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Freitag, 17. Juli 2026

Meine Pferde als Lehrer – Eine Geschichte von Tafi




Manche Pferde begleiten uns ein Stück unseres Weges.

Und manche Pferde verändern unseren Weg.

Meine Stute Ratafia, genannt Tafi, war so ein Pferd.

Wenn ich heute darüber nachdenke, hat sie den Grundstein für meine gesamte Sicht auf Pferde gelegt. Nicht, weil sie besonders spektakuläre Dinge getan hätte. Nicht, weil sie einfach alles gemacht hätte, was ich von ihr wollte.

Ganz im Gegenteil.

Tafi war ein Pferd mit einem eigenen Kopf. Sie war unabhängig und traf ihre eigenen Entscheidungen.

Aber genau das war es, was mich so viel über Pferde gelehrt hat.

Ich musste lernen zuzuhören.

Das Pferd vor mir sehen

Früher dachte ich natürlich auch darüber nach, was man einem Pferd beibringen kann. Man lernt Übungen, man probiert Dinge aus, man möchte gemeinsam Fortschritte machen.

Aber Tafi zeigte mir irgendwann etwas, das meine Sichtweise veränderte.

Ein Pferd ist nicht einfach ein Wesen, das darauf wartet, dass wir ihm etwas beibringen.

Ein Pferd bringt bereits so viel mit.

Es hat eine Persönlichkeit.
Es hat eigene Gedanken.
Es hat Gefühle.
Es hat Entscheidungen.

Die Frage ist nicht nur:
"Wie bringe ich meinem Pferd etwas bei?"

Die viel wichtigere Frage ist:
"Wer steht eigentlich vor mir?"

Eine Lektion im Schulterherein

Eine Situation mit Tafi ist mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben.

Ich hatte in einem Buch über Seitengänge gelesen, über das Schulterherein und die vorbereitenden Übungen. Ich probierte diese Übungen mit ihr aus, ganz ohne Druck.

Irgendwann beendeten wir unsere gemeinsame Zeit und ich brachte sie wieder auf die Weide.

Ich setzte mich zu ihr und aß mein Brot.

Es war einer dieser einfachen Momente, die eigentlich gar nichts Besonderes zu sein scheinen – und doch bleiben sie im Herzen.

Als es Zeit war zu gehen, rief ich Tafi zu mir.

Und sie kam angetrabt.

Im perfekten Schulterherein.

Ich hatte nicht mehr daran gedacht. Ich hatte nicht weiter geübt. Ich hatte nichts eingefordert.

Und doch war etwas geblieben.

Für mich war es ein Moment, in dem ich spürte:

Dieses Pferd hört nicht nur auf meine Signale. Dieses Pferd nimmt wahr. Dieses Pferd denkt mit.

Das Geschenk einer Levade



Ein anderes Erlebnis hat sich noch tiefer in meine Erinnerung eingebrannt.

Ich spielte mit Tafi in der Halle. Wir machten nichts Bestimmtes. Wir bewegten uns einfach miteinander, hüpften herum und hatten Freude.

Plötzlich lief sie diagonal in eine Ecke und galoppierte auf mich zu.

Ich war überrascht.

Tafi war respektvoll, aber ich wusste nicht, was sie vorhatte. Also wartete ich ab.

Kurz vor mir stoppte sie.

Und dann zeigte sie zweimal hintereinander eine Levade.

Eine Figur, die ich immer bewundert hatte.

Eine Figur, die ich aber nie mit ihr trainiert hatte.

In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass sie mir etwas schenkte.

Nicht eine Übung.

Sondern eine Botschaft.

Sie zeigte mir:

"Ich bin nicht nur hier, um deine Wünsche auszuführen. Ich habe auch etwas zu geben."

Von da an dachte ich anders über Pferde.

Ich dachte nicht mehr:
"Ich muss meinem Pferd etwas beibringen."

Ich dachte:
"Ich darf lernen, mit diesem Wesen in Beziehung zu treten."

Meine Stute Ratafia hat mir gezeigt, dass ein freier Wille nichts ist, was man brechen muss. Er ist etwas, dem man mit Respekt begegnen darf.



Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Freitag, 25. März 2022

Traum Nero Vulkan 25 * 03 * 2016



​Ich heiße Traum Nero Vulkan und bin ein Noriker-Wallach, braun, geb. am 25. März 2016 
Sehr gern erzähle ich euch meine Geschichte:

Als Noriker in Österreich geboren, kommen nicht alle Pferde zu Menschen, die mit ihnen ein Leben lang verbringen möchten. Viele Noriker landen beim Schlachter, weil jede Stute jedes Jahr belegt wird, nur wenige besondere Exemplare davon werden privat verkauft, der große Teil geht in die Fleischproduktion, denn im Winterquartier ist kein Platz mehr für die Fohlen der Stuten.

Als Fleischlieferant ist das Pferd auch mehr oder weniger ein Nutztier. Mein Pech war einfach, dass ich keine Stute zum Züchten und auch noch braun war, das gibt es leider wie Sand am Meer. So landete ich beim Schlachter, zuerstmal im Verkaufsstall, weil ich ja doch ein hübscher Bub war. Es ist aber auch so, dass trotzdem viele Pferde nur als Reittiere "genutzt" werden, manche von uns haben dadurch auch kein schönes Leben. Außer sie kommen zu Menschen, denen die reine Nutzung eher zweitrangig ist.

  

Aufgewachsen bin ich mit meiner Mama auf der Alm, da habe ich die frische Luft genossen, Trittsicherheit geübt und mit anderen Fohlen gespielt. Mit 6 Monaten wurde ich aber dann schon zum Schlachter verkauft, weil alle Stuten wieder in den heimatlichen Stall getrieben wurden und dort kein Platz mehr für mich war.

Es gibt Organisationen, die für solche „Schlachtfohlen“ ein gutes Zuhause suchen, damit sie weiter leben dürfen. Ein liebes Menschenmädchen hat sich sofort in mich verliebt und ihre Ersparnisse geopfert um mich zu sich zu holen, damit ich bei ihrer lieben Stute und ihrer kleinen Herde aufwachsen kann um dann später mein Für-immer-Zuhause zu finden.  

