferd dir folgt – und warum Vertrauen bei dir selbst beginnt
Viele Pferdemenschen wünschen sich ein Pferd, das ihnen vertraut.
Ein Pferd, das freiwillig mitkommt.
Ein Pferd, das sich entspannt.
Ein Pferd, das nicht gegen seinen Menschen arbeitet.
Doch oft beginnt die Suche nach Vertrauen an der falschen Stelle.
Wir fragen:
„Wie bringe ich mein Pferd dazu, mir zu vertrauen?“
Vielleicht liegt die wichtigere Frage aber woanders:
„Bin ich jemand, dem mein Pferd vertrauen kann?“
Denn Vertrauen entsteht nicht durch einzelne Übungen.
Es entsteht durch viele kleine Momente, in denen ein Pferd erlebt:
Dieser Mensch ist verständlich.
Dieser Mensch ist fair.
Dieser Mensch gibt mir Sicherheit.
Pferde reagieren nicht auf unsere Rolle
Ein Pferd weiß nicht, ob wir Erfahrung haben.
Es kennt keine Titel.
Es interessiert sich nicht dafür, wie lange wir schon Pferde halten.
Es nimmt wahr, was tatsächlich da ist.
Unsere Körpersprache.
Unsere innere Haltung.
Unsere Klarheit.
Wir können versuchen, ruhig zu wirken.
Aber ein sensibles Pferd spürt oft, ob wir wirklich ruhig sind.
Wir können versuchen, Führung auszustrahlen.
Aber ein Pferd erkennt den Unterschied zwischen echter Sicherheit und einer gespielten Rolle.
Denn Pferde reagieren auf Authentizität.
Führung bedeutet nicht Kontrolle
Viele Menschen verbinden Führung mit Durchsetzen.
Doch ein Pferd folgt nicht deshalb, weil es besiegt wurde.
Es folgt, wenn es sich sicher fühlt.
Ein Pferd möchte nicht die Verantwortung für jede Situation übernehmen müssen.
Es sucht Orientierung.
Es sucht einen Menschen, der Entscheidungen treffen kann, ohne Druck auszuüben.
Echte Führung bedeutet:
Ich sehe dich.
Ich nehme dich wahr.
Ich übernehme Verantwortung.
Besonders sensible Pferde zeigen uns die Wahrheit
Gerade sensible Pferde werden oft als schwierig bezeichnet.
Dabei sind sie häufig nicht schwierig.
Sie reagieren nur schneller und deutlicher.
Sie zeigen, wenn etwas nicht stimmig ist.
Wenn die Kommunikation unklar ist.
Wenn Vertrauen fehlt.
Wenn der Mensch selbst unsicher ist.
Doch genau diese Pferde zeigen oft die größten Veränderungen, wenn die Verständigung endlich gelingt.
Nicht, weil sie plötzlich ein anderes Pferd werden.
Sondern weil sie nicht mehr kämpfen müssen.
Vertrauen verändert beide Seiten
Das Schönste an Vertrauen ist:
Es verändert nicht nur das Pferd.
Es verändert auch den Menschen.
Wer beginnt, ein Pferd wirklich zu beobachten, lernt Geduld.
Wer lernt, zuzuhören, entwickelt Verständnis.
Wer Verantwortung übernimmt, wächst über sich hinaus.
Vielleicht ist das die größte Erkenntnis, die Pferde uns schenken:
Wir müssen nicht versuchen, ein Pferd zu kontrollieren.
Wir dürfen lernen, jemand zu werden, dem ein Pferd freiwillig folgen möchte.
Denn am Ende geht es nicht darum, ein Pferd zu besitzen.
Es geht darum, eine Verbindung aufzubauen.
Lisa Peters: pferd.24-hs.de
Mein Leben mit Pferden – eine Reise zu Vertrauen, Führung und Verbindung
Ich möchte erzählen, was Pferde mich gelehrt haben.
Nicht über Techniken.
