Sonntag, 13. September 2026

Was braucht ein Pferd wirklich?


Wenn Haltung mehr bedeutet als Futter und einen Stall

„Ich muss nur den richtigen Stall finden.“

Das war lange meine Vorstellung.

Ein Stall, in dem mein Pferd gutes Futter bekommt, mit anderen Pferden zusammenlebt und einen Platz zum Schlafen hat.

Wenn diese Dinge stimmen, müsste es ihm doch gut gehen.

Heute sehe ich das anders.

Nicht, weil ich irgendwann den perfekten Stall gefunden hätte.

Sondern weil ich verstanden habe, dass es bei Pferdehaltung um viel mehr geht als darum, ob bestimmte Dinge vorhanden sind.

Es geht darum, ob das Pferd sie tatsächlich nutzen kann.

Und damit hat sich für mich auch die Frage verändert.

Nicht mehr:

Was braucht ein Pferd?

Sondern:

Was braucht dieses Pferd – und wie kann ich seinen Lebensraum so gestalten, dass es möglichst viel davon selbst tun kann?


Tafi hat mir gezeigt, dass ein Angebot noch keine Möglichkeit ist

Tafi war kein schwieriges Pferd.

Sie war nicht aggressiv, nicht gefährlich und auch kein sogenanntes Problempferd.

Aber sie hat mir etwas über Pferdehaltung gezeigt, das ich damals noch nicht verstanden hatte.

In einem Stall gab es zwar eine Liegefläche.

Nur war sie für Tafi nicht wirklich nutzbar.

Die ranghöheren Pferde beanspruchten den Platz, und Tafi hielt sich zurück. Wenn sie müde war, konnte sie sich nicht einfach hinlegen und in Ruhe schlafen, wenn die Fläche frei wurde, sie musste den anderen folgen, wenn die wieder weiter wanderten, weil ihr Sicherheitsbedürfnis das erforderte.

Ich hatte damals zunächst eine sehr einfache Lösung im Kopf:

Ich muss nur den richtigen Stall finden.

Einen Stall, in dem die Bedingungen besser sind.

Ich wusste noch nicht, dass mich diese Suche noch lange begleiten würde.

Denn je länger ich Pferde beobachtete, desto deutlicher wurde mir:

Ein Unterstand ist nicht automatisch ein guter Ruheplatz.

Eine Liegefläche ist nicht automatisch ein gut nutzbarer Liegeplatz. Vielleicht ist er nicht eingestreut, oder zu wenig, zu nass, oder zu hart für ihre arthrosegeplagten Gelenke.

Heu ist nicht automatisch zugängliches Futter, wenn ranghöhere Pferde den Zugang blockieren, oder zu wenig Heu da ist und die ganze Herde gestresst ist.

Und eine große Fläche ist nicht automatisch ein Lebensraum, in dem ein Pferd viele Möglichkeiten hat.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied.

Für ein Pferd kann es aber ein sehr großer sein.


Ein Lebensraum ist mehr als eine Fläche

Irgendwann begann ich deshalb, die Umgebung nicht mehr nur aus menschlicher Sicht zu betrachten.

Ich fragte mich:

Wo kann mein Pferd fressen?

Wo kann es schlafen?

Kann es sich hinlegen, ohne dabei gestört zu werden?

Kann es einem anderen Pferd ausweichen?

Kann es selbst entscheiden, ob es draußen oder drinnen sein möchte?

Kann es Sonne und Schatten, oder sogar Regen wählen?

Gibt es verschiedene Orte, die es aufsuchen kann?

Und vor allem:

Was kann mein Pferd dort eigentlich selbst tun?

Denn Pferde verbringen den größten Teil ihres Lebens ohne uns.

Sie fressen.

Sie ruhen.

Sie schlafen.

Sie bewegen sich.

Sie beobachten.

Sie pflegen soziale Beziehungen.

Sie suchen sich Plätze aus.

Sie reagieren auf Veränderungen.

Und sie treffen ständig kleine Entscheidungen.

Ich wollte deshalb irgendwann nicht mehr nur einen Stall, in dem für mein Pferd alles bereitsteht.

Ich wollte einen Lebensraum schaffen.


Ich möchte meinem Pferd nicht ständig etwas anbieten müssen

Heute haben meine Pferde auf unserem Grundstück verschiedene Bereiche zur Verfügung.

Es gibt Weideflächen, einen Winterauslauf und Möglichkeiten, einzelne Bereiche voneinander zu trennen.

Es gibt unterschiedliche Untergründe und große Unterstände, in denen die Pferde nicht nur stehen, sondern sich auch hinlegen, schlafen, dösen und wälzen können.

Sie können selbst entscheiden, ob sie draußen oder drinnen sein möchten.

Sie können in der Sonne stehen oder einen schattigen Platz aufsuchen.

Bei Regen können sie sich unterstellen.

Und wenn sie lieber draußen bleiben möchten, können sie das ebenfalls.

Ich muss ihnen nicht ständig sagen, was sie jetzt tun sollen.

Das war für mich irgendwann ein wichtiger Gedanke:

Ich möchte meinem Pferd nicht ständig etwas anbieten müssen.

Ich möchte ihm eine Umgebung geben, in der es selbst etwas tun kann.

Das ist für mich ein großer Unterschied.

Ich muss nicht für Beschäftigung sorgen.

Ich kann Möglichkeiten schaffen.


Auch die Landschaft darf etwas zu bieten haben

Deshalb sehe ich heute auch die Landschaft selbst als Teil der Pferdehaltung.

Auf unserem Grundstück wachsen Obstbäume, Brombeerhecken und Beerensträucher. Aus dem Schnitt der Obstbäume sind Benjeshecken entstanden.

Im Winter können die Pferde beispielsweise an Zweigen und Rinde knabbern. Im Sommer müssen die Obstbäume wegen der vielen Früchte natürlich abgesperrt werden.

Das ist keine künstlich zusammengestellte Beschäftigung.

Die Umgebung selbst bietet etwas.

Etwas zum Erkunden.

Etwas zum Knabbern.

Unterschiedliche Untergründe.

Verschiedene Plätze.

Und damit immer wieder kleine Entscheidungen:

Wo möchte ich jetzt hin?

Was möchte ich jetzt fressen?

Wo möchte ich stehen?

Wo möchte ich ruhen?

Für mich ist das viel wertvoller, als einem Pferd ständig etwas Neues zur Beschäftigung anzubieten.

Denn ich möchte nicht, dass mein Pferd darauf angewiesen ist, dass ich ihm etwas zu tun gebe.


Auch beim Fressen geht es um Wahlmöglichkeiten

Beim Heu habe ich mit der Zeit ebenfalls angefangen, anders zu denken.

Wenn die Flächen im Winter abgeweidet sind, verteile ich das Heu an verschiedenen Stellen. Manchmal hänge ich auch Heunetze in die Bäume.

Zusätzlich gibt es im Unterstand immer Heu in Netzen – auch im Sommer rund um die Uhr.

Das hat einen ganz einfachen Grund:

Ein Pferd soll auch dann fressen können, wenn es gerade nicht draußen in der Sonne stehen möchte.