 

Ich kam erstmal mit einer riesigen Erkältung und Husten in meinem neuen Zuhause an, mein Immunsystem war ziemlich schwach geworden. Ich war noch sehr klein damals. Aber man hat sich gut um mich gekümmert und ich wurde schnell gesund. 

Hier habe ich mich schnell erholt und wohl gefühlt.

Meine neue Ziehmama, die Stute Tafi, hat mich sofort adoptiert und sich um mich gekümmert, denn die großen Jungs wollten noch nichts mit mir zu tun haben.

Wir beide haben alles zusammen gemacht, gefressen, gepflegt, geschlafen. Wie ein Fohlen mit seiner richtigen Mama. 

Mit 18 Monaten wurde ich dann kastriert, denn da habe ich doch etwas größeres Interesse gezeigt an meiner Ziehmama, aber das ist wahrscheinlich normal. In der Box der Pferdeklinik habe ich mich an die Schlachthofbox erinnert und konnte erstmal vor Kummer nichts fressen. Bis meine Menschen mich abholen kamen, da hab ich mich so gefreut und musste sofort anfangen alles was da noch war aufzufressen. Wir sind dann aber schnell nach Hause gefahren.

 

Zu Hause habe ich mich dann erstmal erholt und ausgeruht. Hier sieht man noch die Rasur am Hals von der Sedation.

Als ich 3 Jahre alt war, sind wir alle zusammen auf einen großen Hof gezogen. Hier wurde ich erstmal groß und stark. Hier sieht man mich nun im Alter von 5 Jahren, da war ich dann 160 cm groß und bestimmt 700-800 kg schwer geworden.

Damit bin ich aber auch alt genug meinten meine Menschen, dass meine Ausbildung beginnen kann und ich meine eigene Herde finden soll, weil ich gerne auch mal mehr lernen würde. 

Bis hierhin hatte ich schon einiges gelernt. Clicker-Training mit positiver Verstärkung finde ich z. B. super, da würde ich am liebsten nie aufhören. Ich gehe auch am Stallhalfter oder Knotenhalfter und langem Seil überall mit, auch ohne andere Pferde dabei, oder bleibe ruhig angebunden stehen und habe bisher echt noch nichts gefunden, was mich erschrecken könnte.
Riesige Landmaschinen, Planen, klappernde Gegenstände, interessiert mich alles nicht wirklich. Ein Gebiss hab ich bisher deshalb nie kennen gelernt, vielleicht brauche ich auch keins, ich bleib ja auch stehen, wenn mein Mensch stehen bleibt. Und ansonsten mache ich auch alles, was ich machen soll, wenn ich es verstanden habe. Meine zukünftigen Aufgaben sind eigentlich in fast jede Richtung offen.

Meine Hufe lasse ich pflegen, ich heb sie hoch, sobald man die mit dem Finger antippt, ich lasse sie auch oben, wenn es nicht zu lange dauert. Längeres Aufhalten bringt mich aber dann doch noch etwas aus dem Gleichgewicht, der Hufpfleger hat einfach immer mal abgewechselt, das ging dann schon. Zur der Zeit ging ich noch barhuf. Mittlerweile brauche ich aber Hufeisen vorne.

Rassebedingt bin ich sehr leichtfuttrig, das heißt mich darf man nicht mit Süßigkeiten verwöhnen, das würde mir nicht gut tun, außer 24/7 Heu bekomme ich nur Stroh zur Verfügung und natürliche Mineralien. Bisher geht es mir auch sehr gut damit. Finde ich persönlich jetzt nicht so toll, weil es gibt da bestimmt das ein oder andere Leckerchen in der Sattelkammer, hab ich natürlich auch schon versucht heraus zu finden, als mein Mensch die Tür aufgelassen hat, weil ich bin immer sehr neugierig und mutig. Sie hat mich da aber rückwärts am Schweif wieder heraus gezogen, weil ich mich da nicht umdrehen konnte und eigentlich wollte ich ja weiter suchen, durfte aber nicht, ich hätte bestimmt noch was gefunden.

Hilfsbereit bin ich auch immer beim Abmisten der Weide. Da passe ich genau auf und laufe neben der Karre her, damit da nichts zu voll geladen wird. Da muss ich schon ab und zu mal was ausleeren, damit das nicht zu schwer für meine Menschen wird, denn ich muss ja sogar manchmal den leichten Sattel rum tragen, also wenn der schon zu schwer ist für sie …

Meine Menschen meinten immer, das Gehirn eines Norikers arbeitet manchmal eher gemächlich, aber was da mal eingespeichert ist, das bleibt da auch drin! Ob man sich das nun gewünscht hat, oder nicht. Jedenfalls kann es dauern, wenn man was umprogrammieren möchte. Gegenseitiger Respekt ist notwendig, Geduld und vor allem Verständnis, dann geht fast alles wie von allein. Druck mag ich garnicht, man muss mir die Sachen, die ich machen soll einfach gut vorher erklären. 

Wenn mein Mensch zum Beispiel mit der Mistkarre ankommt, schwenke ich schon mal zur Seite, damit sie da auch vorbei kommt, ich denke da nämlich mit, drei mal vorher zart mit der Fingerspitze an der Flanke antippen hat genügt, jetzt weiß ich ja schon was von mir erwartet wird. Peitsche kenne ich auch, aber nur als verlängerter Arm meines Menschen, oder als Target zum Antippen, dafür gibts dann auch Leckerchen, die nehme ich auch ganz respektvoll und auch nur, wenn ich sie entgegen nehmen darf, bis dahin schau ich auch zur anderen Seite um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich verfressen wäre… 

Ich hörte immer wieder, ich wäre noch ein kleiner Tollpatsch, aber natürlich wachse ich mit 5 Jahren auch noch. Noriker wachsen manchmal bis sie 9 Jahre alt sind, natürlich nicht immer nur in die Höhe. Und wenn ich mich mal irgendwo aus Versehen anstoße und etwas umwerfe liegt das bestimmt auch nur an den zu kleinen Dimensionen des Offenstalles in dem ich mit den 3 anderen Mitbewohnern derzeit lebe. Außerdem bin ich sehr stark und deshalb suche ich auch ein Zuhause mit viel Platz und stabilen Gegebenheiten, denn manchmal scheuere ich auch ganz pferdetypisch mein Fell an einem Pfosten, falls da keine Bäume wachsen.