Nicht über das Erzwingen von Verhalten.
Sondern über Beziehung.
Im Laufe meines Lebens mit Pferden habe ich verstanden, dass viele Probleme nicht entstehen, weil ein Pferd schwierig ist. Sie entstehen, weil Mensch und Pferd einander nicht mehr verstehen.
Ein Pferd kommuniziert immer.
Es zeigt durch sein Verhalten, seine Körpersprache und seine Reaktionen, wie es eine Situation erlebt.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht:
„Wie bringe ich ein Pferd dazu, mir zu folgen?“
Sondern:
„Wie werde ich jemand, dem ein Pferd folgen kann?“
Denn echte Führung entsteht nicht durch Druck oder Kontrolle.
Sie entsteht durch Klarheit, Ruhe und Vertrauen.
Vertrauen beginnt mit Verständnis
Besonders sensible Pferde zeigen oft die größten Herausforderungen – aber auch die größten Veränderungen.
Nicht, weil sie schwieriger sind.
Sondern weil sie feiner wahrnehmen.
Sie reagieren auf Unsicherheit, Widersprüche und fehlende Klarheit.
Wenn Kommunikation verständlich wird, kann etwas geschehen, das für Außenstehende wie ein Wunder aussieht:
Ein Pferd entspannt.
Es öffnet sich.
Es beginnt wieder zu vertrauen.
Doch das eigentliche Wunder ist nicht die Veränderung des Pferdes.
Das eigentliche Wunder ist, was geschieht, wenn ein Lebewesen sich verstanden fühlt.
Führung bedeutet Sicherheit
Ein Pferd sucht keinen Menschen, der perfekt ist.
Es sucht einen Menschen, der glaubwürdig ist.
Ein Pferd folgt nicht einer Rolle, einem Titel oder einer äußeren Fassade.
Es reagiert auf Authentizität.
Deshalb beginnt Führung nicht beim anderen.
Sie beginnt bei uns selbst.
Wer sich selbst nicht wahrnimmt, kann auch andere schwer wahrnehmen.
Wer seine eigene Unsicherheit nicht kennt, kann schwer echte Sicherheit geben.
Pferde als Spiegel
Pferde zeigen uns nicht nur etwas über sie.
Sie zeigen uns etwas über uns.
Sie reagieren auf unsere innere Haltung.
Auf unsere Klarheit.
Auf unsere Ängste.
Auf unsere Stärke.
Auf unsere Widersprüche.
Und manchmal führt die Begegnung mit einem Pferd dazu, dass ein Mensch sich selbst wieder begegnet.
Nicht, weil das Pferd eine Lösung liefert.
Sondern weil es einen Raum schafft, in dem Ehrlichkeit möglich wird.
Die wichtigste Erkenntnis
Ich habe gelernt:
Ich kann ein Pferd nicht zwingen, mir zu vertrauen.
Aber ich kann lernen, so zu handeln, dass Vertrauen entstehen darf.
Ich kann ein Pferd nicht verändern.
Aber ich kann meine Art der Kommunikation verändern.
Ich kann kein Wesen kontrollieren.
Aber ich kann jemand werden, dem ein anderes Lebewesen freiwillig folgt.
Und vielleicht ist die größte Lektion:
Pferde lehren uns nicht nur, wie wir mit ihnen umgehen.
Sie lehren uns, wie wir in Beziehung treten.
Ein Pferd ist kein Werkzeug für Veränderung. Es ist ein Gegenüber, das uns zeigt, wo Veränderung in uns selbst beginnen kann.
Vertrauen entsteht nicht durch Druck, sondern durch Verständnis. Wenn du dabei Unterstützung möchtest, bin ich gerne für dich da.
Lisa Peters
Die 7 häufigsten Fehler bei der Pferdeeinstreu – und warum sie teuer werden können
Wer neu in die Pferdehaltung einsteigt, beschäftigt sich meist mit Futter, Weide und Stall. Die Einstreu wird dagegen oft als Nebensache betrachtet. Dabei verbringen Pferde viele Stunden täglich auf ihrer Liegefläche. Schlechte Einstreu kann nicht nur die Stallarbeit erschweren, sondern auch die Gesundheit der Pferde beeinträchtigen.
