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Freitag, 17. Juli 2026

Meine Pferde als Lehrer – Eine Geschichte von Tafi




Manche Pferde begleiten uns ein Stück unseres Weges.

Und manche Pferde verändern unseren Weg.

Meine Stute Ratafia, genannt Tafi, war so ein Pferd.

Wenn ich heute darüber nachdenke, hat sie den Grundstein für meine gesamte Sicht auf Pferde gelegt. Nicht, weil sie besonders spektakuläre Dinge getan hätte. Nicht, weil sie einfach alles gemacht hätte, was ich von ihr wollte.

Ganz im Gegenteil.

Tafi war ein Pferd mit einem eigenen Kopf. Sie war unabhängig und traf ihre eigenen Entscheidungen.

Aber genau das war es, was mich so viel über Pferde gelehrt hat.

Ich musste lernen zuzuhören.

Das Pferd vor mir sehen

Früher dachte ich natürlich auch darüber nach, was man einem Pferd beibringen kann. Man lernt Übungen, man probiert Dinge aus, man möchte gemeinsam Fortschritte machen.

Aber Tafi zeigte mir irgendwann etwas, das meine Sichtweise veränderte.

Ein Pferd ist nicht einfach ein Wesen, das darauf wartet, dass wir ihm etwas beibringen.

Ein Pferd bringt bereits so viel mit.

Es hat eine Persönlichkeit.
Es hat eigene Gedanken.
Es hat Gefühle.
Es hat Entscheidungen.

Die Frage ist nicht nur:
"Wie bringe ich meinem Pferd etwas bei?"

Die viel wichtigere Frage ist:
"Wer steht eigentlich vor mir?"

Eine Lektion im Schulterherein

Eine Situation mit Tafi ist mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben.

Ich hatte in einem Buch über Seitengänge gelesen, über das Schulterherein und die vorbereitenden Übungen. Ich probierte diese Übungen mit ihr aus, ganz ohne Druck.

Irgendwann beendeten wir unsere gemeinsame Zeit und ich brachte sie wieder auf die Weide.

Ich setzte mich zu ihr und aß mein Brot.

Es war einer dieser einfachen Momente, die eigentlich gar nichts Besonderes zu sein scheinen – und doch bleiben sie im Herzen.

Als es Zeit war zu gehen, rief ich Tafi zu mir.

Und sie kam angetrabt.

Im perfekten Schulterherein.

Ich hatte nicht mehr daran gedacht. Ich hatte nicht weiter geübt. Ich hatte nichts eingefordert.

Und doch war etwas geblieben.

Für mich war es ein Moment, in dem ich spürte:

Dieses Pferd hört nicht nur auf meine Signale. Dieses Pferd nimmt wahr. Dieses Pferd denkt mit.

Das Geschenk einer Levade



Ein anderes Erlebnis hat sich noch tiefer in meine Erinnerung eingebrannt.

Ich spielte mit Tafi in der Halle. Wir machten nichts Bestimmtes. Wir bewegten uns einfach miteinander, hüpften herum und hatten Freude.

Plötzlich lief sie diagonal in eine Ecke und galoppierte auf mich zu.

Ich war überrascht.

Tafi war respektvoll, aber ich wusste nicht, was sie vorhatte. Also wartete ich ab.

Kurz vor mir stoppte sie.

Und dann zeigte sie zweimal hintereinander eine Levade.

Eine Figur, die ich immer bewundert hatte.

Eine Figur, die ich aber nie mit ihr trainiert hatte.

In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass sie mir etwas schenkte.

Nicht eine Übung.

Sondern eine Botschaft.

Sie zeigte mir:

"Ich bin nicht nur hier, um deine Wünsche auszuführen. Ich habe auch etwas zu geben."

Von da an dachte ich anders über Pferde.

Ich dachte nicht mehr:
"Ich muss meinem Pferd etwas beibringen."

Ich dachte:
"Ich darf lernen, mit diesem Wesen in Beziehung zu treten."

Meine Stute Ratafia hat mir gezeigt, dass ein freier Wille nichts ist, was man brechen muss. Er ist etwas, dem man mit Respekt begegnen darf.



Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Sonntag, 12. Juni 2016

Tafi Bodenarbeit - frei, Teil 1


Tafi ist 16 Jahre alt. Sie ist schwer gesundheitlich beeinträchtigt. Sie war es, die mich zur Kommunikation am Boden brachte, da sie nicht mehr reitbar ist. Sie war ein Rai-Reitpferd und stammt aus Dasing von Fred Rai.

Beide hintere Fesselgelenke sind sehr durchtrittig, nach einem schweren Weideunfall mit einem hengstigen, riesigen Wallach hatte sie Hüfte und Knie angebrochen.
Ihre Arthrose ist schon überall im Körper in den Knochen, bis zur Halswirbelsäule.

Sie hat nun einen schönen Platz, an dem sie sich frei bewegen kann, den ganzen Tag.

Trotzdem machen wir einige Übungen, neben den Pflegearbeiten, sie möchte ja auch Ansprache haben und gemeinsam etwas tun.

Sie darf die Geschwindigkeit und den Weg meist selber wählen. Doch ab und zu bitte ich sie auch mal, sich für mich in einer kleineren Volte zu biegen. Dies immer frei, damit sie das machen kann, so wie es für sie möglich ist.

Deshalb wählt sie meist auch den Ausweg in die Gerade, wenn ich sie voraus schicke. Aber natürlich folgt sie mir auch gern, wenn ich voraus gehe um die Pylonen.