Auf liebe und verspielte Mitbewohner lege ich auch viel wert, denn ich spiele natürlich gerne mal ausgelassen mit den anderen. In meiner ersten Herde war ich noch der Rangniedrigste bei den Jungs. 

Natürlich übernachte ich auch mal ein paar Tage in der Box, wenn es sein muss, aber auf Dauer ist das nichts für mich, das ist mir zu langweilig. Außerdem schnarche ich gern lang ausgestreckt und wälze mich auch gerne in den weichen Spänen in meinem Unterstand. Und bitte ganz wörtlich nehmen: ich schnarche grundsätzlich immer, wenn ich schlafe.

Auf meine alte Ziehmama konnte ich in dem Alter natürlich schon aufpassen. Die wußte das inzwischen auch und respektierte mich, bin ja schon ein großer Junge geworden, mindestens 160 cm und damit fast größer als sie. Leider ist sie im Frühjahr über die Regenbogebrücke galoppiert, sie war schon alt und konnte nicht mehr laufen. Aber ich werde sie ja irgendwann dann mal wieder treffen, sobald ich dann auch mal über diese Brücke galoppiere.

Ich hab auch schon versucht heraus zu finden, ob hinter der Weide nicht doch noch besseres Gras wächst, aber meist ist doch jetzt der Strom an, dann bleib ich lieber drin, davor hab ich nämlich echt Angst. 

Ansonsten habe ich ein echtes Norikergemüt: ich habe ausdrucksvolle Gänge, trabe schneller und kraftvoller als alle meine Kumpels, übe Galopp-Pirouetten und fliegende Galoppwechsel liegen mir im Blut, das kann ich auf unserer großen Weide gut trainieren. Wenn ich so richtig in Fahrt komme, dann bebt die Erde und ich habe das Gefühl ich kann fliegen. Ob das mit Mensch oben drauf auch so gut funktioniert muss sich aber erst zeigen. Eine echte Sportskanone werde ich aber vermutlich nie werden. Lieber gehe ich gemütlich spazieren.

Wenn ich neue Menschen kennen lerne, versuche ich natürlich immer heraus zu finden, welche Rangordnung die haben. Dazu werden die grundsätzlich erstmal intensiv abgeschnuppert, falls ich da nichts heraus finde, versuche ich mal die Schuhe zu beknabbern. Sobald die mir aber versichern, dass sie auf mich aufpassen können und ich ihnen vertrauen kann, dürfen sie mir dann auch den großen Hintern kraulen, treten oder beißen kommt für mich grundsätzlich nicht in Frage.

Natürlich habe ich auch gelernt, dass ich respektvoll auf Abstand gehe, falls dies gewünscht wird, aber eigentlich bin ich immer sehr schmusebedürftig und zum Kuscheln aufgelegt. Ich mag auch kleine Kinder, die dürfen auch rum schreien und toben, aber meine Hufe sind natürlich sehr groß, da müssen die schon aufpassen, wo sie hin laufen. Bellende Hunde sind auch kein Problem für mich, die finde ich sehr interessant, aber wenn ich dann ankomme um zu spielen, laufen die leider immer weg.

Als Jährling wurde ich auf PSSM getestet, damit man meine Haltung gut anpassen kann, um mich möglichst gesund zu halten. Ich bin n/pssm, also Einzelgenträger wie mein Papa und zeige keinerlei Auffälligkeiten. Gutes Heu oder Stroh und natürliche Mineralien reichen für mich aus. Man sollte mich nur nicht endlos fressen lassen, ohne dass ich arbeiten muss, denn dann werde ich noch schwerer, als es sein muss. Mein Gewicht wird auf etwa 750 kg geschätzt, also ich mache schon mächtig was her.

Ich muss aber Zucker in jeder Form meiden, Obst, Getreide usw, weil ich durch PSSM eine veränderte Zuckerspeicherung habe. Das macht mich besonders leichtfuttrig, meine Rasse ist deshalb gut zur schweren Arbeit geeignet, wie Holzrücken oder Kutsche ziehen. Aber ich mache auch eine tolle Figur, wenn ich einfach nur vielseitig eingesetzt werde. Es gibt einige Vertreter meiner Rasse, die auch im Sport eigesetzt werden, aber ich bin wohl besser als Freizeitpferd geeignet, bei dem ich nicht von Null auf Hundert Leistung erbringen muss, sondern mich langsam warm laufen kann. Ich gehöre eher zur gemütlichen Sorte, obwohl ich natürlich auch ausgelassen spielen kann. 

Mein menschliches Herdenmitglied sollte gute Führungseigenschaften besitzen, denn als Noriker bin ich eigenständiges Handeln gewohnt und habe kein Problem damit für mich selber zu entscheiden. Trotzdem kann ich ganz entspannt sein, sollte mein „Chef“ für mich die Entscheidungen übernehmen wollen. Für meine bisherigen Menschen war es wichtig, dass ich vor allen Dingen in ein liebevolles Zuhause kommen darf. Sonst musste ich auch nicht wirklich wegziehen. 

Im Jahr 2021 habe ich dann meinen ganz besonderen, lieben Menschen gefunden, sie hat mich zu sich geholt und ich wohne nun mit einer großen Herde in einem wunderschönen Stall mit großen Weiden, so wie wir Pferde das lieben. Dort bin ich ziemlich schnell der Chef geworden, denn mein damaliger Chef Chester hat mir alles beigebracht, was man dafür so wissen muss. Und sagt mal selber, bin ich nicht ein Prachtkerl geworden?






Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Sonntag, 12. Juni 2016

Tafi Bodenarbeit - frei, Teil 1


Tafi ist 16 Jahre alt. Sie ist schwer gesundheitlich beeinträchtigt. Sie war es, die mich zur Kommunikation am Boden brachte, da sie nicht mehr reitbar ist. Sie war ein Rai-Reitpferd und stammt aus Dasing von Fred Rai.