Bei großer Hitze können meine Pferde im Unterstand bleiben und dort fressen.

Bei längerem Regen oder im Winter können sie trocken fressen, ohne deshalb auf die Möglichkeit verzichten zu müssen, draußen zu sein.

Gerade für ältere Pferde kann das eine wichtige Möglichkeit sein.

Aber auch hier gilt:

Ich möchte nicht entscheiden, wo mein Pferd fressen muss.

Es kann wählen.

Manchmal stehen die Pferde auch bei Regen oder Schnee draußen und fressen dort.

Die Möglichkeit ist für mich wichtiger als die Vorschrift.


Auch beim Liegen entscheidet die Umgebung

Ein Punkt ist mir dabei besonders wichtig geworden: die Einstreu.

Ich streue so hoch ein, dass die Pferde auch dann noch trocken liegen können, wenn sie einige Zeit dort gelegen haben.

Das klingt zunächst nach mehr Arbeit und mehr Einstreu.

Bei mir ist es tatsächlich eher umgekehrt.

Durch die dicke Einstreuschicht können die Pferde trockene Bereiche aufsuchen. Sie können sich hinlegen, schlafen oder einfach eine Weile dösen, ohne dass ich jedes Mal dafür sorgen muss, dass genau an dieser Stelle wieder eine trockene Fläche entsteht.

Auch hier geht es für mich wieder um mehr als um die Frage, ob ein Pferd theoretisch einen Liegeplatz hat.

Es geht darum:

Kann es ihn tatsächlich so nutzen, wie es ihn braucht?

Die dicke Einstreuschicht nimmt Feuchtigkeit auf und hält die Oberfläche bei mir dauerhaft trocken. Meine Pferde suchen sich ihre trockenen Liegeplätze selbst.

Meistens nutzen sie bestimmte Bereiche zum Liegen und andere zum Misten.

So kann ich gezielt dort sauber machen, wo es nötig ist, und die trockene Einstreu erhalten.

Wie ich diese Einstreu aufgebaut habe und wie ich dabei vorgehe, habe ich in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben.

→ Hier mehr lesen: Einstreu – eine Stimme für Sägemehl oder Holzpellets

Dort geht es ganz konkret um den Aufbau und meine Erfahrungen damit.

Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, wie sich Pferdehaltung verändern kann, wenn man nicht nur fragt:

Was muss ich für mein Pferd tun?

Sondern:

Wie kann ich die Umgebung so gestalten, dass mein Pferd seine Bedürfnisse möglichst selbst erfüllen kann?


Ruhe ist genauso wichtig wie Bewegung

Je länger ich Pferde beobachtete, desto klarer wurde mir auch:

Ein Pferd braucht nicht nur Möglichkeiten, sich zu bewegen.

Es braucht Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen.

Es muss sich hinlegen können.

Es muss schlafen können.

Es muss einen Ort finden können, an dem es sich sicher fühlt.

Und es sollte nicht jedes Mal darum kämpfen müssen, diesen Ort nutzen zu dürfen.

Deshalb sind für mich trockene, geschützte und ausreichend große Liegeflächen keine Nebensache.

Sie sind ein Teil des Lebensraumes.

Und gerade bei diesem Thema zeigt sich besonders deutlich, warum ein vorhandenes Angebot noch nicht bedeutet, dass ein Bedürfnis erfüllt ist.

Ein Pferd braucht nicht einfach einen Platz zum Liegen.

Es braucht einen Platz, an dem es tatsächlich liegen kann.


Eine gute Pferdehaltung darf auch für den Menschen funktionieren

Was mich dabei selbst überrascht hat:

Je besser ich den Lebensraum auf die Bedürfnisse der Pferde abgestimmt habe, desto einfacher wurde vieles auch für mich.

Heute besteht mein täglicher Aufwand im Wesentlichen daraus, einmal am Tag die Äppel zu entfernen, das Wasser zu kontrollieren und nach den Pferden zu schauen.

Die große Tränke wird direkt über einen Schlauch mit Wasser versorgt. Ich reinige und fülle sie etwa alle zwei bis drei Tage.

Das Heu liegt in Netzen, sodass wenig verloren geht.

Die großen Rundballen stehen ebenfalls in Netzen im Unterstand. Einen neuen großen Heuballen pro Pferd muss ich deshalb ungefähr nur einmal im Monat hineinbringen. Die großen Netze spanne ich mit einer Seilwinde nach oben, so dass kein Pferd in die Netze tritt. Sie können die Fresshaltung einnehmen, die sie wollen, von oben, seitlich, von unten, sie variieren gern, möchten nicht immer in der gleichen Haltung fressen.

Und weil die Pferde bestimmte Bereiche zum Misten nutzen, muss ich nicht überall gleich viel arbeiten.

Das alles ist natürlich das Ergebnis vieler Jahre Erfahrung und passt zu meiner heutigen Situation.

Ich möchte daraus deshalb auch kein fertiges Haltungssystem machen.

Ich habe ausprobiert.

Ich habe beobachtet.

Ich habe verändert.

Und wieder beobachtet.

Aber dabei habe ich etwas gelernt, das für mich immer wichtiger geworden ist:

Pferdegerechte Haltung und praktische Haltung müssen keine Gegensätze sein.

Im Gegenteil.

Je besser die Umgebung funktioniert, desto weniger muss ich für die Pferde organisieren.

Und desto mehr Zeit bleibt mir für das, was ich eigentlich möchte:

bei ihnen zu sein.

Sie zu beobachten.

Mit ihnen zusammen zu sein.

Heute empfinde ich die tägliche Arbeit deshalb kaum noch als Arbeit.

Sie gehört zu meinem Leben.

Und oft ist sie sogar eine Form von Entspannung.


Was braucht ein Pferd wirklich?

Ich glaube heute nicht mehr, dass es darauf eine allgemeingültige Liste gibt.

Nicht jedes Pferd braucht genau dasselbe.

Ein altes Pferd hat andere Möglichkeiten als ein junges.

Ein rangniedriges Pferd braucht vielleicht andere Rückzugsmöglichkeiten als ein sehr selbstbewusstes.

Ein körperlich eingeschränktes Pferd braucht andere Bedingungen als ein gesundes.

Deshalb reicht es für mich nicht, eine Liste von Bedürfnissen abzuhaken.

Ich muss das einzelne Pferd anschauen.

Was braucht dieses Pferd?

Was kann es selbst nutzen?

Wo kann es ausweichen?

Wo kann es ruhen?

Wie kann es fressen?

Welche Möglichkeiten hat es, sich zu bewegen, zurückzuziehen, zu beobachten und selbst zu entscheiden?

Je genauer ich hinschaue, desto mehr wird Haltung für mich zu einem Teil von Kommunikation.

Denn auch die Umgebung spricht mit dem Pferd.

Sie sagt ihm, ob es wählen kann.

Ob es sich zurückziehen kann.

Ob es in Ruhe fressen kann.

Ob es sicher liegen kann.

Ob es seinen Alltag zumindest teilweise selbst gestalten darf.

Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Veränderungen in meinem eigenen Denken gewesen:

Ich muss nicht jede Entscheidung für mein Pferd treffen.

Ich muss ihm einen Rahmen geben, in dem es möglichst viele Dinge selbst entscheiden kann.

Nicht:

Was habe ich meinem Pferd hingestellt?

Sondern:

Was kann mein Pferd in diesem Lebensraum tatsächlich tun?


Und plötzlich stellt sich eine andere Frage

Wenn ich einem Pferd immer mehr Möglichkeiten gebe, seinen Alltag selbst zu gestalten, verändert sich auch mein Blick auf das Thema Freiheit.

Denn Freiheit bedeutet für mich nicht, dass ein Pferd einfach alles tun darf.

Ein Pferd braucht Sicherheit.

Es braucht Orientierung.

Es braucht einen verlässlichen Rahmen.

Aber innerhalb dieses Rahmens kann es Entscheidungen treffen.

Und genau deshalb frage ich mich heute nicht mehr nur:

Was braucht mein Pferd?

Sondern auch:

Wie viele eigene Entscheidungen gestatte ich meinem Pferd eigentlich?

Das ist eine Frage, die mich inzwischen weit über die Haltung hinaus begleitet.

Denn ein Pferd kann nur dann selbst entscheiden, wenn wir ihm überhaupt Möglichkeiten dafür geben.

→ Gespannt bleiben, bald kommt der nächste Artikel: Wie viel eigene Entscheidung gestatte ich meinem Pferd?


Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Freitag, 17. Juli 2026

Meine Pferde als Lehrer – Eine Geschichte von Tafi






Manche Pferde begleiten uns ein Stück unseres Weges.

Und manche Pferde verändern unseren Weg.

Meine Stute Ratafia, genannt Tafi, war so ein Pferd.

Wenn ich heute darüber nachdenke, hat sie den Grundstein für meine gesamte Sicht auf Pferde gelegt. Nicht, weil sie besonders spektakuläre Dinge getan hätte. Nicht, weil sie einfach alles gemacht hätte, was ich von ihr wollte.

Ganz im Gegenteil.

Tafi war ein Pferd mit einem eigenen Kopf. Sie war unabhängig und traf ihre eigenen Entscheidungen.

Aber genau das war es, was mich so viel über Pferde gelehrt hat.

Ich musste lernen zuzuhören.

Das Pferd vor mir sehen

Früher dachte ich natürlich auch darüber nach, was man einem Pferd beibringen kann. Man lernt Übungen, man probiert Dinge aus, man möchte gemeinsam Fortschritte machen.

Aber Tafi zeigte mir irgendwann etwas, das meine Sichtweise veränderte.

Ein Pferd ist nicht einfach ein Wesen, das darauf wartet, dass wir ihm etwas beibringen.

Ein Pferd bringt bereits so viel mit.

Es hat eine Persönlichkeit.
Es hat eigene Gedanken.
Es hat Gefühle.
Es hat Entscheidungen.

Die Frage ist nicht nur:
"Wie bringe ich meinem Pferd etwas bei?"

Die viel wichtigere Frage ist:
"Wer steht eigentlich vor mir?"

Eine Lektion im Schulterherein

Eine Situation mit Tafi ist mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben.

Ich hatte in einem Buch über Seitengänge gelesen, über das Schulterherein und die vorbereitenden Übungen. Ich probierte diese Übungen mit ihr aus, ganz ohne Druck.

Irgendwann beendeten wir unsere gemeinsame Zeit und ich brachte sie wieder auf die Weide.

Ich setzte mich zu ihr und aß mein Brot.

Es war einer dieser einfachen Momente, die eigentlich gar nichts Besonderes zu sein scheinen – und doch bleiben sie im Herzen.

Als es Zeit war zu gehen, rief ich Tafi zu mir.

Und sie kam angetrabt.

Im perfekten Schulterherein.

Ich hatte nicht mehr daran gedacht. Ich hatte nicht weiter geübt. Ich hatte nichts eingefordert.

Und doch war etwas geblieben.

Für mich war es ein Moment, in dem ich spürte:

Dieses Pferd hört nicht nur auf meine Signale. Dieses Pferd nimmt wahr. Dieses Pferd denkt mit.

Das Geschenk einer Levade

Ein anderes Erlebnis hat sich noch tiefer in meine Erinnerung eingebrannt.

Ich spielte mit Tafi in der Halle. Wir machten nichts Bestimmtes. Wir bewegten uns einfach miteinander, hüpften herum und hatten Freude.

Plötzlich lief sie diagonal in eine Ecke und galoppierte auf mich zu.

Ich war überrascht.

Tafi war respektvoll, aber ich wusste nicht, was sie vorhatte. Also wartete ich ab.

Kurz vor mir stoppte sie.

Und dann zeigte sie zweimal hintereinander eine Levade.

Eine Figur, die ich immer bewundert hatte.

Eine Figur, die ich aber nie mit ihr trainiert hatte.

In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass sie mir etwas schenkte.

Nicht eine Übung.

Sondern eine Botschaft.

Sie zeigte mir:

"Ich bin nicht nur hier, um deine Wünsche auszuführen. Ich habe auch etwas zu geben."

Von da an dachte ich anders über Pferde.

Ich dachte nicht mehr:
"Ich muss meinem Pferd etwas beibringen."

Ich dachte:
"Ich darf lernen, mit diesem Wesen in Beziehung zu treten."

Meine Stute Ratafia hat mir gezeigt, dass ein freier Wille nichts ist, was man brechen muss. Er ist etwas, dem man mit Respekt begegnen darf.



Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Donnerstag, 9. Juli 2026

Wenn Pferde sich entschuldigen – eine Lektion von Fjölvi, Chester und Nero




Momente, in denen man für einen Augenblick einen Einblick in eine Welt bekommt, die uns Menschen oft verborgen bleibt. Auch wenn ich diese Geschichten schon einmal erzählt habe, möchte ich das gerne noch einmal aufgreifen unter einem anderen Blickwinkel.

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte in genau diesen Augenblicken eine Kamera in der Hand. Aber meistens ist es anders: Man steht einfach nur da, tief berührt von dem, was man gerade sieht.

So ging es mir mit Fjölvi und Chester.

Zwei junge Pferde, die Freunde fürs Leben wurden

Chester bekam damals einen Kumpel.

Er war erst vier oder fünf Jahre alt und musste nicht länger nur mit der alten Stute zusammenstehen. Er war voller Energie, verspielt und brauchte einen Freund, der mit ihm herumtoben konnte.

Fjölvi war erst seit knapp drei Monaten bei uns.

Von Anfang an waren die beiden unzertrennlich.

Sie standen zusammen, ruhten zusammen, lagen zusammen, fraßen zusammen, tranken zusammen, gingen gemeinsam zum Äppeln und natürlich spielten sie zusammen. Wenn einer ging, rief der andere ihm hinterher.

Es sah aus, als hätten sich zwei gefunden.

Und wenn sie auf dem Platz toben durften, dann waren sie besonders ausgelassen. Pferdespiel ist nicht immer sanft und vorsichtig, wie wir Menschen es vielleicht erwarten würden. Es ist wild, kraftvoll und manchmal ziemlich deftig.

