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Donnerstag, 9. Juli 2026

Wenn Pferde sich entschuldigen – eine Lektion von Fjölvi, Chester und Nero




Momente, in denen man für einen Augenblick einen Einblick in eine Welt bekommt, die uns Menschen oft verborgen bleibt. Auch wenn ich diese Geschichten schon einmal erzählt habe, möchte ich das gerne noch einmal aufgreifen unter einem anderen Blickwinkel.

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte in genau diesen Augenblicken eine Kamera in der Hand. Aber meistens ist es anders: Man steht einfach nur da, tief berührt von dem, was man gerade sieht.

So ging es mir mit Fjölvi und Chester.

Zwei junge Pferde, die Freunde fürs Leben wurden

Chester bekam damals einen Kumpel.

Er war erst vier oder fünf Jahre alt und musste nicht länger nur mit der alten Stute zusammenstehen. Er war voller Energie, verspielt und brauchte einen Freund, der mit ihm herumtoben konnte.

Fjölvi war erst seit knapp drei Monaten bei uns.

Von Anfang an waren die beiden unzertrennlich.

Sie standen zusammen, ruhten zusammen, lagen zusammen, fraßen zusammen, tranken zusammen, gingen gemeinsam zum Äppeln und natürlich spielten sie zusammen. Wenn einer ging, rief der andere ihm hinterher.

Es sah aus, als hätten sich zwei gefunden.

Und wenn sie auf dem Platz toben durften, dann waren sie besonders ausgelassen. Pferdespiel ist nicht immer sanft und vorsichtig, wie wir Menschen es vielleicht erwarten würden. Es ist wild, kraftvoll und manchmal ziemlich deftig.

Aber es ist auch Kommunikation.

Ein Unfall und ein außergewöhnliches Ritual

Eines Tages passierte es.

Fjölvi traf Chester nahe am Auge. Ob mit einem Biss oder einem Schlag, hatte ich nicht gesehen.

Chester quietschte auf und sprang buckelnd davon.

Nicht unbedingt vor Schmerz – sondern wohl eher aus Empörung darüber, dass Fjölvi sich so etwas erlaubt hatte.

Pferde sind Beutetiere. Die Natur hat ihnen nicht gegeben, vor Schmerz laut zu schreien und damit Raubtiere anzulocken. Wer das bezweifelt, sollte bedenken, dass selbst schwere Verletzungen wie ein gebrochenes Bein oder eine Kolik nicht automatisch zu einem Schmerzlaut führen.

Chester war also nicht „jammernd“ davongelaufen.

Er war beleidigt.

Und das kannte ich von ihm. Wenn Fjölvi einmal die Oberhand hatte, obwohl Chester als Chef der Herde eigentlich der Stärkere und Erfahrenere war, dann konnte Chester schon einmal quietschend und buckelnd davon stürmen.

Zufällig sah ich später, dass Chester tatsächlich eine kleine Verletzung hatte: eine winzige Hautabschürfung unterhalb des Auges. Nicht einmal Blut lief.

Ich hätte die Stelle behandeln können, aber es gab nichts, was behandelt werden musste.

Dann sah ich Fjölvi.

Er stand in der Mitte des Platzes.

Und plötzlich ging Chester langsam auf ihn zu.

Diesmal wich Fjölvi nicht zurück. Er begrüßte Chester sogar mit einem Hufscharren.

Chester blieb vor ihm stehen.

Und dann begann etwas, das ich vorher noch nie gesehen hatte.

Die Sprache der Pferde

Die beiden gähnten sich gegenseitig an.

Immer wieder.

Sie leckten sich über die Lippen, beschnupperten ihre Nasen.

Dann begann Fjölvi, Chester ganz vorsichtig mit seinen Nüstern zu berühren.

Chester erwiderte diese sanften Berührungen.

Und dann geschah etwas, das mich tief berührte:

Fjölvi begann, Chesters Wunde zu lecken.

Immer wieder leckte er über sein Gesicht.

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich schon zugeschaut hatte. Ich stand einfach nur da und beobachtete diese beiden jungen Pferde.

Natürlich hatte ich in diesem Moment keine Kamera bereit.

Oder besser gesagt: Man denkt in solchen Augenblicken gar nicht daran.

Aber dann fiel mir ein, dass ich mein Handy dabei hatte.

Der intensivste Moment des Leckens war zwar schon vorbei, aber ihr gegenseitiges liebevolles Beknabbern dauerte noch an.

Und genau das sieht man auch im Youtubevideo, den Link dazu habe ich eingefügt:

Wer die beiden kennt, weiß, dass dieses Spiel normalerweise viel wilder aussieht.

Aber diesmal war etwas anders.

Es war, als würden sie sich gegenseitig versichern:

„Ich wollte dir nicht weh tun.“

„Ich weiß.“

„Wir sind trotzdem Freunde.“

Tiere haben eine Seele voller Zwischentöne

Wir Menschen müssen Tieren ein vielschichtiges Gefühlsleben zugestehen.

Nicht, indem wir ihnen menschliche Gedanken überstülpen.

Sondern indem wir anerkennen, dass sie Beziehungen leben, Gefühle zeigen und soziale Bindungen pflegen – auf ihre eigene Art.

Pferde können nicht mit Worten sagen, dass etwas ein Versehen war.

Aber sie haben andere Möglichkeiten.

Sie können Nähe suchen.

Sie können beruhigen.

Sie können wieder Verbindung herstellen.

Und manchmal können sie uns zeigen, wie wenig nachtragend und wie ehrlich Beziehungen sein können.

Einige Jahre später: Nero

Einige Jahre später kam Nero zu uns.

Er kam mit sechs Monaten direkt vom Schlachter in unsere kleine Herde.

Ein großes Schlitzohr.

Später wurde aus ihm ein 3,5-jähriger Noriker – ein beeindruckendes Pferd, groß, kräftig und schwer.

Aber gleichzeitig unglaublich klug, liebevoll und sensibel.

Auch Nero zeigte mir, wie fein die Kommunikation der Pferde ist.

Nach Tagen mit viel Regen waren die Böden aufgeweicht. Die Pferde standen aus verschiedenen Gründen jeweils zu zweit in großzügigen Unterständen mit Paddock und konnten den großen Trail und die Weiden gerade nicht gemeinsam nutzen.

Eines Tages passierte es:

Beim Abäppeln blieb die Gittertür zu Neros Auslauf nur angelehnt.

Nero bemerkte das sofort.

Er schob sie auf und marschierte direkt zum Eingang des Trails.

Dort wartete er.

Natürlich hatten Chester und Fjölvi nebenan längst bemerkt, was los war, und standen ebenfalls am Tor.

Ich konnte es nicht übers Herz bringen, sie alle wieder zurück zu schicken.

Nach den vielen Regentagen auf dem kleineren Paddock wollte ich ihnen die Freude gönnen.

Also öffnete ich das Tor.

Und dann explodierte die aufgestaute Energie.

Chester und Fjölvi galoppierten los. Den ganzen Trail entlang, auf die Weiden, wieder zurück, hin und her.

Sie hörten gar nicht mehr auf, sich zu freuen.

Und Nero?

Nero machte Bocksprünge, galoppierte hin und her und buckelte voller Lebensfreude.

Seine Ziehmama Tafi wurde natürlich ebenfalls angesteckt.

Zum Glück hielt der Boden und keines der Pferde rutschte aus.

Eine kleine Lektion von einem großen Pferd

Irgendwann wollte ich Ruhe hineinbringen.

Ich holte die Futterschüsseln – denn bei der kleinen Portion Mineralfutter werden schließlich alle wieder ganz vernünftig.

Als ich quer durch den Auslauf laufen wollte, kam Nero plötzlich um die Ecke galoppiert.

Ich sprang zur Seite.

Er drehte um und wollte wieder loslaufen.

Als er an mir vorbeikam, hob er sein Bein in meine Richtung.

Eine Drohung.

Ich weiß, dass Nero und jedes andere Pferd sehr genau treffen könnten, wenn sie es wirklich wollten.