Beide hintere Fesselgelenke sind sehr durchtrittig, nach einem schweren Weideunfall mit einem hengstigen, riesigen Wallach hatte sie Hüfte und Knie angebrochen.
Ihre Arthrose ist schon überall im Körper in den Knochen, bis zur Halswirbelsäule.

Sie hat nun einen schönen Platz, an dem sie sich frei bewegen kann, den ganzen Tag.

Trotzdem machen wir einige Übungen, neben den Pflegearbeiten, sie möchte ja auch Ansprache haben und gemeinsam etwas tun.

Sie darf die Geschwindigkeit und den Weg meist selber wählen. Doch ab und zu bitte ich sie auch mal, sich für mich in einer kleineren Volte zu biegen. Dies immer frei, damit sie das machen kann, so wie es für sie möglich ist.

Deshalb wählt sie meist auch den Ausweg in die Gerade, wenn ich sie voraus schicke. Aber natürlich folgt sie mir auch gern, wenn ich voraus gehe um die Pylonen.

Sie ist ein liebes, respektvolles Tier, das sich selbst von kleinsten Kindern führen und pflegen lässt.
Hier darf sie einfach nur noch Pferd sein.

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Samstag, 18. Juli 2015

Unsere Weide 2015


Das Video hier anschauen, oder dem Link folgen auf youtube.de

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Montag, 26. Januar 2015

Wie gewinne ich die Freundschaft meines Pferdes?


Vertrauensaufbau ist mir in der Beziehung zum Pferd das Wichtigste.
Ich verfolge dabei nicht einen herkömmlichen Ansatz, sondern versuche die Freundschaft und das Vertrauen eines Pferdes zu gewinnen, indem ich ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln möchte, seine Bedürfnisse versuche zu erkennen und ihm das zukommen lasse, was es für sein Wohlergehen braucht und dabei auf Pferdeart per Körpersprache mit ihm kommuniziere, die es gut verstehen kann.

Das schaffe ich, wenn ich einmal die Herdenstruktur betrachte.
Es gibt die ranghohen Leittiere, dann in Abstufungen die rangniedrigeren. In der Herde bilden sich enge Freundschaften und diese befreundeten Tiere ähneln sich sehr, meist sieht man sogar Pferde in der gleichen Farbgebung zusammen. Sie machen dann alles gemeinsam, es entsteht eine enge Bindung dabei.

Somit habe ich die besten Hinweise auf das, was ich tun kann, um meinem Pferd näher zu kommen.
Ich muss so viel wie möglich Zeit mit ihm verbringen und ihm signalisieren, dass ich um sein Wohl besorgt bin.
Es geht nicht darum, dass ich meine gemeinsamen Stunden mit Reiten verbringe und Lektionen, die wir erlernen wollen, sondern um für das Pferd qualitativ hochwertige Zeit, die ihm vermitteln kann, dass ich an ihm interessiert bin. Das heißt, Zeit, die den Bedürfnissen des Pferdes gewidmet ist.
Weder Muskelaufbau, noch Ausdauer- oder Krafttraining, sondern Dinge wie zusammen nichts tun zum Beispiel, oder gemeinsam spazieren gehen, Zeit auf der Weide verbringen, ohne etwas von dem Tier zu fordern. Das macht die Freundschaft für das Pferd aus.

Es gibt oft Pferde, die bei der Arbeit gut funktionieren. Aber manchmal sind sie schwer einzufangen, oder sonstwie nicht an unserer Gesellschaft interessiert. Ich meine das kommt daher, dass sie nur das Gefühl haben, wir fordern nur von ihnen etwas und sind nicht bereit, etwas zu geben, was eine Bedeutung für das Tier hat. Deshalb hat das Pferd wenig Interesse daran mit uns etwas zu unternehmen und würde sich lieber entziehen, wenn es selber entscheiden könnte.
Für ein Pferd bedeutet es nichts, dass wir den Stall bezahlen, das Futter besorgen, uns darum kümmern, dass für sein leibliches Wohl gesorgt ist. Dies sind selbstverständliche Dinge für ein Pferd, die es nicht als etwas Besonderes anerkennen kann. Womit es meiner Meinung nach aber auch Recht hat.
Das sind Grundbedürfnisse, die wir stillen müssen, dies würde es in der Natur auch vorfinden, wenn wir nicht da wären, sofern es diese Art von "Natur" noch geben würde für Pferde.

Etwas besonderes für ein Pferd bedeutet nicht, dass wir besondere Sachen mit ihm machen müssen, sondern einfach nur da sein und sein Leben teilen. So, wie jedes andere Herdenmitglied das auch machen würde. Und im besonderen die Fellpflege, das gemeinsame zusammen Stehen und Ruhen, gemeinsam Fressen, gemeinsam Laufen, gemeinsam Spielen. Ohne vom anderen zu fordern, sondern nur ein Ermuntern ohne besondere Erwartung.

Ich stelle mir dabei nur mal vor, was würde ein befreundetes Pferd machen? Wallache spielen sehr viel zusammen, wenn sie von klein auf mit Artgenossen zusammen standen und immer die Gelegenheit dazu hatten. In der Gruppe üben sie die Rangkämpfe, messen sich in Stärke und Schnelligkeit. Denn in der Natur leben sie auch in Gruppen zusammen und bereiten sich für die Übernahme einer Herde vor.
Stuten spielen meist nicht sehr viel oder viel weniger. Für sie ist das nicht überlebenswichtig. Aber auch Stuten rennen oder toben mal gemeinsam.