Im Laufe der Jahre habe ich die unterschiedlichsten Einstreuarten ausprobiert und viele Ställe gesehen. Dabei sind mir immer wieder dieselben Fehler begegnet.
Fehler 1: Die billigste Einstreu kaufen
Natürlich spielen Kosten eine Rolle. Doch eine günstige Einstreu kann teuer werden, wenn sie schlecht saugt, stark staubt oder ständig nachgestreut werden muss.
Nicht der Ballenpreis entscheidet, sondern die Kosten über das ganze Jahr.
Fehler 2: Nur auf die Saugfähigkeit achten
Viele Pferdehalter suchen nach einer Einstreu, die möglichst viel Urin bindet.
Das allein reicht aber nicht.
Eine gute Einstreu sollte auch:
- staubarm sein,
- angenehm zum Liegen sein,
- das Stallklima unterstützen,
- und leicht zu pflegen sein.
Fehler 3: Staub unterschätzen
Besonders bei älteren Pferden oder empfindlichen Atemwegen kann Staub ein großes Problem werden.
Oft bemerken wir die Belastung erst, wenn das Pferd bereits hustet oder sich Schleim bildet.
Fehler 4: Zu wenig Einstreu verwenden
Manche Pferdehalter versuchen Material zu sparen.
Die Folge:
- harte Liegeflächen,
- feuchte oder nasse Stellen,
- mehr Ammoniak,
- Hufkrankheiten und höherer Verschleiß der Hufe.
Fehler 5: Die Einstreu nicht an das einzelne Pferd anpassen
Es gibt keine perfekte Einstreu für alle Pferde.
Der starke Pinkler benötigt oft etwas anderes als das robuste Offenstallpferd.
Auch Allergiker, Senioren oder Pferde mit Atemwegsproblemen haben besondere Anforderungen.
Fehler 6: Das Stallklima ignorieren
Viele denken, schlechte Luft komme nur vom Ausmisten.
Tatsächlich hat die Einstreu großen Einfluss auf Feuchtigkeit und Ammoniakentwicklung.
Ein Stall kann optisch sauber wirken und trotzdem ein schlechtes Klima haben.
Fehler 7: Sich auf Empfehlungen verlassen
Was im Nachbarstall funktioniert, muss nicht im eigenen Stall funktionieren.
Jeder Stall hat andere Bedingungen:
- Bodenbeschaffenheit
- Belüftung
- Pferdeanzahl
- Fütterung
- Arbeitsaufwand
Deshalb lohnt es sich, verschiedene Lösungen kritisch zu testen.
Lisa Peters: pferd.24-hs.de
Donnerstag, 18. Juni 2026
11 Jahre Offenstall – welche Lösungen wirklich geblieben sind
Wenn mir vor 11 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal einen eigenen Offenstall führen würde, hätte ich vermutlich gelächelt und den Kopf geschüttelt.
Eigentlich bin ich nicht aus Begeisterung für Stallmanagement zur Selbstversorgerin geworden. Der Weg begann aus einer Notwendigkeit heraus.
Nach vielen Stallwechseln musste ich immer wieder feststellen, dass meine Pferde zwar untergebracht waren, aber nicht wirklich gut lebten. Zu wenig Platz, zu wenig Futter, zu wenig Einstreu, zu viele Pferde auf engem Raum. Die Folgen waren oft sichtbar: Stress, Unruhe, Futterneid, gesundheitliche Probleme und eine Atmosphäre, die weder den Tieren noch den Menschen guttat.
Irgendwann stellte ich mir die Frage:
Wenn ich ständig Kompromisse eingehen muss – warum versuche ich nicht, eine Lösung zu schaffen, die wirklich zu meinen Pferden passt?