Aber in diesem Moment machte es mich wütend.

Ich war selbst angespannt. Ich wollte die Situation kontrollieren und Ruhe schaffen – und natürlich hilft eigene Aufregung dabei nicht gerade.

Nachdem alle wieder zufrieden fraßen und alle Tore geschlossen waren, blieb ich trotzdem innerlich angespannt.

Ich lehnte mich an den Zaun und dachte darüber nach.

War das wirklich ernst gemeint gewesen?

Oder hatte Nero mein Herumspringen vielleicht als Spielaufforderung verstanden?

Denn Pferde unterscheiden sehr genau zwischen Ernst und Spiel. Und er hätte mich treffen können, wenn er wirklich gewollt hätte.

Während ich noch darüber nachdachte, kam dieses große Pferd plötzlich zu mir.

Meine Wuchtbrumme.

Mein kleines Mammutbaby.

Er gähnte mich an.

Und dann leckte er mir die Hände.

Ich kenne dieses Verhalten aus der Pferdeherde.

Wenn ein Pferd ein anderes versehentlich getroffen hat, wenn eine Situation zu heftig geworden ist, dann gehen sie oft wieder aufeinander zu. Sie gähnen, lecken, suchen Kontakt. Genau wie Fjölvi und Chester ein paar Jahre zuvor.

Eine Botschaft ohne Worte:

„Es war nicht böse gemeint.“

„Wir sind wieder gut.“

Und in diesem Moment löste sich meine ganze Wut auf.

Nero erinnerte mich daran, dass auch wir Menschen manchmal einen Moment brauchen, um wieder zuzuhören.

Eine Herde ist mehr als eine Gruppe von Pferden

Je länger ich Pferde beobachte, desto mehr habe ich den Eindruck, dass wir ihre sozialen Beziehungen oft unterschätzen.

Eine Herde ist für mich weit mehr als eine Ansammlung einzelner Pferde.

Sie ist ein soziales Gefüge.

Jedes Pferd ist ein Individuum.

Jedes übernimmt seine Rolle.

Es gibt enge Freundschaften, gegenseitige Rücksichtnahme, kleine Konflikte, gemeinsames Spiel und immer wieder Momente, in denen Beziehungen gefestigt werden.

Das bedeutet nicht, dass in einer Herde ständig Harmonie herrscht.

Im Gegenteil.

Gerade weil Spannungen ganz normal sind, braucht es offenbar auch Möglichkeiten, sie wieder aufzulösen.

Vielleicht gehören genau solche kleinen Gesten dazu.


Was wir heute oft nicht mehr sehen

Vielleicht beschäftigt mich dieses Thema auch deshalb so sehr, weil viele unserer Hauspferde gar nicht mehr die Möglichkeit haben, über Jahre in stabilen sozialen Gruppen zu leben.

Beziehungen entstehen dort unter ganz anderen Bedingungen.

Gruppen werden verändert.

Pferde werden getrennt.

Manche verbringen einen großen Teil ihres Lebens allein in einer Box und haben nur begrenzten Kontakt zu Artgenossen.

Umso wertvoller erscheinen mir die Momente, in denen wir Pferde in einem gewachsenen Herdenverband beobachten können.

Dort zeigen sie uns oft Dinge, die wir kaum wahrnehmen würden, wenn wir nur auf einzelne Verhaltensweisen achten.


Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Sprache der Pferde

Vielleicht besteht Pferdesprache nicht nur aus Ohrenstellung, Schweifhaltung oder Mimik.

Vielleicht zeigt sie sich auch in den kleinen Gesten, mit denen Beziehungen gepflegt werden.

Nicht weil wir genau wissen, was sie bedeuten.

Sondern weil wir erleben dürfen, was sie bewirken.

Nero und Fjölvi haben mich gelehrt, genauer hinzusehen.

Nicht nach schnellen Antworten zu suchen.

Sondern Zusammenhänge wahrzunehmen.

Denn manchmal erzählt nicht eine einzelne Geste die Geschichte.

Sondern die Beziehung, in der sie entsteht.

Meine kleine Familie

Nero hat inzwischen eine eigene Herde gefunden.

Für mich wurde er einfach zu groß und zu schwer um ihn richtig Pflegen zu können.

Chester, der kleine wilde Spielkamerad von damals, hat ihn gut erzogen. Heute ist Nero selbst ein souveräner Chef einer zwölfköpfigen Herde.

Die alte Stute ist leider inzwischen nicht mehr bei uns.

Chester und Fjölvi sind nun wieder allein.

Aber sie sind meine kleine Familie.

Die Pferde, mit denen ich mein Leben teile.

Und ich möchte diese Momente nie vergessen, in denen sie mir zeigen:

Manchmal müssen wir Menschen nicht lehren.

Manchmal sind wir diejenigen, die lernen dürfen.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Montag, 24. Februar 2025

So gewinnst du das Vertrauen deines Pferdes




Das Vertrauen deines Pferdes lässt sich nicht einfach über Nacht aufbauen. Es gibt keinen „Knopf“, den du drücken kannst, um sofortige Ergebnisse zu erzielen. Ich wäre die Erste, die dir diesen geheimen Trick verraten würde, denn dann ginge es vielen Pferden und ihren Menschen viel besser.

Das Vertrauen deines Pferdes kann man mit vielen kleinen Elementen festigen. Viele dieser Elemente hast du wahrscheinlich bereits – bewusst oder unbewusst – angewendet. Es ist nicht notwendig, alles richtig zu machen, bevor du das Vertrauen deines Pferdes erlangst. Noch wichtiger ist, dass es ganz einfach ist, das ein oder andere Element (also die Ideen, die du hier findest) in deinen Alltag mit dem Pferd zu integrieren.

Letztendlich ist alles eine Frage des Gefühls, was du bereit bist, deinem Pferd entgegen zu bringen! Wenn du dir regelmäßig ins Gedächtnis rufst, dass dein Pferd ein Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen, Ängsten und einer besonderen Persönlichkeit ist, wird es dir einfacher fallen, die Bedingungen so zu schaffen, dass dein Pferd dir Vertrauen entgegenbringt. Wenn du die Zeit mit deinem Pferd schätzt und den Fokus auf euer gemeinsames Wachstum legst – anstatt nur auf das Erreichen von Zielen – und dir dabei Zeit lässt, werden die gemeinsamen Stunden umso schöner sein!

Um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen, ist es wichtig, dass du versuchst, es wirklich kennenzulernen. Achte darauf, was es ausmacht, was ihm Freude bereitet. Finde heraus, was dein Pferd braucht, wo es sich wohlfühlt und wie du ihm helfen kannst. Gleichzeitig solltest du auch darauf achten, was es nicht mag, oder was es verunsichert.

So kannst du eine bereichernde Beziehung aufbauen, die auf Vertrauen und Respekt basiert. Denk daran, dass egoistisches Handeln und das Ignorieren der Bedürfnisse deines Pferdes das Vertrauen schnell gefährden können. Die gute Nachricht ist: Wenn du ein starkes Vertrauensverhältnis zu deinem Pferd aufbaust, wirst du auch seinen Respekt gewinnen – ganz nebenbei!

Auch in einer respektvollen und freundschaftlichen Beziehung zu deinem Pferd muss einer die Führung übernehmen, um das Wohl aller zu gewährleisten. Ein „Chef“ muss das Sagen haben, den Kurs festlegen und sicherstellen, dass alle in Sicherheit sind und gerne folgen. Er muss auch dafür sorgen, dass jeder am richtigen Platz seine Aufgaben erfüllen kann. Fairness, Motivation und ein angenehmes Umfeld sind dabei unerlässlich. Wenn ein Herden-Chef Druck und Ungerechtigkeit ausübt, wird die Herde Abstand halten und nicht gerne folgen. Das führt uns zu Herausforderungen im Umgang mit Pferden.