Die freundschaftliche Beziehung zu meiner Stute habe ich erst so richtig aufgebaut, als sie wegen Lahmheit lange Zeit nicht geritten werden konnte.
Ich musste mir andere Dinge einfallen lassen um sie zu beschäftigen. Damals wußte ich nicht viel von Bodenarbeit oder Horsemanship. Bodenarbeit hatte ich nie gelernt. So verbrachte ich anfangs ziemlich unproduktive Zeit mit ihr, so dachte ich wenigstens. Ich lief mit ihr spazieren, ließ sie auf dem Platz laufen, stand herum mit ihr, putzte sie, nahm mein Vesper ein, während ich sie daneben grasen ließ,  - mangels Ideen, was ich tun könnte mit ihr, ohne sie zu beanspruchen, oder forderte sie einfach ab und zu auf, mit mir auf der Weide oder in der Halle herum zu rennen.
Und genau das war es, was mich ihr näher brachte und was ihr Interesse weckte, mit mir zusammen sein zu wollen.
Wenn sie mich sah, kam sie von weit her schon angaloppiert und freute sich, wieder Zeit mit mir verbringen zu können, weil ich ihr meine ganze Aufmerksamkeit zukommen ließ.
Ich las damals interessante Bücher, zum Beispiel von Hempfling, und wollte mir Ziele in der Bodenarbeit mit ihr erarbeiten. Eines davon war das Schulterherein am Boden. Während eines Tages machte ich vorbereitende Übungen mit ihr um irgendwann dieses Ziel zu erreichen, ich habe mir und ihr dabei keinen Druck machen wollen.
Nach unserer gemeinsamen Übung, lies ich sie noch grasen und verspeiste auch mein mitgebrachtes Abendessen. Danach wollte ich mich aufmachen um nach Hause zu gehen. Ich rief sie heran, sie war ein Stück weit weg. Sie schaute auf und kam heran getrabt, in einem perfekten Schulterherein.
War das Zufall? Ich glaube nicht, sie hat das vorher noch nie gemacht gehabt.

Was mir aber später noch mehr Beweis gegeben hat, dass sie mir einfach so etwas schenken möchte, rein aus Freundschaft, das war etwas ganz anderes.
Ich ließ sie wie üblich damals frei in der Halle laufen und forderte sie zum Toben auf, indem ich sie frei laufen ließ, einfach von ihr hüpfend wegrannte und sie aufforderte mir zu folgen. Das erste mal, als ich das machte, sprintete sie davon bis ans Ende der Halle und schaute sich erstaunt um, so als wenn sie fragen wollte, vor was sind wir jetzt davon gerannt?
Das nächste mal, wußte sie schon, dass sie einfach mal lostoben durfte. Sie rannte los und sprang kreuz und quer durch die Bahn. Buckelte und keilte aus, galoppierte hin und her.
Ich wußte, dass ich das mit ihr machen konnte, weil ich ihren Respekt hatte, sie hätte mich nie überrannt, sondern hielt immer Abstand.
Und dann kam der Tag, als sie von einem Ende der Bahn zum anderen, wo ich stand hergaloppiert kam, vor mir stoppte und mir zwei perfekte Levaden zeigte. Dies war eine Dressurlektion der hohen Schule, die ich mir immer mal gewünscht hatte, aber nie zu träumen gewagt hatte, mir dies so schnell erarbeiten zu können.
Ich bin mir aber sicher, dass dies ein Geschenk meines Pferdes war, dass sie mir zukommen lassen wollte, weil ich versuchte auch ihre Bedürfnisse zu erforschen und zu stillen.

Ich war ja inzwischen zum Rai-Reiten gewechselt, einer Art reines Freizeit- Reiten, die darauf abzielt, der Ranghöhere in der Zweierherde zu sein, die man bildet, wenn man mit einem Pferd zusammen ist um ihm zu signalisieren, dass man als Mensch für die Sicherheit zuständig ist, die sonst das Leittier übernimmt.

Ab diesem Zeitpunkt habe ich nie wieder versucht, bestimmte Dinge zu erarbeiten, sondern habe nur von Tag zu Tag, ihrer Konstitution entsprechend etwas mit ihr gemacht, was einfach möglich war für sie.
Weil ich wußte, dass sie mir freiwillig alles geben würde, was mir Freude macht. Es war seit damals nicht  mehr wichtig für mich, dass sie mich tragen könnte. Viele Freundschaftsbeweise ihrerseits haben mich für das entschädigt, was mit ihr nicht mehr möglich war und was ich damals noch als normalen "Gebrauch" eines Pferdes ansah.
Sie hat mich zu einem anderen Verständnis dessen gebracht, was für Pferde wichtig ist und war mein bester Lehrmeister. Ich habe dabei erfahren, was auch für mich wichtiger ist, als mich tragen zu lassen.

Für mich ist inzwischen der Aufbau einer wahren Freundschaft wichtiger geworden, weil es die wirkliche Harmonie bedeutet, nach der ich auf der Suche war. Ich kann mich gut erinnern, als kleines Mädchen hatte ich den Traum, zu Reiten und eine innere Verbindung zu einem Pferd zu haben, meine Liebe mit ihm zu teilen.

Leider ist dieser Traum etwas in Vergessenheit geraten, als ich in der Reitschule meine Lektionen lernte, Wettbewerbe bestritt, Leistung bringen sollte und auch vom Pferd fordern musste. Natürlich lief es an manchen Tagen nicht so gut und ich hatte auch das Pferd zu bestrafen, wenn es nicht auf den Punkt reagierte.
Ich verdiente mir meine Sporen und hatte auch sogenannte Erfolge. Aber es war anstrengend und manchmal frustrierend, zumindest am Anfang, als ich noch nicht so gut war. Und auch heute sehe ich manchmal in den herkömmlichen Reitschulen Momente, in denen kleine Mädchen weinend aus dem Unterricht kommen, weil es mal wieder nicht gut "funktioniert" hat.

Ich habe inzwischen meinen Traum Wirklichkeit werden lassen können. Ich verfolge keine Wettbewerbe mehr. Auch muss ich am Ende der "Stunde" keine bestimmten Ergebnisse mehr vorweisen.
Der gemeinsame Weg ist für mich das Ziel geworden. Und ich freue mich daran, dass meine Pferde mich grummelnd begrüßen und bin nur traurig, wenn ich sie wieder "weg" stellen muss, um nach Hause zu gehen.

Aber auch hier kann ich nun ruhigen Gewissens gehen, weil ich weiß, sie sind so unter gebracht, dass sie in Pferdegesellschaft bleiben können, wählen dürfen, ob sie draußen stehen oder sich unter ein Dach stellen wollen, Heu fressen können wann immer sie möchten, im Auslauf spielen oder ruhen können auf einer weichen, trockenen Unterlage, wann und wie sie wollen. Auch, wenn es im begrenzten Rahmen ist, denn ein Platzangebot wie in der Natur ist in unseren dicht bewohnten Gegenden kaum zu finden.