So begann vor elf Jahren das Abenteuer der eigenen Pferdehaltung.
Die ersten Jahre waren alles andere als komfortabel
Mein erster Stall verfügte weder über Strom noch über Wasser. Vieles war improvisiert. Wasser musste organisiert werden, Abläufe mussten erfunden werden und vieles funktionierte erst nach mehreren Anläufen.
Rückblickend war das jedoch eine wertvolle Zeit.
Denn ich lernte etwas, das mich bis heute begleitet:
Jede tägliche Arbeit sollte hinterfragt werden.
Nicht mit dem Ziel, weniger für die Pferde zu tun.
Sondern mit dem Ziel, mehr Zeit für die wichtigen Dinge zu haben.
Immer wenn mich eine Tätigkeit nervte, fragte ich mich:
- Muss das wirklich so sein?
- Kann man das einfacher lösen?
- Was würde den Pferden gleichzeitig nutzen?
Die besten Lösungen waren oft die einfachsten
In elf Jahren habe ich erstaunlich wenig Geld investiert.
Viele Menschen erwarten komplizierte Technik oder teure Stallanlagen.
Die Wahrheit sieht bei mir anders aus:
- ein gutes Heusystem
- ausreichend Platz
- sinnvolle Wege
- eine automatische Tränke
- ein funktionierendes Einstreusystem
- durchdachte Futterplätze
Mehr brauchte es oft nicht.
Manche Verbesserungen kosteten weniger als ein Tierarztbesuch und sparten über Jahre hinweg täglich Zeit.
Mehr Platz bedeutet manchmal weniger Arbeit
Eine Erkenntnis hat mich besonders überrascht.
Viele Menschen glauben, dass größere Flächen automatisch mehr Arbeit bedeuten.
Meine Erfahrung ist häufig genau umgekehrt.
Wenn Pferde ausreichend Platz haben:
- verteilen sie sich besser,
- entstehen weniger Konflikte,
- bleibt vieles länger sauber,
- müssen nicht ständig kleine Probleme gelöst werden.
Nicht die Größe einer Fläche entscheidet über den Arbeitsaufwand, sondern ihre Nutzung.
Mein wichtigstes Ziel heute
Nach elf Jahren ist mein Ziel nicht mehr, einen perfekten Stall zu schaffen.
Mein Ziel ist ein Haltungssystem, das auch an schlechten Tagen funktioniert.
Es gibt Tage, an denen man krank ist.
Tage, an denen die Familie wichtiger ist.
Tage, an denen einfach die Kraft fehlt.
Ein gutes System erkennt man meiner Meinung nach daran, dass die Pferde trotzdem bestens versorgt sind.
Nicht weil man jeden Tag Höchstleistungen erbringt.
Sondern weil man die Abläufe so gestaltet hat, dass sie dauerhaft tragfähig sind.
Was geblieben ist
Viele Ideen kamen und gingen.
Einige Dinge haben sich über elf Jahre bewährt.
Immer wieder komme ich auf dieselben Grundsätze zurück:
- ausreichend Futter
- ausreichend Platz
- soziale Kontakte
- trockene Liegeflächen
- einfache Abläufe
- möglichst wenig unnötige Arbeit
Vielleicht klingt das unspektakulär.
Aber genau diese einfachen Dinge haben das Leben meiner Pferde und mein eigenes Leben am stärksten verbessert.
In den nächsten Artikeln möchte ich einige dieser Erfahrungen genauer vorstellen.
Vielleicht helfen sie dem einen oder anderen Pferdehalter dabei, den eigenen Stallalltag etwas einfacher zu gestalten.
Denn manchmal sind es gerade die kleinen Veränderungen, die langfristig den größten Unterschied machen.