Es gibt einige Punkte, die darüber entscheiden, ob und wie stark Vertrauen aufgebaut wird. Bitte verstehe mich nicht falsch! Es bedeutet nicht, dass du all diese Dinge perfekt umsetzen musst, um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen. Es sind lediglich Vorschläge für ein angenehmes Zusammen sein – ein Leitfaden, der dir helfen soll, ein neues Bewusstsein für die Bedürfnisse deines Pferdes zu entwickeln.

Hier sind einige Anregungen:

Um eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zu deinem Pferd aufzubauen, ist es wichtig, auf seine Bedürfnisse und Gefühle einzugehen. An Tagen, an denen du schlecht gelaunt oder aggressiv bist, solltest du deinem Pferd Ruhe gönnen. Triff Entscheidungen, die im besten Interesse deines Pferdes sind, und vermeide es, es in brenzlige Situationen zu bringen. In unvorhersehbaren oder angsteinflößenden Momenten ist es entscheidend, gelassen zu bleiben und in schwierigen Situationen voranzugehen, auch wenn dein Pferd unruhig ist.

Achte darauf, dass dein Pferd beim Fressen in der Herde genug Ruhe und Futter hat. Halte andere Pferde gegebenenfalls fern, um ihm Sicherheit zu geben. Wenn dein Pferd krank ist, reite es nicht, sondern lass es entspannt an der Hand grasen oder gehe mit ihm spazieren. Erkenne seine Ängste und binde es nicht im cross-tying an. Vermeide alles, was Druck oder Schmerzen verursacht, wie unangemessene Ausbinder, schmerzende Gebisse, schlechte oder fehlende Hufbearbeitung oder nicht passende Sättel.

Sei aufmerksam gegenüber Anzeichen von Überforderung oder Krankheit. Wenn dein Pferd, das normalerweise gerne kommt, eines Tages nicht zu dir kommt, hat das einen Grund – finde ihn heraus. Schere dein Pferd nicht, nur weil es für dich bequemer ist, und reite es nicht, wenn es nass ist. Reite es trocken, wenn es durch das Reiten geschwitzt hat. Verlange nur das, was es momentan versteht und leisten kann, und lobe es in seinem Sinne.

Zwinge dein Pferd nicht in angsteinflößende Situationen und lasse nicht zu, dass andere Menschen ihm schaden. Wenn es in die Klinik muss, bleibe bei ihm, bis es sediert ist, oder besuche es, damit es in Ruhe fressen kann, sollte es dort sein Futter nicht anrühren. Bereite es auf unangenehme Dinge wie Zahnarzt oder Tierarzt vor. Zwinge es nicht „mal schnell“ in den Anhänger, sondern übe dies vorher gut indem du es auf enge Bereiche und andere Untergründe vorbereitest. Achte darauf, dass deine Stute bei einem Decksprung nicht gefesselt wird und lasse sie ihr Fohlen in Ruhe zur Welt bringen.

Respektiere die Bedürfnisse deines Pferdes und zeige ihm, dass deine Berührungen angenehm sind. Achte darauf, dass es sich nicht aus Angst oder Unsicherheit abwendet. Schule dein Auge um zu erkennen, wenn es Schmerzen hat, und stelle sicher, dass es nicht unter Juckreiz leidet, ohne behandelt zu werden, bevor du eine Decke auflegst. Verlange keine Leistungen, die es nicht erbringen kann, und lasse es nicht über unwegsamen Boden laufen, wenn seine Hufe nicht darauf vorbereitet sind.

Biete deinem Pferd so viel Auslauf und Herdenkontakt wie möglich, aber stelle sicher, dass empfindliche, alte oder kranke Tiere nicht in eine stressige Offenstallhaltung gezwungen werden, sondern Rückzugsmöglichkeiten haben. Verbringe Zeit mit deinem Pferd, ohne etwas von ihm zu verlangen und spiele mit ihm. Freue dich über seine Fortschritte und entwickle Zuneigung, auch wenn es noch problematisch ist.

Scheuche dein Pferd nicht im Roundpen, um es zu dominieren, und sei bereit, einen Stallwechsel in Kauf zu nehmen, wenn dies für euch beide entspannender ist. Denke daran, die Gesundheit deines Pferdes zu erhalten, bevor Krankheiten auftreten.

Pferde haben ein feines Gespür dafür, ob wir ehrlich und fürsorglich mit ihnen umgehen und für ihr Wohl besorgt sind. Sie sind erstaunlich geduldig und bereit zu verzeihen, solange wir bereit sind, unsere Fehler zu erkennen und unser Verhalten zu ändern, auch wenn wir aus Unwissenheit nicht von Anfang an die perfekte Leitung unserer kleinen Herde übernehmen können. Lasse dich mit Freude und Zuversicht auf einen Weg ein, der zu einer erfüllten Beziehung mit deinem Pferd führt.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen, sondern Menschen, die bereit sind hinzuschauen und zu verstehen. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 
vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.


Lisa Peters: pferde.24-hs.de

Montag, 11. September 2023

Das Ding mit der Freiwilligkeit bei Pferden - Was ist die letzte Konsequenz?



Ich habe da einen schönen Artikel gefunden, über den Umgang mit der Freiwilligkeit bei der Zusammenarbeit mit Pferden von Tanja von Salzen-Märkert


Ich möchte gern den Kommentar, den sie am 29. August 2023 auf Facebook geteilt hat hier zittieren, ich kann leider keinen Link dazu setzen. Der Artikel ist toll geschrieben und regt zum Nachdenken an. 

Zitat:

Seien wir ehrlich!
Das Ding mit der Freiwilligkeit ist für die meisten ein zweischneidiges Schwert...
- früher oder später fordert das Denken der TOTALEN FREIWILLIGKEIT ihren Tribut! Darauf sollte man/frau vorbereitet sein...
Ich komme gerade von einer sympathischen und was Pferde, ihre Versorgung und Haltung betrifft, fachkundigen jungen Frau, die ihr erstes eigenes Pferd ausbildet.
Sie hat es bereits als Fohlen gekauft und zu sich auf den heimischen Paddock geholt.
Dort lebte es in den vergangenen Jahren mit 4 Stunden Weidegang täglich in einer kleinen Gruppe mit 4 sehr gut zueinander passenden Pferden. Die Herde ist sehr harmonisch, es gibt nur ganz selten Auseinandersetzungen. Es herrscht Frieden und es fühlt sich an wie ein Ort, um aufzutanken...BEI DEN PFERDEN...
Es gibt diese 4 Stunden Weidegang pro Tag, daneben Heu/Stroh-Mix ad libitum, täglich ein paar Mineralbricks und das Rundum-Sorglos-Paket aller erdenklicher Fürsorge.
Selbstverständlich hat die junge Frau versucht, alles harmonisch und fair in die Wege zu leiten in puncto Zusammenarbeit. Schliesslich "soll das Reiten später Freude und nicht Zwang sein", so ihre sehr löbliche Denke.
Sie schulte im täglichen Umgang
- Kooperation,
- "eigenständiges" Denken (in dem Rahmen, in dem es
überhaupt etwas zu denken gibt),
- prompte Reaktionen auf Druck und körperliche Ansprache
- sie kann ihr Pferd selbstverständlich überall berühren, ab- und einsprühen, manövrieren,
- sie kann frei aufsitzen während es frisst und oben alle möglichen Bewegungen machen, ohne dass es sich erschreckt oder ängstigt.
- es allein auf einen Transporter verladen, hinein - und nach einer Pause sicher wieder heraus.
All das wurde immer und stets im Alltag gewissenhaft eingebaut, so, wie es sich ergab - und auch nur, wenn es einen Anlass dazu gab und sich die Situation förmlich anbot. Sie wollte ihren geliebten Chat niemals überfordern - das war ihr Versprechen ihm gegenüber. Alles sollte möglichst harmonisch und freiwillig ablaufen. Sie wollte, dass sie Freunde seien... Wahrhaftige Freunde, die die Freude des Lebens miteinander teilen würden...
Nun, in diesem Jahr ist Chat 5jährig und ein ausgewachsener Bursche.
Und es stellt sich heraus: gross ist er geworden!
Körperlich UND in seinem Selbstbewusstsein.
Er ist stark, klar, eindeutig, führt die Herde wie kein zweiter nur mit Mimik und seinem Ohrenspiel... Alle Pferde scheinen ihn zu mögen UND haben gleichzeitig Respekt vor ihm... Er ist muskulös und eine wahrhaftige Erscheinung. An Hormonen scheint es ihm trotz Kastration nicht zu mangeln - ein Hingucker!
Er hat in der Vergangenheit wie einst versprochen erlebt, dass er IMMER mitentscheiden durfte:
- ob er heute einen Sattel ausprobieren möchte, oder nicht.
- Ober JETZT die Hufe geben möchte - oder erst später.
- Ob er diesen Hufschmied möchte - oder einen anderen.
- Ob er sich JETZT an den Aufstieg stellt, so dass seine Halterin aufsteigen kann, oder nicht...
- und wann sie wieder dorthin transportiert wird, um abzusteigen (für gewöhnlich nach 2,5 Runden in der kleinen Halle am Paddock).
Und mit wachsender Erfahrung hat Chat sich jetzt ausgedacht, dass er - wenn er schon die Wahl hat - keine Lust mehr auf das alles hat. Freiwillig nutzt er seinen ihm eröffneten Raum und frei und willig gemäß seiner Tagesverfassung zu entscheiden...
Das hat er nicht nur über die Tierkommunikation mitgeteilt, sondern auch körpersprachlich mit reger Dynamik und deutlichem Ausdruck.
Die neue Frei-Willig-Keit wird jetzt von Chat höchstpersönlich eingefordert:
- Er mag keine Trense mehr anziehen (erst gab es darüber einige Diskussionen, weil mit 4 1/2 nochmal Zähne kamen - jetzt hat er entschieden: Es bleibt dabei - KEINE TRENSE ).
- Dann hat er entschieden, die Herde, in der er seiner Meinung nach so dringend gebraut wird, nicht mehr zu verlassen,
- dann gab er die Hinterhufe nicht mehr ohne grösseren Aufstand,
- nun gibt er gar keine Hufe mehr, ohne zu Schnappen,
- die Halle und das Stellen an den Aufstieg wird teils verweigert - auf freiwilliges an den Aufstieg stellen kann man lange warten - tt er nicht mehr,...
- und in den Anhänger geht er auch nicht mehr, da er sich gar nicht mehr vom Paddock bewegen lässt.
"WIESO das alles, obwohl es NIE eine negative Situation, einen Unfall oder etwas anderes Beeindruckendes gab???", ist die Frage, mit der mich die Halterin anrief.
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: man brachte ihm bei, auf seine Natur zu hören - und das tut er jetzt.
Das ist doch gut - oder nicht?
Darum ist man doch nie konsequent gewesen - um IHN nicht zu beschneiden - oder?!
Was anderes hätte er daraus lernen sollen oder gar können, wenn nicht "die eigene Wahl und Kraft zur Mitentscheidung zu haben"?!
***
Viele meiner Kundinnen stehen an diesem Punkt und befinden sich in einer Sackgasse.
Nimmt man die Scheuklappen von den Augen, zeigt sich, dass diese Sackgasse aus versehen selbst gemacht ist... an wichtigen Schlüsselmomenten nicht weit genug gedacht...
Besonders schlimm ist es für Pferde, die für JEDE eingene Entscheidung auch noch Leckeres verabreicht bekamen... Das hiess nämlich, die eigene Entscheidung hat einen XXL-Wert!
Und das merken sie sich selbstverständlich.
Ist doch gut - oder? Oder wofür sonst kam die Leckerei ???
***
Ich stand selbst dreimal mit eigenen Pferden an dieser Schwelle.
> Den einen hatte ich aus solch einer Freiheitserziehung übernommen, bevor er seiner Besitzerin wohlmöglich noch zu töten versuchte. Nachdem sein freier Wille und demzufolge sein Freiheitsdrang auch bei uns auf dem Hof mit viel Platz nicht in der Form möglich war, wie das, wohin er hineingezogen/erzogen wurde, landete in einer grossen Depression. Die einzige Heilung damals schien: ihn frei zu lassen.
... Er musste eines Tages erlöst werden. Gefangenschaft und Weisungen im Alltag hielt er nicht mehr aus.
> eine weitere Stute konnte das mit dem Reiten für sich nicht mit-(er)-tragen und ist das Bodenarbeitspferd bei einer Freundin gewordener, der es nie in den Sinn kam, sich auf ein solches Pferd zu setzen
> meiner jetzigen Stute steht es frei, geritten zu werden oder nicht. Und sie hat Glück: denn ICH bin jetzt die, die sich die Freiheit nimmt, das nicht mehr zu wollen!
Sie liebt ihre Freiheit sehr und geniesst ihr Leben.
Zu meinem Bedauern reitet sie aber gerne aus. > Wir haben also nach einer leichteren Frau als mich gesucht, um ihr diesen Genuss zu ermöglichen.
Und manchmal, wenn sie zart und betörend, fast etwas aufdringlich genug ist, schafft sie es, MICH zu überzeugen, auf ihren Rücken aufzusteigen. Sie transportiert mich dann, als wäre ich ihr Schatz und passt wunderbar auf, dass ich mir den Rücken nicht erneut wehtue...
Und dann ist es da, das Gefühl vollendeter Zusammenkunft.
Was ich damit sagen will: es gibt diese Pferde, die sich gerne reiten lassen. Oder die, die einen mitnehmen, weil man der Schlüssel für das Öffnen der Pforte in Menschengestalt ist, was wiederum einen Ausflug in die Natur und die Weite bedeutet...
Jedoch entscheiden die meisten Pferde, die ich kenne, sich für
- das Leben mit den Artgenossen,
- das Bleiben in der Herde,
- das Übernehmen einer Position innerhalb der Gruppe, die sie nicht sich selbst überlassen wollen
- die vollkommene Entscheidungsfreiheit
- jederzeitiges Umentscheiden (Was wirklich sehr gefährlich werden kann)
...vor allem, wenn bis dahin ALLES FREI UND WILLIG WAR!
Wer also ein Reitpferd haben möchte, für den ist es unumgänglich, seinem Pferd in Sachen Frustrationstoleranz zu schulen und es somit MENSCHEN-KONTEXT-ALLTAGSTAUGLICH zu erhalten.
Ansonsten hat man nämlich nicht zu einem Partner herausgebildet, sondern für einen dopamin- und erfolgsverwöhnten Junkie, dessen Wohlgefühl abhängig ist von der eigenen Wahl; dem Erfolg. Die Sucht (=Suche nach Erfolg und Depression liegen nah beieinander).
Nimmt man ihm dann die Wahl, kann er nur wütend oder traurig werden.
Einige werden Furien, andere depressiv und krank ->>> es sei denn, ihr habt die Wahl sie freizulassen!
Und ob das dann das ist, was sie sich ersehnten, stelle ich mal arg in Frage - denn : SIE KÖNNEN KEINE VORSTELLUNG DAVON HABEN, WIE SCHWIERIG ES HIER IST, 365 TAGE WILDPFERD ZU SEIN... Darauf sind die meisten von ihnen weder vorbereitet noch reif genug. Auch hatten sie keine Vorbilder...
Fazit: Ich kenne aktuell mehr Pferde, die sich nach Freiheit und Auswilderung sehnen, denn je....
...und unter Umständen hat das mehr mit uns und unserem Gefühl zu tun, gefangen zu sein (in sich selbst, innerhalb der Gesellschaft...), als mit ihrem...
Wenn das die Wahl unserer Pferde ist (und nicht unsere provozierte projektionsorientierte Erziehung von dem, was wir uns selbst für UNS wünschen), dann sollten wir darüber nachdenken, wie das umsetzbar ist: diese
NEUE PFERDEWELT!
P.S. Es gibt übrigens genügend Wildpferdeprojekte, bei denen man Patin eines betreuten, aber halb-wilden Pferdes sein kann. Ich halte das für einen schönen Anfang!!!
Bei allem, was ihr tut oder entscheidet, denkt bitte daran: es geht AUCH UM EUCH! Und es geht um einen praktikablen Weg ...
Ich kenne nur wenige, die glücklich sind, ein Wildpferd zu supporten.
Was für mich grösster Wunsch und Ziel ist, ist noch lange nicht für jede/n ein Vergnügen!!!
Ein Ausschnitt meiner täglichen Arbeit und zum Nachdenken - nicht zum Diskutieren gedacht....
Be. Das Projekt. Bist Du selbst!