So können meine Pferde mir vertrauen, dass ich zu ihrem Wohl handele und können sich geborgen fühlen in ihrem Umfeld. Und ich meine wenigstens, dass es ihnen gut geht und sie zeigen mir jeden Tag wieder, dass sie sich freuen, mich zu sehen, wenn sie mich freudig grummelnd begrüssen kommen.

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Dienstag, 3. Juni 2014

Natürliche Hufbearbeitung nach dem Wildpferdemodell - für und wider - was bleibt?

Tafi`s Hufe werden hinten steiler gestellt, um der Absenkung der Fessel etwas entgegen zu wirken, so etwas kann ein Huforthopäde machen.
Anfangs wurden ihre Hufe am Tragrand etwas abgerundet, um die Kante zu brechen, damit sie besser abrollen kann. Später habe ich aber zu einer anderen Methode gewechselt: HGM einer vom Huf geleiteten Methode, die den Hufen von Tafi mehr Stabilität gegeben haben. 

Auch mein kleiner Ponymann Fjölvi hat nach einer Hufrehe und der Bearbeitung mit HGM ein Jahr später wieder tolle Hufe und bewegt sich wieder über jeden Untergrund mit viel Lebensfreude.

Die Hufbearbeitung in Anlehnung an den Wildpferdehuf ist aus meiner Sicht sehr gut nachvollziehbar, jedoch auf einem anderen Territorium und anderen Klimazonen nicht immer sinnvoll.

Beim Wildpferdemodell unterstützt man die Hufmechanik durch eine leichte Wölbung am Tragrand an der Lauffläche und der Huf kann gut und schnell abrollen mit einer sogenannten Mustangroll, im Gegensatz zu einer scharfen Kante, um größtmögliche Bewegungsfreiheit zu garantieren.

Bei HGM ist die ganze Fläche des Tragrandes abzuschrägen, damit besser abgerollt werden kann und das Gewicht auf die ganze Fläche verteilt werden kann, ohne den Tragrand dünner zu machen.

Kann man diese Bearbeitungsarten auf alle unsere domenstizierten Pferde übertragen?

Einige Stimmen und Erklärungen, die darlegen warum es gut sein kann und wie es aussieht, sowie auch die Methode des HGM - sich am Huf zu orientieren,  auf diesen Seiten:
(in englischer Sprache aber mit vielen aussagefähigen Bildern)


http://www.thinklikeahorse.org/index-28.html

http://www.barefoothorse.com/barefoot_Breakover.html



Unsere Hauspferde haben normalerweise nicht diese Sohlendicke wie Wildpferde, die auf steinigem Untergrund laufen und können mit einer Rundung der Hufe vielleicht nicht mehr laufen, weil das Hufbein dann zu nah am Hufrand ist. 
Eine Alternative ist dabei, einfach eine kleine Abrundung zu machen um dem Huf das Abrollen zu erleichtern.


Uns bleibt nur die eigene Überlegung, unter Berücksichtigung der Lebensumstände unseres Pferdes, seiner "Nutzung", seiner Futterzusammensetzung, des Bodens auf dem es lebt und läuft, wie viel es sich bewegt, um zu entscheiden, wie weit wir etwas umsetzen wollen und können oder müssen.





Freitag, 11. April 2014

Arthrose, Spat, und die Alterswehwehchen... meine Futterzusammenstellung hilft Tafi

Tägliche Mengen:
Rauhfutter: Tagsüber Heu - Fütterung zur freien Verfügung, + nachts ein Heunetz ca. 7 kg.
Einstreu: Stroh, frißt sie auch.

Nach Jahreszeit frisches Gras auf der Weide,
zusätzlich frischer Löwenzahn, ab und zu 1 Eimer voll, wenn verfügbar (ist sie ganz gierig drauf)

Kein Kraftfutter, da sie ja nicht übermäßig beansprucht wird.
Sie erhält aber weitere Komponenten:

Mineral - Mischung:

Mineralfutter: Equigreen Huminomineral von CD vet, mal googlen wegen dem Preis!
Die Futterempfehlung ist für ein Pferd von 600 kg, ist nicht anders auf der Packung angegeben.

Wegen dem Geschmack noch dazu:
1 Handvoll Hippolyt Struktur Energetikum

1 Handvoll Marstall Kräutermix Synfonie

Maisflocken hat sie bekommen um Gewicht aufzuholen, was sie verloren hatte, als sie noch Tag und Nacht in der Herde war, bekommt sie momentan aber nicht mehr, da sie ihr Gewicht wieder aufgeholt hat.

Ca. 2x im Jahr als Kur je einen Sack voll:
Getrocknete Rote Beete
und Getrocknete Möhren -davon bekommt sie täglich je eine Handvoll, ich habe gelesen, dass dort etwas drin ist, was sie von frischen Möhren nicht erhält, beides ist gut für die Gelenke

in Verbindung mit anderen Zutaten der Liste:

(1 Teelöffel Grünlippmuschelpulver mit
6 gr. Chondroitin
und Glucosamin, MSM
25ml Teufelskralle flüssig (bitte nicht dauerhaft füttern)
schmeckt ihr nicht besonders, wenn es geht sortiert sie aus, deswegen gut vermischt mit leckerem Kräutermix oder auch mal eine halbe Flasche Malzbier drüber, oder auch mal Äpfel und/oder Möhren ganz fein geschnipselt, das riecht dann gesamt besser für sie) 
deshalb momentan als 
Mischung von Pellets, MAKANA ® Grünlipp 30, welche sie lieber frisst.