Lisa Peters: pferd.24-hs.de
Montag, 24. Februar 2025
So gewinnst du das Vertrauen deines Pferdes
Das Vertrauen deines Pferdes kann man mit vielen kleinen Elementen festigen. Viele dieser Elemente hast du wahrscheinlich bereits – bewusst oder unbewusst – angewendet. Es ist nicht notwendig, alles richtig zu machen, bevor du das Vertrauen deines Pferdes erlangst. Noch wichtiger ist, dass es ganz einfach ist, das ein oder andere Element (also die Ideen, die du hier findest) in deinen Alltag mit dem Pferd zu integrieren.
Letztendlich ist alles eine Frage des Gefühls, was du bereit bist, deinem Pferd entgegen zu bringen! Wenn du dir regelmäßig ins Gedächtnis rufst, dass dein Pferd ein Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen, Ängsten und einer besonderen Persönlichkeit ist, wird es dir einfacher fallen, die Bedingungen so zu schaffen, dass dein Pferd dir Vertrauen entgegenbringt. Wenn du die Zeit mit deinem Pferd schätzt und den Fokus auf euer gemeinsames Wachstum legst – anstatt nur auf das Erreichen von Zielen – und dir dabei Zeit lässt, werden die gemeinsamen Stunden umso schöner sein!
Um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen, ist es wichtig, dass du versuchst, es wirklich kennenzulernen. Achte darauf, was es ausmacht, was ihm Freude bereitet. Finde heraus, was dein Pferd braucht, wo es sich wohlfühlt und wie du ihm helfen kannst. Gleichzeitig solltest du auch darauf achten, was es nicht mag, oder was es verunsichert.
So kannst du eine bereichernde Beziehung aufbauen, die auf Vertrauen und Respekt basiert. Denk daran, dass egoistisches Handeln und das Ignorieren der Bedürfnisse deines Pferdes das Vertrauen schnell gefährden können. Die gute Nachricht ist: Wenn du ein starkes Vertrauensverhältnis zu deinem Pferd aufbaust, wirst du auch seinen Respekt gewinnen – ganz nebenbei!
Auch in einer respektvollen und freundschaftlichen Beziehung zu deinem Pferd muss einer die Führung übernehmen, um das Wohl aller zu gewährleisten. Ein „Chef“ muss das Sagen haben, den Kurs festlegen und sicherstellen, dass alle in Sicherheit sind und gerne folgen. Er muss auch dafür sorgen, dass jeder am richtigen Platz seine Aufgaben erfüllen kann. Fairness, Motivation und ein angenehmes Umfeld sind dabei unerlässlich. Wenn ein Herden-Chef Druck und Ungerechtigkeit ausübt, wird die Herde Abstand halten und nicht gerne folgen. Das führt uns zu Herausforderungen im Umgang mit Pferden.
Es gibt einige Punkte, die darüber entscheiden, ob und wie stark Vertrauen aufgebaut wird. Bitte verstehe mich nicht falsch! Es bedeutet nicht, dass du all diese Dinge perfekt umsetzen musst, um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen. Es sind lediglich Vorschläge für ein angenehmes Zusammen sein – ein Leitfaden, der dir helfen soll, ein neues Bewusstsein für die Bedürfnisse deines Pferdes zu entwickeln.
Hier sind einige Anregungen:
Um eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zu deinem Pferd aufzubauen, ist es wichtig, auf seine Bedürfnisse und Gefühle einzugehen. An Tagen, an denen du schlecht gelaunt oder aggressiv bist, solltest du deinem Pferd Ruhe gönnen. Triff Entscheidungen, die im besten Interesse deines Pferdes sind, und vermeide es, es in brenzlige Situationen zu bringen. In unvorhersehbaren oder angsteinflößenden Momenten ist es entscheidend, gelassen zu bleiben und in schwierigen Situationen voranzugehen, auch wenn dein Pferd unruhig ist.