Tanja von Salzen-Märkert 

Zitat Ende"

 
Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Sonntag, 13. März 2022

Pferdemist ein nützliches Abfallprodukt?


Ein interessanter Artikel darüber ist in der Pferderevue.at erschienen.
Es ist durchaus möglich Pferdemist zu verbrennen und als Heizenergie zu nutzen:

Ein Artikel von red. Pferderevue | 20.12.2010
Pferdemist als Brennstoff? Wir zeigen Ihnen, wie's geht.Die Idee, Pferdemist als Heizmaterial zu verwenden, ist nicht neu – doch bisher fehlte es an exakten Daten, die solches in der Praxis auch problemlos erlauben würden. Nun wurde der Brennstoff Pferdemist eingehend untersucht – mit dem Fazit: unter gewissen Bedingungen kann er wertvoller Biomassebrennstoff sein.

Doch man kann den Mist nicht einfach so im Kamin verbrennen. Verschiedene Inhaltstoffe verpesten nicht nur die Umwelt, sondern können sich auch an den Ofenwänden ablagern und den Ofen somit unbrauchbar machen. Der Mist muss aufbereitet, getrocknet oder vermischt werden um ihn gefahrlos als Energielieferant nutzen zu können.

In der Jahresenergiebilanz entspricht der Mist von zehn Pferden (angenommen: 50 kg Feuchtware/Tag und Pferd = 25 kg Trockenmist je Pferd) 30.000 Liter Heizöl, ein Pferd kann einen Haushalt mit 24.000 kWh/Jahr versorgen, was 2.400 Liter Heizöl enstpricht. Die CO2-Einsparung je Pferd beträgt bei Ganzjahresbestallung fünf Tonnen (Quelle: RTS). 
Den ganzen Artikel finden Sie hier:
https://www.pferderevue.at/magazin/haltung_fuetterung/2010/12/lizenz_zum_brennen.html

Die-Glocke.de hat einen Beitrag zur Gesetzgebung in Deutschland geteilt, im Jahre 2020: Warendorf - FN will Pferdemist verbrennen und tonnenweise CO2 einsparen.
https://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/warendorf-fn-will-pferdemist-verbrennen-1624314124

Cavallo hat einen Artikel 2019 veröffentlicht zum Thema Biogasanlage, hier kann richtig Geld verdient werden. Lesen Sie hier ein Beispiel von einem Bauern aus Bayern:

Offenstallkonzepte.com beschreibt mehrere Möglichkeiten den Mist wirtschaftlich zu nutzen:

Und hier noch Untersuchungen zur Eignung von Pferdemist als Biomassebrennstoff der Technischen Universität München 

Die Firma Bioflamme.de sagt: Verheizen Sie doch Ihren Mist:

Fördervoraussetzungen im Programm Heizen mit erneuerbaren Energien https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Foerdervoraussetzungen/foerdervoraussetzungen_node.html  Dabei kann auch eine Öl-Austauschprämie gewährt werden, wenn im Gebäudebestand eine mit Öl betriebene Heizungsanlage außer Betrieb genommen und gleichzeitig eine förderfähige Biomasseanlage, förderfähige Wärmepumpenanlage oder förderfähige Gas-Hybridheizung installiert wird.

Eine Liste der aktuell zugelassenen Brennstoffe finden Sie hier: Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes *) (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1. BImSchV) § 3 Brennstoffe

Interessant auch ein kleiner youtube Beitrag über Pellets aus Pferdemist

Ein interessanter Artikel über die Verbrennung von Pferdemist ist auch in englischer Sprache erschienen in 2004: 

Montag, 9. April 2018

13 Ways to Establish and Confirm Leadership



Straightness Training is most effective when the horse sees you as a leader, because as a result, your horse will follow you, respect you, trust you, feel safe and he will be willing and cooperative.

Read this verry nice article from Marijke de Jong here:

http://straightnesstraining.com/the-rider/horsemanship/be-the-leader-with-your-horse/


Besuchen Sie auch unsere Website: www.pferde.24-hs.de


Freitag, 29. Dezember 2017

Polysaccharid-Speicher-Myopathie kurz PSSM - Ein Gendefekt, den jedes Pferd treffen kann.


Polysaccharid-Speicher-Myopathie, kurz PSSM genannt, ist ein erblicher Stoffwechsel-Gendefekt bei Pferden. Fälschlicherweise wird oft gesagt, ein Pferd ist an PSSM erkrankt, wenn es Symptome zeigt, die diesem Gendefekt zugeordnet werden. Es ist aber keine Erkrankung daran möglich, sondern es können sich bei falscher Haltung oder falscher Beanspruchung erst Symptome bilden, die nur bei Pferden auftreten können, die diesen Gendefekt haben.

PSSM betrifft den Glykogen-Speicher und ist in verschiedenen 
Pferdezuchten verbreitet. Betroffene Tiere vererben den Gen-Defekt daher weiter, der oft fälschlicherweise als Krankheit beschrieben wird.

Durch die veränderte Zuckerspeicherung müssen diese Tiere optimal gehalten werden um nicht krank zu werden:
Gutes Heu, abgestimmte Mineralien, viel und konstante Bewegung, nach Möglichkeit kein Stress. 
Zum Leistungssport sind solche Pferde nicht gut geeignet, eher für den gemütlichen Freizeitsport, denn durch die veränderte Zuckerspeicherung kann über Energie nicht plötzlich verfügt werden, sondern Bewegung sollte langsam gesteigert werden, damit die Muskeln Zeit haben sich Energie zu holen. Verbraucht das Pferd plötzlich viel Energie, zum Beispiel beim Lostoben auf der Weide, fehlt plötzlich Energie und das Pferd reagiert mit Steifheit, Muskelzittern, Schwitzen usw, was oft als Kreuzverschlag diagnostiziert wird. Durch einen Bluttest kann man die Schwere des sogenannten "Schubes" feststellen und entsprechend reagieren.
Es kann sein, dass ein Pferd jahrelang keine Symptome zeigt und im Alter tritt plötzlich ein Schub auf, weil sich für das Pferd eine dauerhafte Fehlernährung und falsche Haltung erst später auswirken kann.

Der Gendeffekt PSSM betrifft vor allem Pferde muskulöser Rassen wie Quarter Horse und Paint Horse aber auch Haflinger und Kaltblüter, Appaloosas, aber auch Warmblüter und Ponys. 

Für die Vererbung von PSSM gibt es drei mögliche Genotypen:


1. Genotyp N/N: Dieses Pferd trägt die Mutation nicht und wird nicht an PSSM Typ I erkranken. Es kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.
2. Genotyp N/PSSM: Dieses Pferd trägt eine Kopie des mutierten Gens und hat ein hohes Risiko das sich PSSM Typ I irgendwann im Leben des Pferdes bemerkbar macht. Es wird die Mutation zu 50 % an seine Nachkommen weitergeben.
3. Genotyp PSSM/PSSM: Dieses Pferd trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko dass sich PSSM Typ 1 bemerkbar macht. Es wird die Mutation zu 100 % an seine Nachkommen weitergeben. 
PSSM wird autosomal-dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Allel (Genotyp N/PSSM) zu diesem Gendefekt führt. Die Schwere nimmt zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Allele besitzt (Genotyp PSSM/PSSM).
Durch das zusätzliche Vorliegen der Equinen Malignen Hyperthermie (EMH) kann die Symptomatik des PSSM-Gendefektes verstärkt werden.
Symptome bei PSSM/EPSM Pferden und vieles mehr zu PSSM finden Sie bei Simone Förster-Schüring und auf Iher Internetseite: dai-sho dan.de

PSSM 1 lässt sich leicht per Labortest nachweisen. „Dazu benötigen wir entweder eine vom Tierarzt gezogene Blutprobe mit dem Gerinnungs-hemmer EDTA oder 20 bis 30 Haare aus Mähne oder Schweif samt Haarwurzel“, sagt Bärbel Gunreben von Laboklin in Bad Kissingen/Bayern.