Aber es ist auch Kommunikation.

Ein Unfall und ein außergewöhnliches Ritual

Eines Tages passierte es.

Fjölvi traf Chester nahe am Auge. Ob mit einem Biss oder einem Schlag, hatte ich nicht gesehen.

Chester quietschte auf und sprang buckelnd davon.

Nicht unbedingt vor Schmerz – sondern wohl eher aus Empörung darüber, dass Fjölvi sich so etwas erlaubt hatte.

Pferde sind Beutetiere. Die Natur hat ihnen nicht gegeben, vor Schmerz laut zu schreien und damit Raubtiere anzulocken. Wer das bezweifelt, sollte bedenken, dass selbst schwere Verletzungen wie ein gebrochenes Bein oder eine Kolik nicht automatisch zu einem Schmerzlaut führen.

Chester war also nicht „jammernd“ davongelaufen.

Er war beleidigt.

Und das kannte ich von ihm. Wenn Fjölvi einmal die Oberhand hatte, obwohl Chester als Chef der Herde eigentlich der Stärkere und Erfahrenere war, dann konnte Chester schon einmal quietschend und buckelnd davon stürmen.

Zufällig sah ich später, dass Chester tatsächlich eine kleine Verletzung hatte: eine winzige Hautabschürfung unterhalb des Auges. Nicht einmal Blut lief.

Ich hätte die Stelle behandeln können, aber es gab nichts, was behandelt werden musste.

Dann sah ich Fjölvi.

Er stand in der Mitte des Platzes.

Und plötzlich ging Chester langsam auf ihn zu.

Diesmal wich Fjölvi nicht zurück. Er begrüßte Chester sogar mit einem Hufscharren.

Chester blieb vor ihm stehen.

Und dann begann etwas, das ich vorher noch nie gesehen hatte.

Die Sprache der Pferde

Die beiden gähnten sich gegenseitig an.

Immer wieder.

Sie leckten sich über die Lippen, beschnupperten ihre Nasen.

Dann begann Fjölvi, Chester ganz vorsichtig mit seinen Nüstern zu berühren.

Chester erwiderte diese sanften Berührungen.

Und dann geschah etwas, das mich tief berührte:

Fjölvi begann, Chesters Wunde zu lecken.

Immer wieder leckte er über sein Gesicht.

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich schon zugeschaut hatte. Ich stand einfach nur da und beobachtete diese beiden jungen Pferde.

Natürlich hatte ich in diesem Moment keine Kamera bereit.

Oder besser gesagt: Man denkt in solchen Augenblicken gar nicht daran.

Aber dann fiel mir ein, dass ich mein Handy dabei hatte.

Der intensivste Moment des Leckens war zwar schon vorbei, aber ihr gegenseitiges liebevolles Beknabbern dauerte noch an.

Und genau das sieht man auch im Youtubevideo, den Link dazu habe ich eingefügt:

Wer die beiden kennt, weiß, dass dieses Spiel normalerweise viel wilder aussieht.

Aber diesmal war etwas anders.

Es war, als würden sie sich gegenseitig versichern:

„Ich wollte dir nicht weh tun.“

„Ich weiß.“

„Wir sind trotzdem Freunde.“

Tiere haben eine Seele voller Zwischentöne

Wir Menschen müssen Tieren ein vielschichtiges Gefühlsleben zugestehen.

Nicht, indem wir ihnen menschliche Gedanken überstülpen.

Sondern indem wir anerkennen, dass sie Beziehungen leben, Gefühle zeigen und soziale Bindungen pflegen – auf ihre eigene Art.

Pferde können nicht mit Worten sagen, dass etwas ein Versehen war.

Aber sie haben andere Möglichkeiten.

Sie können Nähe suchen.

Sie können beruhigen.

Sie können wieder Verbindung herstellen.

Und manchmal können sie uns zeigen, wie wenig nachtragend und wie ehrlich Beziehungen sein können.

Einige Jahre später: Nero

Einige Jahre später kam Nero zu uns.

Er kam mit sechs Monaten direkt vom Schlachter in unsere kleine Herde.

Ein großes Schlitzohr.

Später wurde aus ihm ein 3,5-jähriger Noriker – ein beeindruckendes Pferd, groß, kräftig und schwer.

Aber gleichzeitig unglaublich klug, liebevoll und sensibel.

Auch Nero zeigte mir, wie fein die Kommunikation der Pferde ist.

Nach Tagen mit viel Regen waren die Böden aufgeweicht. Die Pferde standen aus verschiedenen Gründen jeweils zu zweit in großzügigen Unterständen mit Paddock und konnten den großen Trail und die Weiden gerade nicht gemeinsam nutzen.

Eines Tages passierte es:

Beim Abäppeln blieb die Gittertür zu Neros Auslauf nur angelehnt.

Nero bemerkte das sofort.

Er schob sie auf und marschierte direkt zum Eingang des Trails.

Dort wartete er.

Natürlich hatten Chester und Fjölvi nebenan längst bemerkt, was los war, und standen ebenfalls am Tor.

Ich konnte es nicht übers Herz bringen, sie alle wieder zurück zu schicken.

Nach den vielen Regentagen auf dem kleineren Paddock wollte ich ihnen die Freude gönnen.

Also öffnete ich das Tor.

Und dann explodierte die aufgestaute Energie.

Chester und Fjölvi galoppierten los. Den ganzen Trail entlang, auf die Weiden, wieder zurück, hin und her.

Sie hörten gar nicht mehr auf, sich zu freuen.

Und Nero?

Nero machte Bocksprünge, galoppierte hin und her und buckelte voller Lebensfreude.

Seine Ziehmama Tafi wurde natürlich ebenfalls angesteckt.

Zum Glück hielt der Boden und keines der Pferde rutschte aus.

Eine kleine Lektion von einem großen Pferd

Irgendwann wollte ich Ruhe hineinbringen.

Ich holte die Futterschüsseln – denn bei der kleinen Portion Mineralfutter werden schließlich alle wieder ganz vernünftig.

Als ich quer durch den Auslauf laufen wollte, kam Nero plötzlich um die Ecke galoppiert.

Ich sprang zur Seite.

Er drehte um und wollte wieder loslaufen.

Als er an mir vorbeikam, hob er sein Bein in meine Richtung.

Eine Drohung.

Ich weiß, dass Nero und jedes andere Pferd sehr genau treffen könnten, wenn sie es wirklich wollten.

Aber in diesem Moment machte es mich wütend.

Ich war selbst angespannt. Ich wollte die Situation kontrollieren und Ruhe schaffen – und natürlich hilft eigene Aufregung dabei nicht gerade.

Nachdem alle wieder zufrieden fraßen und alle Tore geschlossen waren, blieb ich trotzdem innerlich angespannt.

Ich lehnte mich an den Zaun und dachte darüber nach.

War das wirklich ernst gemeint gewesen?

Oder hatte Nero mein Herumspringen vielleicht als Spielaufforderung verstanden?