Achte darauf, dass dein Pferd beim Fressen in der Herde genug Ruhe und Futter hat. Halte andere Pferde gegebenenfalls fern, um ihm Sicherheit zu geben. Wenn dein Pferd krank ist, reite es nicht, sondern lass es entspannt an der Hand grasen oder gehe mit ihm spazieren. Erkenne seine Ängste und binde es nicht im cross-tying an. Vermeide alles, was Druck oder Schmerzen verursacht, wie unangemessene Ausbinder, schmerzende Gebisse, schlechte oder fehlende Hufbearbeitung oder nicht passende Sättel.
Sei aufmerksam gegenüber Anzeichen von Überforderung oder Krankheit. Wenn dein Pferd, das normalerweise gerne kommt, eines Tages nicht zu dir kommt, hat das einen Grund – finde ihn heraus. Schere dein Pferd nicht, nur weil es für dich bequemer ist, und reite es nicht, wenn es nass ist. Reite es trocken, wenn es durch das Reiten geschwitzt hat. Verlange nur das, was es momentan versteht und leisten kann, und lobe es in seinem Sinne.
Zwinge dein Pferd nicht in angsteinflößende Situationen und lasse nicht zu, dass andere Menschen ihm schaden. Wenn es in die Klinik muss, bleibe bei ihm, bis es sediert ist, oder besuche es, damit es in Ruhe fressen kann, sollte es dort sein Futter nicht anrühren. Bereite es auf unangenehme Dinge wie Zahnarzt oder Tierarzt vor. Zwinge es nicht „mal schnell“ in den Anhänger, sondern übe dies vorher gut indem du es auf enge Bereiche und andere Untergründe vorbereitest. Achte darauf, dass deine Stute bei einem Decksprung nicht gefesselt wird und lasse sie ihr Fohlen in Ruhe zur Welt bringen.
Respektiere die Bedürfnisse deines Pferdes und zeige ihm, dass deine Berührungen angenehm sind. Achte darauf, dass es sich nicht aus Angst oder Unsicherheit abwendet. Schule dein Auge um zu erkennen, wenn es Schmerzen hat, und stelle sicher, dass es nicht unter Juckreiz leidet, ohne behandelt zu werden, bevor du eine Decke auflegst. Verlange keine Leistungen, die es nicht erbringen kann, und lasse es nicht über unwegsamen Boden laufen, wenn seine Hufe nicht darauf vorbereitet sind.
Biete deinem Pferd so viel Auslauf und Herdenkontakt wie möglich, aber stelle sicher, dass empfindliche, alte oder kranke Tiere nicht in eine stressige Offenstallhaltung gezwungen werden, sondern Rückzugsmöglichkeiten haben. Verbringe Zeit mit deinem Pferd, ohne etwas von ihm zu verlangen und spiele mit ihm. Freue dich über seine Fortschritte und entwickle Zuneigung, auch wenn es noch problematisch ist.
Scheuche dein Pferd nicht im Roundpen, um es zu dominieren, und sei bereit, einen Stallwechsel in Kauf zu nehmen, wenn dies für euch beide entspannender ist. Denke daran, die Gesundheit deines Pferdes zu erhalten, bevor Krankheiten auftreten.
Pferde haben ein feines Gespür dafür, ob wir ehrlich und fürsorglich mit ihnen umgehen und für ihr Wohl besorgt sind. Sie sind erstaunlich geduldig und bereit zu verzeihen, solange wir bereit sind, unsere Fehler zu erkennen und unser Verhalten zu ändern, auch wenn wir aus Unwissenheit nicht von Anfang an die perfekte Leitung unserer kleinen Herde übernehmen können. Lasse dich mit Freude und Zuversicht auf einen Weg ein, der zu einer erfüllten Beziehung mit deinem Pferd führt.
Lisa Peters: pferde.24-hs.de
Freitag, 24. Januar 2025
Respektlose Pferde - Wie werde ich als Mensch geachtet um mein Pferd sicher zu führen?
Er beginnt das gegenseitige Fellkraulen und beendet es auch wieder. Er fängt auch das gegenseitige Spiel an oder hört wieder auf und geht als erster vom Unterstand auf die Weide, die anderen folgen ihm oder kommen mit ihm zusammen auch wieder zurück in den Schatten. Das reicht eigentlich dann auch schon aus um seine Position dauerhaft zu etablieren. Genauso können wir auch an unserer Beziehung arbeiten.