Das Kompetenzzentrum Pferd Baden-Württemberg hat zu dem Thema PSSM ein Merkblatt herausgegeben 


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Donnerstag, 28. Dezember 2017

Wie sehr stinken Pferde? Sachverständigen-Gutachten belegt die geringe Geruchsbelästigung im Vergleich zu Rindern und Geflügel



Laut einer Untersuchung jedenfalls weniger als viele andere Tiere.
Für tierhaltende Betriebe kann diese Untersuchung entscheidend für Genehmigungen sein. Jetzt haben auch Gerichte im Streitfall wissenschaftlich fundierte Fakten, auf die sie sich beziehen können. 


Es gibt eine Onlinepublikation, in der ein sehr umfangreicher Text nachzulesen ist.


Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt ein Sachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben, um die Gerüche der Tiere zu untersuchen. An rund zwei Milchviehbetrieben, vier Mastbullenbetrieben und drei Pferdehaltungen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bewerteten Probanden die Gerüche. Im Abstand von 0 Meter bis 130 Meter bewerteten sie, wie weit sie die Gerüche der Tiere riechen konnten. Dabei spielten verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel die Windgeschwindigkeit, eine Rolle.

Im Vergleich zu den Gerüchen der anderen Tiere haben Pferde eine deutlich geringere Geruchsbelastung als Rinder. Der Grund bezieht sich auf die Haltungsform, wie die regelmäßige Stallpflege und die Futtersorte. Der Geruch von Pferden gilt demnach als angenehmer. Bei Milchvieh und Mastbullen empfanden die Probanden den Geruch eher als lästig und unangenehm, weil sie die Gerüche intensiver wahrgenommen hatten. Im Verzeichnis der Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) sind Pferde mit einem geringen Gewichtungsfaktor von 0,5 aufgenommen. Geflügel hingegen hat einen Wert mit dem Faktor 1,5 erhalten und Schweine wurden in der Tabelle mit dem Faktor 0,75 aufgelistet.

Zusammenfassung: An insgesamt zwei Milchviehbetrieben, vier Mastbullenbetrieben und drei Pferdehaltungen in Bayern, BadenWürttemberg und Nordrhein-Westfalen wurden Geruchsqualitäten über Polaritätenprofile, Hedonik und Geruchsintensitäten ermittelt. Insgesamt konnten 648 Polaritätenprofile ausgewertet werden. Über die Hedonik, Intensität und Polaritätenprofile wurden die Gerüche an der Quelle, quellnah und quellfern, d. h. im Abstand zwischen 0 und 130 m zu den Ställen erfasst und bewertet. Die Ergebnisse der Intensität zeigen für diese Gerüche aus offenen und gut belüfteten Ställen eher eine geringe Reichweite, wobei häufig geringe Windgeschwindigkeiten bei den Erhebungen vorlagen. An einem Mastbullen- und einem Milchviehstall wurden an je zwei Tagen Fahnenbegehungen durchgeführt. Die beiden Fahnenbegehungen beim Mastbullenstall ergaben eine max. Fahnenreichweite von ca. 150 m (Windgeschwindigkeiten bis 2,9 m/s) und am Milchviehstall ergaben sich Fahnenreichweiten von max. ca. 140 bis 160 m (Windgeschwindigkeiten max. 4,3 m/s). Die Fahnenreichweiten lagen bei geringeren Windgeschwindigkeiten z. T. auch unter 100 m. Die Silagequalität wurde im Rahmen der Laboranalysen mit Ausnahme einiger Grassilagen überwiegend mit gut bis sehr gut bewertet, sodass hier kein negativer Einfluss auf die Bewertung der Stallgerüche abgeleitet werden kann. Es hat sich gezeigt, dass in der Phase der Fütterung mit Silage im Stall höhere Geruchsemissionen auftreten können, die kurzzeitig zu größeren Reichweiten der Geruchsfahne führen. Die emittierten Gerüche der Mastbullen- und Milchviehställe wurden mit der Methode der Polaritätenprofile sehr ähnlich bewertet. D. h. beim Vergleich der Polaritätenprofile für Mastbullen- und Milchviehställe ergab sich ein Korrelationskoeffizient von 0,98. Der Pferdestallgeruch (ohne Mistlager) weist im Vergleich zu den anderen Gerüchen eine deutlich höhere Korrelation zum Duftprofil und eine deutlich geringere Korrelation zum Gestankprofil auf. Dies ist bedingt durch die Haltungsform, wie tägliches Entmisten, gute Durchlüftung des Stalls und Art des Futters. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die tierartspezifischen Gewichtungsfaktoren für Milchvieh auch für Mastbullen und Pferde (ohne Mistlager) herangezogen werden können. Im Rahmen des GIRL Expertengremiums wurde daher beschlossen, im Zuge der Überarbeitung der GIRL, für die Tierarten Mastbullen und Pferde (ohne Mistlager) den tierartspezifischen Gewichtungsfaktor von 0,5 aufzunehmen.



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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Schlachtfohlen ... warum ... wie kann ich helfen?

Ein Fohlen beim Metzger

Wir PferdeliebhaberInnen würden natürlich nie Pferdefleisch essen.

Woanders gilt ein Pferd genausoviel wie ein Schwein, Rind, Schaf, Federvieh oder auch die Jungtiere der Spezies oder deren Absonderungen wie Milch und Eier zum Verzehr geeignet.

Leider werden auch Pferde, die zum Rasseerhalt gezüchtet und sogar subventioniert werden, geschlachtet.

Gerade jetzt im Herbst wird es sehr eng für die Pferde, die von der Alm herunter müssen, weil die Mütter in den Stall kommen, dort ist kein Platz mehr.

Es setzen sich viele Organisationen oder Privatleute für die Vermittlung von Schlachtfohlen ein. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob es hilfreich ist, so ein Fohlen frei zu kaufen, oder nicht, was im Übrigen nicht billiger wird dadurch. Tatsache ist aber, dass egal ob Rettung oder Schlachter, immer genausoviel Fohlen gezüchtet werden, weil die Nachfrage beim Schlachter immer da ist, wenn nicht bei uns, dann in Italien, oder sonst wo.
Es hat keinen Einfluß darauf, ob wir eins retten oder nicht, Fohlen werden trotzdem gezüchtet, schon allein, weil eins mindestens 500 Euro Prämie bringt.
Dazu der Preis vom Schlachter, dann stimmt die Kasse.

Aber retten wir ein Fohlen, so macht es für dieses eine den Unterschied aus. Dieses lebt und wird ein tolles Pferd. Sie sind ohne Mängel, sind einfach zuviel, übrig, sozusagen. Einige können regulär verkauft werden, die anderen landen beim Schlachter.

Wir haben so ein Fohlen gerettet.
Wer es möchte, kann sich die Entwicklung und Eingewöhung des Fohlens in die Herde ansehen auf unserem Videokanal:
Pferde Blog zur Fohlenrettung

Wer sich dafür interessiert ebenfalls ein Fohlen zu retten, bitte einfach mal googlen unter Schlachtfohlenrettung, Pferderettung usw. es gibt auch diverse Gruppen auf Facebook.
In manchen Gruppen wird gesammelt, um Spenden gebeten, damit die Pferde nicht mehr so teuer sind und sich doch noch der ein oder andere für einen Kauf entscheidet.

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Thema Vertrauensaufbau

Hier steigt ein Fohlen beim Spiel den Herdenchef an, dieser bleibt ganz gelassen.