Sie ist ein liebes, respektvolles Tier, das sich selbst von kleinsten Kindern führen und pflegen lässt.
Hier darf sie einfach nur noch Pferd sein.

Besuchen Sie auch unsere Website: www.pferde.24-hs.de


Freitag, 11. April 2014

Arthrose, Spat, und die Alterswehwehchen... meine Futterzusammenstellung hilft Tafi

Tägliche Mengen:
Rauhfutter: Tagsüber Heu - Fütterung zur freien Verfügung, + nachts ein Heunetz ca. 7 kg.
Einstreu: Stroh, frißt sie auch.

Nach Jahreszeit frisches Gras auf der Weide,
zusätzlich frischer Löwenzahn, ab und zu 1 Eimer voll, wenn verfügbar (ist sie ganz gierig drauf)

Kein Kraftfutter, da sie ja nicht übermäßig beansprucht wird.
Sie erhält aber weitere Komponenten:

Mineral - Mischung:

Mineralfutter: Equigreen Huminomineral von CD vet, mal googlen wegen dem Preis!
Die Futterempfehlung ist für ein Pferd von 600 kg, ist nicht anders auf der Packung angegeben.

Wegen dem Geschmack noch dazu:
1 Handvoll Hippolyt Struktur Energetikum

1 Handvoll Marstall Kräutermix Synfonie

Maisflocken hat sie bekommen um Gewicht aufzuholen, was sie verloren hatte, als sie noch Tag und Nacht in der Herde war, bekommt sie momentan aber nicht mehr, da sie ihr Gewicht wieder aufgeholt hat.

Ca. 2x im Jahr als Kur je einen Sack voll:
Getrocknete Rote Beete
und Getrocknete Möhren -davon bekommt sie täglich je eine Handvoll, ich habe gelesen, dass dort etwas drin ist, was sie von frischen Möhren nicht erhält, beides ist gut für die Gelenke

in Verbindung mit anderen Zutaten der Liste:

(1 Teelöffel Grünlippmuschelpulver mit
6 gr. Chondroitin
und Glucosamin, MSM
25ml Teufelskralle flüssig (bitte nicht dauerhaft füttern)
schmeckt ihr nicht besonders, wenn es geht sortiert sie aus, deswegen gut vermischt mit leckerem Kräutermix oder auch mal eine halbe Flasche Malzbier drüber, oder auch mal Äpfel und/oder Möhren ganz fein geschnipselt, das riecht dann gesamt besser für sie) 
deshalb momentan als 
Mischung von Pellets, MAKANA ® Grünlipp 30, welche sie lieber frisst.

1 Esslöffel Kieselerde

bei nasskaltem Winterwetter gibt es ca. 1-2 x pro Woche 500 g
Irish Mash, schön warm auch mit dem restlichen Zusatzfutter vermischt,
oder Heucobs mit heißem Wasser aufgeweicht, dass auch mal was Warmes im Maul ist ;-)


Zusätzlich:

Frische Möhren, Äpfel, Birnen, oder gemischt, imWinter je nach Verfügbarkeit pro Tag nicht mehr als 1 kg, im Sommer/Herbst bei Gewöhnung an Saftfutter auch mal etwas mehr nach Verfügung unter den Obstbäumen. (Äußerst selten mal eine Banane oder Weintrauben, oder eine Mandarine oder Orange)

Belohnungshappen:

Heucobs
ab und zu mal eine harte Scheibe Brot oder ein Brötchen zum Knabbern,
schmackhaftere Vollkornpellets oder natürlich auch Bergkräuter-Leckerlis.

Montag, 14. Januar 2013

Tafi`s Tagebuch 1

Tafi war gestern richtig munter. Sie bekam ihre Vorderhufe gepflegt ein klein wenig auch die hinteren, und hatte danach richtig Lust zu toben.

Wir gingen dazu auf den Sandplatz und spielten ein paar Runden fangen und wegrennen ;-)
Tafi spielt gern ausgelassen, wenn es ihr gut geht.
Auch heute spielten wir ein klein wenig, aber Tafi war nicht sehr bewegungsfreudig, es könnte auch etwas an der Kälte gelegen haben, die Temperaturen sanken heut auf Minusgrade...

Ich kann mich an das erste Spiel erinnern, das wir spielten:
Angeregt durch Stefanie Schnelle versuchte ich sie zu ermuntern, mit mir etwas in der Halle zu toben, ohne dass ich sie direkt jagte.
Sie war sehr erstaunt, dass ich so umher hüpfte, um sie herum immer mal los sprintete. Sie schaute sich das eine Weile an, dann düste sie ebenfalls ab. Hin- und her, kreuz- und quer, auf mich zu und stoppte in einer wunderschönen Levade....
Solche Spiele spielten wir von da an regelmäßig. Es macht uns beiden immer noch sehr viel Spaß.
Danach durfte ich sie wieder total ruhig wie ein Lämmchen in die Herde führen.

Aber bitte Vorsicht!
Die Basis dazu ist, das Vertrauen und den Respekt des Pferdes vollständig und zuverlässig zu besitzen, sonst ist das eine gefährliche Sache. Beim Spielen sind "menschliche" Regeln außer Kraft gesetzt und es wird sich mit Pferdesprache unterhalten. Haben Sie schon mal zwei Pferde miteinander spielen sehen?  Das kann sehr rauh zugehen. Dafür sind wir nicht wirklich geeignet, somit sollten wir immer in der Lage sein, das Spiel auf Wunsch sofort zu beenden.

Ein kleines Spiel ist unter anderem auch hier zu sehen.