Die ganz großen Rangkämpfe gibt es innerhalb einer gewachsenen konstanten Herde so nicht mehr. Meist ist das ein Element in immer wechselnden Herden und den immer wieder neuen Situationen, denen unsere Pferde ausgesetzt sind.
Gern empfehle ich auch die TRT Method , hier zeigt Tristan, wie man eine sichere Führung erarbeitet.
Lisa Peters: pferd.24-hs.de
Dienstag, 7. Mai 2024
Sommerekzem, mein Erfahrungsbericht
Montag, 11. September 2023
Das Ding mit der Freiwilligkeit bei Pferden - Was ist die letzte Konsequenz?
Ich habe da einen schönen Artikel gefunden, über den Umgang mit der Freiwilligkeit bei der Zusammenarbeit mit Pferden von Tanja von Salzen-Märkert
Tanja von Salzen-Märkert
Dienstag, 31. Januar 2023
Vertraue deiner Intuition - Linda Tellington-Jones
Buch gleich bestellen
Auch der Erkenntnis, dass wir alle verbunden sind, nicht nur den geliebten Tieren um uns herum, sondern auch ihren Menschen, denke ich. Wir sind nicht getrennt von irgendetwas, wir sind alle verbunden und auch wenn es Jahre dauert, oder sogar viele Leben, finden wir uns irgendwann wieder.
Wir haben das auch alle im Gefühl, wenn wir uns begegnen, wenn wir genau hin spüren.
Dienstag, 10. Januar 2023
Eingewöhnung eines neuen Pferdes
Oben ist ein besonders aussagefähiger Videoausschnitt von einer Eingewöhnung zu sehen, es betrifft hier Dobby`s Eingewöhnung.
So machen wir es konkret, obwohl wir natürlich alle Eigenheiten der jeweiligen Pferde in Betracht ziehen:
Der Unruhestifter hat uns zum Glück irgendwann wieder verlassen.
Pferd gekauft und schon gibt es Probleme?
Als wir es uns angesehen haben, sah das Bild ganz anders aus. Es war lieb und hat auch wunderbar funktioniert beim Probereiten. Was ist da jetzt plötzlich los?
Um nun eine Lösung zu finden, sollten wir das Problem mal aus der Sicht des Pferdes betrachten. Es wurde aus seinem bisherigen Leben gerissen, egal wie schön oder schlecht das gewesen sein mag. Es war sein Leben. Seine vertrauten Stallgesellen, eventuell ein lieber Pferdekumpel, ein besonderer Freund oder eine besondere Freundin. Das hat ihm bisher Sicherheit gegeben um zu überleben. Die Grundbedürfnisse des Pferdes sind Futter, Wasser, Sozialkontakte und eine sichere Umgebung. Eventuell auch ein Mensch, den es gewohnt war und dessen Routinen ihm Sicherheit gaben.
Wenn alle gesundheitlichen Probleme abgestellt sind, gutes Futter, darf es auch ohne Stress fressen? Hat es ausreichend Mineralien, das kann im Blutbild festgestellt werden, chiropraktische Untersuchung, da schaut man mal auf die offensichtlichen Dinge. Ist das Pferd zu dünn, musste es hungern, hat es Magenprobleme, ist es zu dick und hat Gelenkprobleme, sind die Zähne in Ordnung, Hufe in Ordnung? Kann es gut sehen? Hat es Gebäudefehler, die letzendlich zusammen mit unserer Konstellation zu Problemen führen? Passt sein Sattelzeug wirklich? In welchen Situationen treten Probleme auf, schon von daher lassen sich etliche Rückschlüsse ziehen. Man muss bei extremen Problemen auch in Betracht ziehen, dass ein Pferd für die Besichtigung ruhig gestellt wurde.
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