Wenn wir mit unserem Pferd arbeiten wünschen wir uns, dass es willig unseren Aufforderungen nach kommt.
Einige Horsemanship Trainer lehren uns, dass wir unser Verhalten, unsere Aufforderung nun verstärken müssen, in sogenannten Phasen, bis zum Erfolg der Übung.

Ich habe eine ganz andere Erfahrung gemacht, als die, dass eine Verstärkung immer das Mittel der Wahl ist. Manchmal müsste man da ziemlich grob werden... ob das Pferd nun nicht will, oder nicht kann, können wir meist gerade nicht genau abschätzen.

Ein Beispiel:
Wir fordern das Pferd auf, rückwärts zu laufen. Das Pferd bleibt stehen.
Woran kann das liegen? An vielen verschiedenen Dingen.
1. Das Pferd hat Angst rückwärts zu laufen, weil es nicht abschätzen kann, ob es gefährlich ist. Es sieht uns in dem Moment nicht als ranghöher und vertraut uns nicht.

2. Das Pferd sieht sich selber als ranghoch und sieht einfach keine Veranlassung dazu unserer Aufforderung zu folgen.

Ist im Prinzip ist es das gleiche Resultat, aber einmal aus Angst gehandelt und einmal widersätzlich. Wenn ich nun meine Aktivität verstärke, in dem ich zuerst sanft am Führseil wackele und ihm später das Seil um die Ohren schlage, wobei das ziemlich schmerzhaft sein kann, auch Verletzungen zur Folge haben kann, körperlich oder seelisch, oder eine andere Taktik wähle, die beim Pferd zuerst das Vertrauen aufbaut ist ein ziemlicher Unterschied.

Das heißt, z. B. wenn mein Pferd nicht antreten möchte auf meine Aufforderung hin, bin ich dabei ja erstmal in einer neutralen, wohlwollenden Position am vorderen Ende der Führleine. Ich fordere es auf nach hinten anzutreten und es bleibt stehen.
Werde ich nun grob, reagiert das Pferd aus Angst und Schmerz vielleicht doch noch, verliert aber seine freundliche Zuneigung zu mir, weil es mich als sehr dominant und rabiat kennen lernt, es reagiert nur darauf, dass es gezwungen wird, weil es sozusagen für sein Verhalten auf die ein oder andere Art bestraft wird.

Ändere ich nun mein Verhalten kann ich es auf eine andere Art später nochmal versuchen. Es wird eher noch meine Beziehung stärken und aufbauen, wenn ich (als der Klügere) ihm zuerst mal zu erkennen gebe, dass ich sehr wohl weiß, was ich will, ihm die Sicherheit gebe, ein guter Führer unserer Zweierherde zu sein und es vertrauensvoll und willig meiner Aufforderung nachkommen lassen kann.

Dazu stehen mir verschiedene Mittel zur Verfügung.
Ich beweise ihm mit sehr einfachen Mitteln, dass ich mehr zu sagen habe als das Pferd.
Z. B.
1. mit einer Futterbelohnung. Diese bekommt es erst zu Fressen nach meiner Aufforderung, auch wenn diese in der Herde unter Pferden natürlich nicht praktiziert wird. Aber dafür bin ich eben diejenige, die darauf besteht, ihr Futter zu verteidigen und nur zuzuteilen, wenn ich möchte. Manchmal kann das ein großer Anreiz für ein Pferd sein. Manchmal jedoch kontraproduktiv, falls ein Pferd keinen Respekt gelernt hat, mir gegenüber. Dann muss ich abwägen, ob es besser ist, die Futterbelohnung voerst weg zu lassen, eventuell auch nur vorübergehend und ihm dann später beizubringen, es bekommt Futter, wenn ich das möchte, so wie ein Lob mit Stimme, oder Streicheleinheiten. Ich wähle aber gern die Futterbelohnung in Verbindung mit einer Aufforderung zum Fressen, weil ich dann in meiner Offenstallherde beim Füttern des Mineralfutters täglich keine Rangeleien habe, sondern brav abwartende Pferde. Über Futterlob habe ich auch einen separaten Artikel geschrieben, auf den ich gern hinweise.
2.  ich verhalte mich ranghoch in dem ich schon bei Führen voraus laufe, darauf achte, mich nicht von ihm treiben zu lassen indem ich von ihm verlange, dass es einen gewissen Abstand von mir einhält, oder schicke es am langen Seil voraus und bestimme Tempo und Richtung von hinten
3. ich beginne jeweils mit Veränderungen, wie Fellpflege, Hufe auskratzen usw. das heißt, ich fange an, fasse zuerst das Pferd an, anstatt mich berühren zu lassen, bin immer diejenige, welche etwas initiiert
4. ich lasse seine Hinterhand weichen
5. ich ändere das Tempo beim Führen 
6. ich bestimme, wann wir stehen bleiben
7. ich lobe für bestimmtes Verhalten mit meiner Stimme, Streicheln, oder Futter
usw.
Wenn ich genug Vertrauen aufgebaut habe und den Respekt des Pferdes erlangt habe, muss ich nicht mehr grob werden, sondern das Pferd wird meinen Aufforderungen williger folgen, weil es gelernt hat, dass es sich einer souveränen Führung besser anschließt, da es für sein Leben von Vorteil ist und weniger Stress bedeutet, denn der Herdenchef ist ja auch für seine Sicherheit zuständig. Es wird sich bei mir wohl fühlen und mir freiwillig Folge leisten.

In einer freundschaftlichen Beziehung unter Pferden sind die Rollen auch mal vertauscht. Das heißt z. B. beim Spiel, da darf auch der rangniedrige dann mal zuerst anknabbern, oder ansteigen...
trotzdem ändert das nichts am Respekt des Rangniedrigen, wenn es darauf ankommt. Da muss ich natürlich als Mensch Grenzen setzen, ich bin einfach kein Pferd. Aber als Ranghöhere kann ich ja bestimmen, wie weit ich etwas dulde und wann Schluß ist.

Zu natürlichem Pferdeverhalten kann ich auch einen schönen Videoblog empfehlen von dem Tierfilmer Marc Lubetzki
und einem Video, in dem ein Fohlen von der Mutter aufgefordert wird aufzustehen:
https://www.youtube.com/watch?v=HpGvMagYBIY
Er berichtet in seinen Blogs vom Pferdeverhalten einer Herde von Wildpferden.


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Mittwoch, 13. Juli 2016

Wie wirkt Druck beim Pferd? - Können wir es auch als Anlehnung verstehen, oder das Versprechen zu bleiben?


"Philosophisch gesprochen, bedeutet Druck für mich, das Versprechen zu bleiben, nicht zu gehen, für den anderen da zu sein und einander zu spüren. Für mich ist die Art, wie der Druck entsteht, das, woran wir gute Pferdemenschen von schlechten unterscheiden können: aggressiv und sich durchsetzend versus wohlwollend, liebevoll und bereit, in Kommunikation zu treten."

sagt Anja Morstatt, von lehrmeister-pferd.blogspot.de
die ich hier gern zittiere.

Das war ja mal so richtig nötig, gesagt zu werden, finde ich. Ein wunderschöner Artikel über Druck, der auch beim Streicheln entsteht, Anlehnung und Geborgenheit. Einfach lesenswert.

Zu dem Artikel geht es hier: Was bedeutet Druck für dich und dein Pferd?



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Donnerstag, 26. November 2015

Equikinetic, die Trainingsmethoden von Michael Geitner - gut beschrieben

Von der Basisarbeit bis zum Muskelaufbau und der Balance. Das Training soll das Pferd sozusagen von A bis Z trainieren.

Vom „Wer bewegt wen“ hängt sämtliche Kommunikation zwischen Pferd und Mensch ab. Die Basisarbeit beruht auf den Hierarchien und der Kommunikation der Pferde untereinander in der Herde.