1 Esslöffel Kieselerde

bei nasskaltem Winterwetter gibt es ca. 1-2 x pro Woche 500 g
Irish Mash, schön warm auch mit dem restlichen Zusatzfutter vermischt,
oder Heucobs mit heißem Wasser aufgeweicht, dass auch mal was Warmes im Maul ist ;-)


Zusätzlich:

Frische Möhren, Äpfel, Birnen, oder gemischt, imWinter je nach Verfügbarkeit pro Tag nicht mehr als 1 kg, im Sommer/Herbst bei Gewöhnung an Saftfutter auch mal etwas mehr nach Verfügung unter den Obstbäumen. (Äußerst selten mal eine Banane oder Weintrauben, oder eine Mandarine oder Orange)

Belohnungshappen:

Heucobs
ab und zu mal eine harte Scheibe Brot oder ein Brötchen zum Knabbern,
schmackhaftere Vollkornpellets oder natürlich auch Bergkräuter-Leckerlis.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Mittwoch, 17. April 2013

Tafi`s Futterzusammensetzung NEU

Tafi hat sich nun sehr gut erholt. Sie steht nun allein, neben ihrer gewohnten Herde im Unterstand mit Paddock und kann sich ausruhen oder bewegen, wie sie will. Hier kann sie auch in Ruhe fressen.
Wir füttern aber weiter die bewährten Komponenten gegen ihre Arthrose, einfach mal in ein klein wenig anderer Zusammensetzung.

Bei Interesse an einzelnen Komponenten bitte einfach die anders gefärbten Wörter - Links - anklicken ;-)

Rauhfutter: Heu - Fütterung morgens und abends, tagsüber ein Heunetz zur freien Verfügung.
Einstreu: Stroh

Nach Jahreszeit frisches Gras
zusätzlich frischer Löwenzahn, pro Tag etwa 1 Eimer voll, wenn verfügbar (ist sie ganz gierig drauf)

Kein Kraftfutter, da sie ja überhaupt nicht beansprucht wird, sondern nur schonend bewegt wird.
Sie erhält aber weitere Komponenten:

Mineral - Mischung:

80 gr Mineralfutter: Marstall Force

1/2 gestrichene Schaufel Hippolyt Struktur Energetikum (nur als Ergänzung zum Mineralfutter)

1 gestrichene Schaufel  Marstall Kräutermix Synfonie (Ergänzung)

1/2 gestrichene Schaufel Maisflocken (Ergänzung)

Handvoll ca. 125 ml Getrocknete Rote Beete (Gelenkaufbau fördernd)
Handvoll ca. 70 ml  Getrocknete Möhren (Gelenkaufbau fördernd)

1 Meßlöffel ca. 30 Gramm Grünlippmuschelmischung für Gelenke in Pelletform
mit
6 gr. Chondroitin (Gelenkaufbau fördernd)
 (schmeckt ihr nicht besonders, wenn es geht sortiert sie aus, deswegen gut vermischt mit leckerem Kräutermix  Marstall Kräutermix Synfonie oder auch mal eine halbe Flasche Malzbier drüber, oder auch mal Äpfel und/oder Möhren ganz fein geschnipselt, das riecht dann gesamt besser für sie) deshalb gibt es das auch als Mischung von Pellets, welche sie lieber frisst.

Zusaätzlich:

Frische Möhren, Äpfel, Birnen, oder gemischt, imWinter je nach Verfügbarkeit pro Tag nicht mehr als 1 kg, im Sommer/Herbst bei Gewöhnung an Saftfutter auch mal etwas mehr nach Verfügung unter den Obstbäumen. (Äußerst selten mal eine Banane oder Weintrauben, oder eine Mandarine oder Orange)


Belohnungshappen:

Heucobs
ab und zu mal eine harte Scheibe Brot oder ein Brötchen zum Knabbern
Hier auch Heucobs als 1 kg Größe


Anwendungen:

Reiki und Massagen in regelmäßigen Abständen.


Beratung:

Reiki: Lisa Peters
Tierärztin: Theile
Tierheilpraktikerin: Corina Loughran


Samstag, 23. März 2013

Training: Belohnung respektvoll entgegen nehmen

Ein respektvolles Pferd zu haben und bei jeder Kleinigkeit belohnen zu können, birgt keinen Widerspruch.
(Kontenhalfter sitzt falsch!)

Auch die Belohnung kann respektvoll entgegen genommen werden. Training ist alles. So kann ich mit einer Tasche voller Futter neben meinem Pferd stehen und werde doch nicht angebettelt. Erst wenn ich es erlaube wird das Futter aus der angebotenen Hand geholt.

Das kann jede/r mit jedem Pferd lernen.

Ein Video mit Beispiel auf meinem youtube Kanal ist hier zu sehen:


Das respektvolle Entgegennehmen der Belohnung muss vom Pferd erst erlernt werden.

Am einfachsten geht das mit "maulgerechten" Leckerlis.

Wie ich es meinen Pferden beibringe.
Der erste Schritt:

Ich stelle mich links neben das Pferd auf Kopfhöhe.
Dann nehme ich einen Belohnungshappen in die linke Hand, halte sie in Höhe des Bauchnabels vor mich, die rechte ist frei um das Pferd sanft auf Maulhöhe zurück zu schieben, mit einem scharfen Ssssst-Laut, bis es den Kopf allein im Ansatz wegdreht, dann kommt bei mir sofort ein Wort der Belohnung: für mich heißt dies: Hohoooo (das erste Ho stimmlich hoch, das zweite hoooo tiefer, langgezogen) erst dann halte ich ihm die Belohnung direkt vor die Maulspalte, dass es ohne Schnappen den Happen entgegen nehmen kann. 
Innerhalb weniger Happen hat das Pferd das Prinzip erfasst. 

Im zweiten Schritt 
halte ich den Belohnungshappen mit der linken Hand in Höhe meines Bauchnabels, nachdem das Pferd den Kopf im Ansatz oder ganz weg dreht, kommt mein Hohoooo und das Pferd darf erst dann auf die Hand zukommen und sich die Belohnung holen.

Wenn ich rechts vom Pferd stehe, kann ich die Hände einfach wechseln.


Wenn das Pferd später nach Belohung sucht, gibt es natürlich nichts. Nur wenn ich etwas gefordert habe, oder es den Kopf abwendet, wenn ich mit Belohnung daneben stehe, gibt es auch eine Belohnung, aber immer erst nach dem Hohoooo. So lernt das Pferd einmal, dass es erst nach dem Hohoooo die Belohnung nehmen darf, und zum anderen, dass es vorher auch mit einer Tasche voller Belohnung, einfach nichts gibt.