Denn Pferde unterscheiden sehr genau zwischen Ernst und Spiel. Und er hätte mich treffen können, wenn er wirklich gewollt hätte.

Während ich noch darüber nachdachte, kam dieses große Pferd plötzlich zu mir.

Meine Wuchtbrumme.

Mein kleines Mammutbaby.

Er gähnte mich an.

Und dann leckte er mir die Hände.

Ich kenne dieses Verhalten aus der Pferdeherde.

Wenn ein Pferd ein anderes versehentlich getroffen hat, wenn eine Situation zu heftig geworden ist, dann gehen sie oft wieder aufeinander zu. Sie gähnen, lecken, suchen Kontakt. Genau wie Fjölvi und Chester ein paar Jahre zuvor.

Eine Botschaft ohne Worte:

„Es war nicht böse gemeint.“

„Wir sind wieder gut.“

Und in diesem Moment löste sich meine ganze Wut auf.

Nero erinnerte mich daran, dass auch wir Menschen manchmal einen Moment brauchen, um wieder zuzuhören.

Eine Herde ist mehr als eine Gruppe von Pferden

Je länger ich Pferde beobachte, desto mehr habe ich den Eindruck, dass wir ihre sozialen Beziehungen oft unterschätzen.

Eine Herde ist für mich weit mehr als eine Ansammlung einzelner Pferde.

Sie ist ein soziales Gefüge.

Jedes Pferd ist ein Individuum.

Jedes übernimmt seine Rolle.

Es gibt enge Freundschaften, gegenseitige Rücksichtnahme, kleine Konflikte, gemeinsames Spiel und immer wieder Momente, in denen Beziehungen gefestigt werden.

Das bedeutet nicht, dass in einer Herde ständig Harmonie herrscht.

Im Gegenteil.

Gerade weil Spannungen ganz normal sind, braucht es offenbar auch Möglichkeiten, sie wieder aufzulösen.

Vielleicht gehören genau solche kleinen Gesten dazu.


Was wir heute oft nicht mehr sehen

Vielleicht beschäftigt mich dieses Thema auch deshalb so sehr, weil viele unserer Hauspferde gar nicht mehr die Möglichkeit haben, über Jahre in stabilen sozialen Gruppen zu leben.

Beziehungen entstehen dort unter ganz anderen Bedingungen.

Gruppen werden verändert.

Pferde werden getrennt.

Manche verbringen einen großen Teil ihres Lebens allein in einer Box und haben nur begrenzten Kontakt zu Artgenossen.

Umso wertvoller erscheinen mir die Momente, in denen wir Pferde in einem gewachsenen Herdenverband beobachten können.

Dort zeigen sie uns oft Dinge, die wir kaum wahrnehmen würden, wenn wir nur auf einzelne Verhaltensweisen achten.


Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Sprache der Pferde

Vielleicht besteht Pferdesprache nicht nur aus Ohrenstellung, Schweifhaltung oder Mimik.

Vielleicht zeigt sie sich auch in den kleinen Gesten, mit denen Beziehungen gepflegt werden.

Nicht weil wir genau wissen, was sie bedeuten.

Sondern weil wir erleben dürfen, was sie bewirken.

Nero und Fjölvi haben mich gelehrt, genauer hinzusehen.

Nicht nach schnellen Antworten zu suchen.

Sondern Zusammenhänge wahrzunehmen.

Denn manchmal erzählt nicht eine einzelne Geste die Geschichte.

Sondern die Beziehung, in der sie entsteht.

Meine kleine Familie

Nero hat inzwischen eine eigene Herde gefunden.

Für mich wurde er einfach zu groß und zu schwer um ihn richtig Pflegen zu können.

Chester, der kleine wilde Spielkamerad von damals, hat ihn gut erzogen. Heute ist Nero selbst ein souveräner Chef einer zwölfköpfigen Herde.

Die alte Stute ist leider inzwischen nicht mehr bei uns.

Chester und Fjölvi sind nun wieder allein.

Aber sie sind meine kleine Familie.

Die Pferde, mit denen ich mein Leben teile.

Und ich möchte diese Momente nie vergessen, in denen sie mir zeigen:

Manchmal müssen wir Menschen nicht lehren.

Manchmal sind wir diejenigen, die lernen dürfen.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Montag, 29. Juni 2026

Das Geheimnis der Pferdesprache – Gertrud Pysall


Es gibt Bücher, die liest man, legt sie wieder ins Regal und erinnert sich später kaum noch daran.

Und es gibt Bücher, die den eigenen Blick auf Pferde dauerhaft verändern.

Das Geheimnis der Pferdesprache“ von Gertrud Pysall gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Als Chester zu mir kam, wusste ich noch nicht, wie Pferde wirklich miteinander kommunizieren. Ich wollte ihn verstehen, doch mir fehlte die gemeinsame Sprache.

Dieses Buch hat mir einen neuen Weg eröffnet. Zum ersten Mal begann ich zu erkennen, wie fein Pferde miteinander kommunizieren und welche Bedeutung selbst kleinste Gesten, Bewegungen und Reaktionen für sie haben.

Mit diesem Verständnis veränderte sich nicht nur meine Kommunikation mit Chester. Es veränderte meine gesamte Sicht auf Pferde.

Bis heute baut meine Arbeit zu einem großen Teil auf den Erkenntnissen auf, die ich durch dieses Buch gewonnen habe.

Gertrud Pysall vermittelt nicht einfach Techniken. Sie lädt dazu ein, Pferde mit anderen Augen zu betrachten. Statt an einzelnen Problemen oder Symptomen zu arbeiten, lenkt sie den Blick auf die Ursache: die Verständigung zwischen Mensch und Pferd.

Denn Pferde kommunizieren ununterbrochen. Sie sprechen auf der Weide, im Stall, beim Führen und in jeder gemeinsamen Situation. Je besser wir lernen, ihre Sprache zu verstehen und selbst verständlich mit ihnen zu kommunizieren, desto leichter können Vertrauen, Sicherheit und echte Zusammenarbeit entstehen.

Ein besonderer Teil des Buches ist das von Gertrud Pysall entwickelte MOTIVA-Training.

Damit macht sie die Pferdesprache für Menschen verständlicher und gibt Pferdehaltern, aber auch Tierärzten und Therapeuten eine wertvolle Möglichkeit an die Hand, die Kommunikation mit Pferden im Alltag bewusster wahrzunehmen.

Auch wer glaubt, schon viel über Pferde zu wissen, wird vermutlich neue Gedanken und Erkenntnisse finden. Denn oft sind es gerade die kleinen, scheinbar unbedeutenden Signale, die für ein Pferd eine große Bedeutung haben.

Man beginnt Dinge zu sehen, die vorher unsichtbar waren.

Und vielleicht erlebt man dann genau diesen besonderen Moment: den erstaunten Blick des eigenen Pferdes, wenn es plötzlich merkt – dieser Mensch versteht mich.

Für mich ist dieses Buch deshalb weit mehr als ein Pferdebuch. Es ist ein Arbeitsbuch und ein Begleiter für alle, die ihr Pferd wirklich verstehen möchten.