Michael Geitner geht vom Herdenleben und den ausgeprägten Sinnen des Pferdes aus:
In jeder Herde sind es immer die Stuten, die die Chefposition haben.
Es gibt in jeder Herde in aller Regel auch einen geschlechtsreifen Hengst.
Die Junghengste werden vertrieben, sobald sie geschlechtsreif sind und leben dann in Junggesellenherden bis sie wiederum älteren Hengsten die Stuten abjagen und eine eigene Herde gründen
In der Wildnis ist die Leitstute und auch die ganze Herde davon getrieben die nächste Wasserstelle und den nächsten Futterplatz zu finden, sicher durch die Natur zu kommen ohne gefressen oder gejagt zu werden
Bei den domestizierten Pferden stehen Futter und Wasser in aller Regel zur Verfügung, deswegen spielen sie Michael Geitner zufolge viel stärker das Spiel des „Wer bewegt wen“ untereinander und dann in letzter Instanz auch mit uns Menschen.

Wir können kein besseres Pferd sein, aber wir können das Spiel: Wer bewegt wen, gut mit ihnen spielen.

Lesen Sie den ganzen Artikel hier:
http://pferdefluester.staging.wpengine.com/equiday-geitner-equiplace/

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Donnerstag, 15. Oktober 2015

Spazieren gehen mit dem Pferd, die Grundvoraussetzung für die Sicherheit im Gelände

Was denkt das Pferd, wenn es mit uns spazieren geht?
Ist das da hinter dem Busch ein Berglöwe? Das könnte mich das Leben kosten..
wie können wir uns dabei verhalten?
Wenn wir ruhig weiter gehen und haben das Vertrauen des Pferdes schon im Vorfeld gewonnen, wird es uns folgen.
Das sind Grundvoraussetzungen auf dem Weg nach draußen.

Haben wir uns das Vertrauen am Platz erarbeitet, kann es raus gehen. Zuerst zu Fuß, wenn das klappt auch im Sattel, denn das ist noch eine Herausforderung mehr.

Gute Tipps gibt es dafür bei pferdeflüsterei.de

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Mittwoch, 14. Oktober 2015

I have a dream.... es ist auch mein Traum

Ein Video über ein neues Verständnis zum Pferd. https://www.youtube.com/watch?v=jDioO6-Trdg

Ankündigung:
Heute führte ich ein persönliches Interview mit James French über Skype. In Kürze erscheint der Artikel darüber hier im Blog.  Seine Website: trust-technique.com




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Samstag, 5. September 2015

Es zeigt sich, dass einige Kommunen kein Interesse haben an der Pferdesteuer.


Einige Kommunen sind sich des Aufwands bewußt und wollen keine Pferdesteuer einführen.
Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Gewinn sagt man. Also heißt es erstmal nicht die Pferde scheu machen.

Steht doch mal eine Pferdesteuer im Raum, kann es sinnvoll sein, aktiv zu werden.
Hier kann das Aktionsbündnis gegen die Pferdesteuer vielleicht Tipps geben und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Es gibt eine geschlossene Gruppe bei Facebook, die viele Infos bereit hält, wo die Steuer schon eingeführt wurde, wo sie geplant ist usw.
Außerdem wurde mir freundlicherweise eine Kontakt-Mailadresse genannt, für alle die das nicht öffentlich diskutieren möchten: presse@propferd.org
Wer sich weiter informieren möchte auch auf der Website: www.propferd.org

In Baden Württemberg gibt es einige Gemeinden, die darüber nachdenken, das Aktionsbündnis pro Pferd hat sie zusammen gefasst: http://propferd.org/phpbb/viewtopic.php?f=35&t=91

Eine Pressestimme können wir auch zu Wort kommen lassen.
Ich zittiere dafür mal die Website hna.de vom 05.09.15 - 10:32 Uhr, die wiederum einige Politiker zitiert:

"
Das sagt Karsten Schreiber (CDU), Bürgermeister von Fuldatal

„Ich persönlich halte die Pferdesteuer für Blödsinn“, sagt Karsten Schreiber. In Fuldatal sei die Einführung einer Pferdesteuer im Jahr 2012 schon einmal Thema gewesen. „Da gab es einen entsprechenden Antrag von SPD und Grünen“, sagt Schreiber. Daraufhin habe es eine Prüfung gegeben, mit negativem Ergebnis. Seither sei das Thema nie wieder aufgegriffen worden. „Damals hat sich gezeigt, dass allein schon die Diskussion um die mögliche Einführung einer Pferdesteuer dazu geführt hat, dass Pferdebesitzer ihre Tiere von Höfen in Fuldatal genommen haben.“

Das sagt Manfred Ludewig (SPD), Bürgermeister von Vellmar

„Ich bin gegen die Pferdesteuer“, sagt Manfred Ludewig. Vor allem laufe sie dem Jugend-, Präventions- und Behindertensport völlig zuwider. „Dabei wird hier wichtige Arbeit geleistet“, sagt Ludewig. Nicht zuletzt müssten die Reiterhöfe reell um ihre Existenz fürchten.

Das sagt Michael Aufenanger (CDU), Bürgermeister von Ahnatal

„Ich halte nichts von der Pferdesteuer“, sagt Michael Aufenanger. Nach seiner Kenntnis zeigten auch alle übrigen Fraktionen im Gemeindeparlament kein Interesse an der neuen Abgabe. „Die Steuer führt nur zu einem Standortnachteil, den wir hier nicht haben wollen.“ Davon abgesehen stünden bei einer Pferdesteuer relativ niedrige Einnahmen einem relativ hohen Verwaltungsaufwand gegenüber.

Das sagt Carsten Strzoda (parteilos), Bürgermeister von Espenau

„Ich würde keine Pferdesteuer einführen“, sagt Carsten Strzoda. Der volkswirtschaftliche Schaden als negative Begleiterscheinung wäre zu hoch. „Abgesehen davon haben wir jüngst die Gemeindesteuern erhöht. Das soll erst mal genügen.“

Das sagt Christian Geselle (SPD), Kämmerer in Kassel

Weniger Bedeutung haben Ross und Reiter in Kassel. Wie Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) berichtet, gibt es in Kassel acht Betriebe gewerblicher Art mit insgesamt 100 Pferden. Derzeit gebe es keine Überlegungen der Stadt, eine Pferdesteuer zu erheben, betont Geselle. Angesichts der überschaubaren Zahl an Pferden und Haltern mache dies finanziell auch wenig Sinn. „Bei einer Pferdesteuer von 200 Euro pro Tier und Jahr, wie dies Bad Sooden-Allendorf verlangt, käme Kassel bei den gewerblichen Pferden auf 20.000 Euro. Das lohnt den Aufwand nicht.“

" Zitat Ende

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Dienstag, 1. September 2015

Das Clickertraining - gut erklärt

Tafi wartet artig darauf, die angebotene Belohnung auf der Hand nach dem Belohnungston entgegen nehmen zu dürfen. Auch eine Tasche voller Leckerlis respektiert sie als "meins" ohne zu drängeln.
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Wir bevorzugen das Futterlob.
Manche werden sagen, das ver-zieht Pferde zu Bettlern, aber nein, diese Erfahrung konnten wir nicht machen. Im Gegenteil. Die Pferde lernen Respekt und arbeiten um so lieber mit.

Bei uns funktioniert das Futterlob in Verbindung mit einem Belohnungston, genauso, wie beim Clickern. Der Belohnungston ist klasse, man kann wählen dazu, was man möchte. Bei uns ist es ein Hohooo... von hoch zu tief gesprochen.

Da aber jede Stimme anders ist und manchmal mehrere Menschen mit einem Pferd arbeiten, kann Clickern eine Alternative sein. Der Klicker hört sich immer gleich an, er hat immer den gleichen Ton.

Hier auf der Seite ist sehr schön beschrieben, warum es gerade verfressene und drängelnde Pferde in höfliche Pferde verwandelt:
http://clickerpony.de/hoeflichkeitstraining/

Toller Artikel über das Betteln und Belohnen auch hier:
http://clickforbalance.de/von-der-lust-zu-suchen/

Das Futterlob und die damit verbundenen Fehler abstellen:
http://www.wege-zum-pferd.de/2008/03/27/mit-futter-loben/

Ich wünsche viel Spaß beim Üben ;-)

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