Somit habe ich einen Belohnungston etabliert, den ich in verschiedenen Situationen anwenden kann.
Sobald ich diesen Ton ausspreche, (geht natürlich auch anstatt mit einem Belohnungston mit einem Klicker, falls mehrere Personen mit dem Pferd trainieren), kann ich mir relativ sicher sein, dass ich volle Aufmerksamkeit des Pferdes habe und kann somit auch die Aufmerksamkeit von einem unruhigen Pferd auf mich lenken, damit es mir wieder zuhört.

Ganz hilfreich ist es natürlich bei Gelassenheitstraining. Wenn das Pferd Angst zeigt vor einer Situation, kann ich die Situation mit meinem Beruhigungs- und Belohnungston sofort verändern und das Pferd lernt so, dass die Situation angenehm ist.
Das funktioniert bei Kopfscheuheit, Angst vor flatternden Dingen, Planen, die begangen werden sollen usw.
Natürlich muss ich ersteinmal überdenken, warum das Pferd ängstlich ist. Wurde es in der Vergangenheit bestraft, ungeduldig am Zügel gerissen, beschimpft? Das alles können wir wieder verändern, langsam aber sicher und dem Pferd zeigen, dass wir auch anders können und es uns vertrauen kann, sich sicher fühlen kann und dass es uns die Führung überlassen kann.


Wenn wir besonders belohnungsintensive Übungen anstreben, sollten wir dabei auf die Menge der Inhaltstoffe achten. Leicht kann unser penibel ausgearbeiteter Futterplan sonst aus den Fugen geraten.
Auch eine Überversorgung an Mineralien und Vitaminen ist nicht günstig.

Wir müssen auch darauf achten, dass das Futter für das Pferd wirklich schmackhaft und erstrebenswert ist, sonst lässt die Motivation natürlich auch zu wünschen übrig.
Ich habe gute Erfahrung gemacht mit Heucobs in passender Größe oder z. B. auch schmackhaftere Vollkornpellets. Für gelegentliche Belohnungen eignen sich natürlich auch Bergkräuter-Leckerlis.



Ruhepause in den ersten warmen Sonnenstrahlen

Tafi verbringt gern eine Ruhepause im Sand des Reitplatzes 
und genießt die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

Eintracht beim Fressen ...


Der Wallach und die Stute, stehen nicht zusammen in einer Herde, mögen sich aber gern und gönnen sich auch das gemeinsame Heunetz beim Freigang. Sie wurden einander bekannt gemacht und durften sich immer wieder begrüßen und über den Zaun kennen lernen.
Die Stute setzt klare Grenzen, was den persönlichen Raum angeht und er respektiert diese.
Somit ist für die beiden alles geklärt und es herrscht Eintracht beim Fressen.

So einfach ist das für die beiden ;-)

Montag, 14. Januar 2013

Tafi`s Tagebuch 1

Tafi war gestern richtig munter. Sie bekam ihre Vorderhufe gepflegt ein klein wenig auch die hinteren, und hatte danach richtig Lust zu toben.

Wir gingen dazu auf den Sandplatz und spielten ein paar Runden fangen und wegrennen ;-)
Tafi spielt gern ausgelassen, wenn es ihr gut geht.
Auch heute spielten wir ein klein wenig, aber Tafi war nicht sehr bewegungsfreudig, es könnte auch etwas an der Kälte gelegen haben, die Temperaturen sanken heut auf Minusgrade...

Ich kann mich an das erste Spiel erinnern, das wir spielten:
Angeregt durch Stefanie Schnelle versuchte ich sie zu ermuntern, mit mir etwas in der Halle zu toben, ohne dass ich sie direkt jagte.
Sie war sehr erstaunt, dass ich so umher hüpfte, um sie herum immer mal los sprintete. Sie schaute sich das eine Weile an, dann düste sie ebenfalls ab. Hin- und her, kreuz- und quer, auf mich zu und stoppte in einer wunderschönen Levade....
Solche Spiele spielten wir von da an regelmäßig. Es macht uns beiden immer noch sehr viel Spaß.
Danach durfte ich sie wieder total ruhig wie ein Lämmchen in die Herde führen.

Aber bitte Vorsicht!
Die Basis dazu ist, das Vertrauen und den Respekt des Pferdes vollständig und zuverlässig zu besitzen, sonst ist das eine gefährliche Sache. Beim Spielen sind "menschliche" Regeln außer Kraft gesetzt und es wird sich mit Pferdesprache unterhalten. Haben Sie schon mal zwei Pferde miteinander spielen sehen?  Das kann sehr rauh zugehen. Dafür sind wir nicht wirklich geeignet, somit sollten wir immer in der Lage sein, das Spiel auf Wunsch sofort zu beenden.

Ein kleines Spiel ist unter anderem auch hier zu sehen.



Freitag, 11. Januar 2013

Tafi's Hufproblem gelöst


Tafi war nicht alle Tage gut drauf. Sie bekam im nassen Winterwetter ein Hufproblem. Durch ihre Arthrose gibt sie manchmal die Hufe nicht hoch. Dann habe ich sie in der Halle ausruhen lassen und sie legt sich dort ab. Wenn sie liegt, lässt sich mich auch ihre Hufe auskratzen und versorgen.
Dabei stellte ich an einem Huf fest, dass etwas feuchtes, schwarzes Etwas nässte... Strahlfäule?

Die herbei gerufene Tierheilpraktikerin vermutete aber ein sich eröffnetes Hufgeschwür, was auch die Abneigung erklärt hätte, dass sie diesen Huf nicht aufheben mochte.
Wir säuberten den Huf, schnitten etwas den Strahl glatt, spülten mit Essig zur Desinfektion und legten eine Tamponade mit angerührter Paste aus homöopathischen Komponenten ein.
Der Huf wurde so drei Tage lang beschmiert und eingebunden, damit keine weitere Nässe eindringen kann.
Danach ließ ich den Huf wieder offen und säuberte ihn täglich, was bereitwillig erlaubt wurde.

Das Problem war nach gesamt 1 Woche beseitigt, es war wohl eine "Wunderpaste"  ;-)

Zur Strahlreinigung soll es auch ein tolles Puder geben, NT-DRY Strahl- und Hufpflegepulver, das ich auch mal ausprobieren werde.