Ich wünsche mir, dass viele Pferdemenschen diese Erkenntnisse gewinnen können. Nicht nur, weil dadurch der Umgang einfacher wird, sondern vor allem, weil unsere Pferde davon profitieren. Missverständnisse werden weniger, Vertrauen kann wachsen und aus einem Nebeneinander entsteht eine echte Partnerschaft.

Deshalb gehört Das Geheimnis der Pferdesprache für mich zu den wenigen Büchern, die ich jedem Pferdehalter von Herzen empfehlen kann.

Wenn du die Sprache deines Pferdes in der Realität besser verstehen möchtest, bin ich gerne für dich da und begleite ich dich gerne – 

vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.

Lisa Peters: pferd.24-hs.de


Sonntag, 28. Juni 2026

„Du bekommst ihn. Er liebt dich.“ – Ein Satz, der ein großes Missverständnis über Pferde zeigt



Fjölvi – heute 21 Jahre alt. Ein Tarpan, der mir gezeigt hat, dass Kooperation nicht aus Liebe entsteht, sondern aus Verständnis und Vertrauen.


Als ich Fjölvi zum ersten Mal sah, war er etwa elf Jahre alt.

Er sollte als Gesellschafter für meinen Chester zu uns kommen. Bis dahin lebte er in einer Reitschule und war dort als Schulpferd ausgebildet worden. Doch für den täglichen Betrieb mit ständig wechselnden Reitschülern war er nicht geeignet.

Als ich ihn kennenlernte, fiel mir sofort sein Zustand auf. Wegen seines Sommerekzems hatte er kaum noch Mähne, die Schweifrübe war kahl und sein Fell sprach Bände.

Ich bat ihn um ein paar einfache Dinge. Unter anderem trabte er auf mein Zeichen an. Nichts Besonderes – und doch etwas, das die Reitlehrerin überraschte.

Sie schaute mich an und sagte:

"Du bekommst ihn. Er liebt dich."

Ich musste lächeln.

"Wie sollte er mich nach zehn Minuten lieben?"

Sie erklärte, dass er sich anderen Menschen gegenüber oft ganz anders verhalte und nicht immer tue, worum man ihn bitte.

Damals wurde mir bewusst, wie unterschiedlich wir dieselbe Situation interpretierten.

Sie glaubte, Fjölvi hätte sich für mich entschieden, weil er mich mochte.

Ich sah etwas anderes.

Ich hatte den Eindruck, dass er einfach erleichtert war, endlich einem Menschen zu begegnen, dessen Körpersprache für ihn verständlich war.

Das ist ein großer Unterschied.

Viele ursprüngliche Pferderassen und Wildpferderückzüchtungen wie Tarpane, Koniks oder Dülmener bringen noch sehr viel Eigenständigkeit mit. Sie folgen nicht automatisch jedem Menschen. Sie prüfen, beobachten und entscheiden.

Manche bezeichnen sie deshalb als stur oder schwierig.

Ich sehe das anders.

Sie folgen nicht blind. Sie folgen dann, wenn sie einen Sinn erkennen und Vertrauen fassen.

Genau das machte Fjölvi zu einem wunderbaren Lehrmeister.

Er wurde später eines der beliebtesten Pferde meiner Reitschüler.

Er verweigerte nie.

Aber nicht, weil er ein Pferd war, das einfach alles mit sich machen ließ.

Er achtete auf mich. Er vertraute mir. Und dieses Vertrauen schenkte er auch den Kindern, wenn sie es sich in seinem Tempo erarbeitet hatten.

Unsicherheit dagegen konnte er nicht einfach übergehen.

Es gab Kinder und auch Erwachsene, die ihn von Herzen liebten. Trotzdem arbeitete er mit ihnen nicht selbstverständlich zusammen.

Nicht aus Bosheit.

Sondern weil ihre Unsicherheit für ihn keinen klaren Weg vorgab.

Ein ursprüngliches Pferd kann einer unklaren Führung kaum folgen. Das wäre aus seiner Sicht nicht natürlich.

Heute ist Fjölvi einundzwanzig Jahre alt.

Seit rund zehn Jahren lebt er bei uns.

Er wird inzwischen nicht mehr geritten und genießt seine Zeit mit seinem Kumpel Chester. Seine Offenheit verschenkt er bis heute nicht an jeden sofort. Erst beobachtet er. Dann entscheidet er.

Und genau das liebe ich an ihm.

Übrigens verschwand sein Sommerekzem schon relativ kurze Zeit, nachdem er bei uns eingezogen war. Seine Mähne wuchs wieder nach und auch sein Schweif erholte sich. Ob es allein an der Haltung lag, kann ich natürlich nicht sicher sagen. Ich habe jedoch oft den Eindruck, dass Wohlbefinden und Stress auch einen Einfluss auf die Gesundheit eines Pferdes haben können.

Fjölvi hat mir in all den Jahren etwas Wichtiges beigebracht:

Wir verwechseln die Kooperation eines Pferdes viel zu oft mit Liebe.

Dabei wünschen sich viele Pferde vor allem eines:

Verstanden zu werden.

Und manchmal reicht genau das aus, damit sie uns etwas schenken, das viel tiefer geht als bloßer Gehorsam – ihr Vertrauen.

Oft verändert sich das Pferd, wenn sich die Kommunikation verändert. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 

vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.

Hier noch ein paar Bilder, über meinen kleinen großen Schatz Fjölvi:

 
 










Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Samstag, 27. Juni 2026

Never sell your saddle – oder: Warum Träume mit Pferden auch Verantwortung bedeute



Manche Pferdemenschen tragen einen Traum schon lange in sich.

Ein eigenes Stück Land. Ein eigener Stall. Pferde, die man jeden Tag sehen kann. Ein Leben näher an den Tieren, die einem so viel bedeuten. Es erinnert mich etwas an meinen eigenen Traum vom Pferdehof, den ich mir erfüllen konnte.

Das Buch „Never sell your saddle – or your dreams“ von Manuela Handke erzählt genau von diesem Traum: vom Weg zum eigenen Pferdehof, von Rückschlägen, Zweifeln, Mut und dem Weitergehen, auch wenn nicht alles so einfach ist, wie es von außen manchmal erscheint.

Denn ein Leben mit Pferden besteht nicht nur aus schönen Bildern.

Es bedeutet frühes Aufstehen, Verantwortung, Entscheidungen und manchmal auch Momente, in denen man sich fragt, ob der Weg wirklich der richtige ist.

Hinter jedem Traum steckt Arbeit

Was mir an solchen Geschichten wichtig ist: Sie zeigen, dass ein Pferdeleben nicht aus romantischen Momenten allein besteht.

Ein eigener Hof ist nicht nur Freiheit.

Er bedeutet auch, jeden Tag hinzusehen:
Geht es meinen Pferden wirklich gut?
Was brauchen sie?
Was kann ich verbessern?

Denn Pferde sind keine Dekoration für einen Traum. Sie sind eigenständige Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und einer eigenen Persönlichkeit.

Der Weg ist nicht immer gerade

Viele Menschen sehen am Ende nur das Ergebnis.

Den schönen Hof.
Die Pferde.
Die Bilder vom Alltag.

Aber der Weg dorthin besteht oft aus vielen kleinen Entscheidungen, Unsicherheiten und Herausforderungen.

Gerade das macht persönliche Geschichten wertvoll: Sie erinnern uns daran, dass hinter jedem scheinbar perfekten Bild ein echter Mensch steht, der lernen, wachsen und manchmal auch neu anfangen muss.

Ein Pferdetraum darf immer auch ein Pferdetraum sein

Für mich ist die wichtigste Frage bei jedem Pferdeprojekt:

Ist es auch für die Pferde ein guter Ort?

Denn der schönste Traum des Menschen sollte nicht auf Kosten des Pferdes entstehen.

Ein Pferd braucht nicht nur einen schönen Stall oder eine idyllische Umgebung. Es braucht Sicherheit, passende Sozialkontakte, Verständnis und Menschen, die bereit sind, es wirklich wahrzunehmen.

Mein Fazit

„Never sell your saddle – or your dreams“ ist keine Anleitung, wie man einen perfekten Pferdehof erschafft.

Es ist eine persönliche Geschichte über den Mut, an etwas zu glauben und den eigenen Weg zu gehen.

Und vielleicht liegt die schönste Botschaft darin:

Ein Traum mit Pferden ist dann besonders wertvoll, wenn nicht nur der Mensch darin glücklich wird – sondern auch die Pferde, die diesen Traum mit ihm teilen.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Transparenzhinweis: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Wenn Sie über einen solchen Link ein Produkt bei Amazon kaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis für Sie bleibt selbstverständlich unverändert.

Probleme sind lösbar – wenn wir bereit sind, genauer hinzusehen



Manche Pferde werden als schwierig bezeichnet. Sie gehen nicht in den Hänger, lassen sich nicht problemlos führen, reagieren stark auf bestimmte Situationen oder scheinen nicht das zu tun, was der Mensch von ihnen erwartet.

Doch was wäre, wenn das Pferd nicht das Problem ist?

Genau dieser Gedanke ist einer der Punkte, die mich an dem Buch „Probleme sind lösbar“ von Bernd Hackl und Kerstin Rester ansprechen.

Denn ein Verhalten entsteht nicht einfach aus dem Nichts. Pferde handeln nicht ohne Grund. Hinter einer Reaktion steckt immer eine Geschichte, eine Erfahrung, ein Bedürfnis oder eine Unsicherheit.

Ein Pferd, das nicht in den Hänger geht, ist nicht automatisch „stur“. Ein Pferd, das beim Führen Schwierigkeiten macht, ist nicht unbedingt respektlos. Oft zeigt es uns etwas – wir müssen nur lernen, zuzuhören.

Vom Problem zur Lösung

Was ich an dem Gedanken des Buches besonders wertvoll finde: Es lenkt den Blick weg vom Kampf gegen ein Verhalten und hin zur Suche nach einer Lösung.

Das ist ein großer Unterschied.

Wenn wir ein Pferd nur dazu bringen wollen, etwas auszuhalten oder zu funktionieren, lösen wir nicht unbedingt die Ursache. Wir verändern vielleicht nur das sichtbare Verhalten.

Eine nachhaltige Veränderung beginnt dort, wo wir verstehen.

Warum reagiert dieses Pferd so?
Was hat es gelernt?
Was braucht es, um sich sicher zu fühlen?
Und welchen Anteil haben wir selbst an der Situation?

Pferde zeigen uns mehr, als wir manchmal wahrhaben möchten

Pferde sind sehr fein in ihrer Wahrnehmung. Sie reagieren auf unsere Körpersprache, unsere Klarheit und unsere innere Haltung.

Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten des Pferdes „richtig“ ist oder dass der Mensch keine Grenzen setzen darf.

Aber es bedeutet, dass wir fair sein sollten.

Ein Pferd, das unsicher ist, braucht keine Strafe für seine Unsicherheit. Es braucht jemanden, der ihm Sicherheit gibt.

Ein Pferd, das nicht verstanden hat, was wir möchten, braucht keine Härte. Es braucht eine verständliche Kommunikation.

Eine Lösung sollte beiden helfen

Für mich ist ein wichtiger Punkt: Eine Lösung ist erst dann wirklich eine Lösung, wenn sie nicht nur für den Menschen funktioniert.

Das Pferd sollte dabei nicht verlieren.

Denn eine gute Beziehung entsteht nicht dadurch, dass einer gewinnt und der andere nachgibt.

Sie entsteht durch Vertrauen, Verlässlichkeit und gegenseitiges Verständnis.

Mein Fazit

„Probleme sind lösbar“ erinnert daran, dass wir unser Pferd nicht als Gegner sehen müssen.

Vielleicht liegt die größte Veränderung manchmal nicht darin, das Pferd zu verändern – sondern darin, unsere Sichtweise zu verändern.

Ein Buch, das dazu einlädt, genauer hinzusehen und sich zu fragen:

Nicht: „Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“

Sondern:

„Was möchte mein Pferd mir gerade zeigen – und wie können wir gemeinsam eine bessere Lösung finden?“

------------------------------------------------------------------

Mein Blick auf dieses Buch

Ich stelle auf meinem Blog nur Bücher vor, von denen ich glaube, dass sie Pferden zugutekommen können. Nicht, weil sie schnelle Lösungen versprechen, sondern weil sie Menschen helfen, Pferde besser zu verstehen. Wenn aus diesem Verständnis mehr Vertrauen, mehr Rücksicht und ein fairerer Umgang entstehen, profitieren beide Seiten – zuerst das Pferd und daraus erwächst auch eine tiefere Beziehung zwischen Mensch und Pferd.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen, sondern Menschen, die bereit sind hinzuschauen und zu verstehen. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 
vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Empower your Horse – Wenn Zusammenarbeit auf Verständnis wächst



Anna Kannegieter – KOSMOS Verlag

Es gibt Bücher, die vermitteln Wissen.

Und es gibt Bücher, die verändern den Blick auf das Pferd.

Für mich gehört „Empower your Horse“ von Anna Kannegieter zur zweiten Kategorie.

Schon der Titel macht neugierig. Das englische Wort empower lässt sich nicht mit einem einzigen deutschen Begriff übersetzen. Es bedeutet unter anderem stärken, befähigen oder jemanden in die Lage versetzen, eigene Entscheidungen zu treffen. Genau dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte Buch.

Anna Kannegieter beschreibt einen Umgang mit Pferden, der auf Kommunikation statt Kontrolle basiert. Sie stellt das Mitspracherecht des Pferdes in den Mittelpunkt und zeigt, wie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen kann, wenn Mensch und Pferd einander wirklich wahrnehmen.

Was mich an diesem Ansatz besonders anspricht, ist die Grundhaltung dahinter.

Viel zu häufig wird in der Pferdewelt gefragt:

"Wie bekomme ich mein Pferd dazu?"

Dabei wäre die wichtigere Frage oft:

"Warum reagiert mein Pferd so?"

Diese kleine Veränderung der Fragestellung kann den Umgang mit Pferden grundlegend verändern.

Denn Verhalten entsteht nicht zufällig.

Jedes Pferd handelt aus seiner eigenen Wahrnehmung heraus. Es bringt Erfahrungen mit, empfindet Sicherheit oder Unsicherheit, hat körperliche Voraussetzungen und eigene Bedürfnisse. Wer all das berücksichtigt, beginnt das Pferd nicht mehr als Gegner oder Werkzeug zu sehen, sondern als fühlendes Lebewesen.

Genau diese Sichtweise spiegelt sich auch in diesem Buch wider.

Besonders gefällt mir, dass nicht Leistung oder Perfektion im Vordergrund stehen. Vielmehr geht es darum, eine Beziehung aufzubauen, in der Vertrauen wachsen kann. Kommunikation wird dabei nicht als Technik verstanden, sondern als gegenseitiges Verstehen.

Das entspricht auch meiner eigenen Überzeugung.

Ich glaube nicht, dass nachhaltige Veränderungen durch immer neue Methoden entstehen.

Sie entstehen dann, wenn wir unsere Sicht auf das Pferd verändern.

Wenn wir lernen zuzuhören, bevor wir handeln.

Wenn wir Ursachen suchen, statt nur Symptome zu beseitigen.

Und wenn wir akzeptieren, dass jedes Pferd ein Individuum mit einer eigenen Geschichte ist.

Natürlich ersetzt auch dieses Buch nicht die Erfahrung mit dem eigenen Pferd. Kein Buch kann jede Situation beantworten oder eine persönliche Begleitung ersetzen.

Aber Bücher können etwas sehr Wertvolles bewirken:

Sie können neue Fragen entstehen lassen.

Und manchmal beginnt genau dort eine Entwicklung, die weit über das eigentliche Lesen hinausgeht.

Mein Fazit

Empower your Horse ist ein Buch für Menschen, die mehr suchen als Trainingsmethoden. Es richtet sich an alle, die ihr Pferd besser verstehen möchten und bereit sind, die Beziehung aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Nicht die Kontrolle steht im Mittelpunkt.

Sondern Vertrauen.

Nicht das Funktionieren.

Sondern gegenseitiges Verstehen.

Und genau darin liegt – aus meiner Sicht – der größte Wert dieses Buches.

------------------------------------------------------------------

Mein Blick auf dieses Buch

Ich stelle auf meinem Blog nur Bücher vor, von denen ich glaube, dass sie Pferden zugutekommen können. Nicht, weil sie schnelle Lösungen versprechen, sondern weil sie Menschen helfen, Pferde besser zu verstehen. Wenn aus diesem Verständnis mehr Vertrauen, mehr Rücksicht und ein fairerer Umgang entstehen, profitieren beide Seiten – zuerst das Pferd und daraus erwächst auch eine tiefere Beziehung zwischen Mensch und Pferd.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen, sondern Menschen, die bereit sind hinzuschauen und zu verstehen. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 
vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.

Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Bücher, die den Blick verändern: „Hufe lesen“ und „Hufen helfen“

 



Dr. Michael Zanger & Kerstin Kabus – KOSMOS Verlag

Ein Pferd spricht ständig mit uns.

Nicht nur durch seine Augen, seine Körpersprache oder sein Verhalten. Auch sein Körper erzählt eine Geschichte. Jede Bewegung, jede Haltung und jede Veränderung kann ein Hinweis darauf sein, wie es dem Pferd wirklich geht.

Doch um diese Sprache zu verstehen, müssen wir lernen hinzusehen.

Die Bücher „Hufe lesen“ und „Hufen helfen“ von Dr. Michael Zanger und Kerstin Kabus beschäftigen sich mit einem Bereich des Pferdes, der oft unterschätzt wird: den Hufen.

Dabei sind Hufe weit mehr als nur der Teil des Pferdes, der den Boden berührt. Sie stehen in Verbindung mit Bewegung, Balance, Gesundheit und Wohlbefinden. Jeder Schritt, den ein Pferd macht, beginnt mit ihnen.

Was ich an diesen Büchern besonders wertvoll finde, ist der Gedanke dahinter: Der Huf wird nicht einfach als etwas betrachtet, das man „in Ordnung bringen“ muss. Er wird als Teil des gesamten Pferdes gesehen.

Und genau diese Sichtweise entspricht einer Haltung, die ich mir in der Pferdewelt häufiger wünschen würde.

Denn ein Pferd zeigt uns Veränderungen nicht ohne Grund.

Ein auffälliger Huf, eine veränderte Stellung oder eine andere Art zu laufen sind keine „Fehler“ des Pferdes. Sie sind Informationen. Sie können uns etwas erzählen – über Belastung, Haltung, Bewegung oder vielleicht auch darüber, dass wir etwas bisher übersehen haben.

„Hufe lesen“ lädt dazu ein, genau diesen Blick zu entwickeln. Nicht vorschnell zu beurteilen, sondern zu beobachten. Nicht nur zu fragen: Was muss verändert werden? sondern auch: Warum ist es so entstanden?

Diese Frage halte ich für eine der wichtigsten Fragen überhaupt im Umgang mit Pferden.

Denn hinter jedem Verhalten und hinter jeder körperlichen Veränderung steht eine Geschichte.

„Hufen helfen“ führt diesen Gedanken weiter. Wenn wir gelernt haben, besser hinzusehen, können wir auch besser unterstützen. Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen und dem Pferd durch Wissen und Aufmerksamkeit gerechter zu werden.

Natürlich ersetzt kein Buch den Blick eines erfahrenen Fachmenschen. Jeder Huf gehört zu einem individuellen Pferd mit eigener Vorgeschichte, eigener Haltung und eigenen Bedürfnissen.

Aber Bücher wie diese können etwas sehr Wertvolles bewirken: Sie können Menschen dazu bringen, bewusster wahrzunehmen.

Und genau darin liegt für mich ein großer Beitrag zum Pferdewohl.

Denn Pferde brauchen Menschen, die nicht nur handeln können, sondern auch verstehen möchten.

Wer bereit ist, genauer hinzusehen, entdeckt oft, dass das Pferd schon lange versucht hat, etwas mitzuteilen.

Wir müssen nur lernen, zuzuhören.

Fazit:
„Hufe lesen“ und „Hufen helfen“ sind Bücher für Menschen, die ihr Pferd nicht nur versorgen, sondern wirklich verstehen möchten. Sie vermitteln Wissen über die Hufe – und öffnen gleichzeitig den Blick für das Pferd als Ganzes.

------------------------------------------------------------------

Mein Blick auf dieses Buch

Ich stelle auf meinem Blog nur Bücher vor, von denen ich glaube, dass sie Pferden zugutekommen können. Nicht, weil sie schnelle Lösungen versprechen, sondern weil sie Menschen helfen, Pferde besser zu verstehen. Wenn aus diesem Verständnis mehr Vertrauen, mehr Rücksicht und ein fairerer Umgang entstehen, profitieren beide Seiten – zuerst das Pferd und daraus erwächst auch eine tiefere Beziehung zwischen Mensch und Pferd.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de