Montag, 14. September 2026

Pferde verstehen – Bücher, Menschen und weiterführende Informationen


Sehr deutliche Entwicklung. Chester zuerst etwas unwirsch und nach eindeutiger, geklärter Kommunikation in der Entwicklung dann sehr entspannt.

Auf meinem Weg mit Pferden habe ich sehr viele Menschen, Bücher, Filme und unterschiedliche Ansätze kennengelernt.

Manches hat mich nur für eine gewisse Zeit begleitet. Manches hat meine Sicht auf Pferde nachhaltig verändert. Und manches habe ich zunächst auf eine bestimmte Weise verstanden und sehe es heute, mit meinen Erfahrungen, etwas anders.

Ich glaube deshalb nicht, dass man irgendwann eine Methode gefunden hat und damit alles weiß.

Für mich gehört zum Verständnis von Pferden auch, neugierig zu bleiben, zu beobachten, Fragen zu stellen und immer wieder zu überprüfen, ob das, was wir tun, tatsächlich zu dem Pferd vor uns passt.

Die folgenden Empfehlungen sind deshalb keine Sammlung von „richtigen“ und „falschen“ Methoden. Es sind Menschen und Quellen, die mich auf meinem Weg begleitet, mir wichtige Impulse gegeben oder meinen Blick auf Pferde erweitert haben.

Vielleicht ist auch für dich etwas dabei, das dich weiterführt.

Gertrud Pysall – Das Geheimnis der Pferdesprache

Eine der wichtigsten Grundlagen meiner eigenen Arbeit ist für mich die Beschäftigung mit der Pferdesprache.

Besonders geprägt hat mich dabei Gertrud Pysall mit ihrem Buch „Das Geheimnis der Pferdesprache“

Für mich liegt die große Bedeutung ihrer Arbeit darin, dass sie den Blick darauf lenkt, was das Pferd eigentlich mitteilt. Nicht nur: Was soll das Pferd tun? Sondern: Was sagt mir sein Verhalten? Was versucht es mir zu zeigen?

Vieles von dem, was ich heute unter Pferdekommunikation verstehe, hat hier einen wichtigen Ausgangspunkt.

Gerade deshalb möchte ich dieses Buch jedem empfehlen, der beginnen möchte, Pferde nicht nur zu beobachten, sondern ihre Kommunikation wirklich verstehen zu lernen.

K. F. Hempfling – ein wichtiger Teil meines Weges

K. F. Hempfling hat mir auf meinem Weg mit Pferden sehr viel gegeben – und das lange bevor ich die Arbeit von Timo Ameruoso kennenlernte.

Seine Beschäftigung mit der Körpersprache des Menschen, mit der Wirkung unserer Haltung und Bewegung und mit der Beziehung zwischen Mensch und Pferd hat meinen Blick auf Pferde wesentlich geprägt.

Vieles von dem, was ich damals gelernt habe, begleitet mich bis heute.

Für mich war dabei besonders wichtig zu verstehen, dass Kommunikation nicht erst dann beginnt, wenn wir bewusst ein bestimmtes Signal geben. Wir kommunizieren mit unserem ganzen Körper – durch unsere Haltung, unsere Bewegung, unsere innere Ausrichtung und durch die Art, wie wir uns dem Pferd gegenüber verhalten.

Diese Erkenntnis hat meinen eigenen Umgang mit Pferden nachhaltig beeinflusst.

K. F. Hempfling gehört deshalb eindeutig zu den Menschen, die meinen Weg geprägt haben.

H.-J. Neuhauser – Körpersprache wirklich lesen lernen

Auch H.-J. Neuhauser hat mir sehr viel gegeben.

Von ihm habe ich vor allem besonders viel über die eigene Körpersprache gelernt und wie das Pferd darauf reagiert. Dabei ging es für mich nicht nur darum, einzelne Zeichen zu erkennen, sondern darum, genauer hinzusehen.

Gerade diese genaue Beobachtung ist für meine heutige Arbeit sehr wichtig.

Denn ein Pferd und auch der Mensch kommuniziert nicht nur mit einem einzelnen Zeichen. Sein Körper erzählt ständig etwas – und oft liegt die eigentliche Information gerade in den kleinen Veränderungen.

Die Beschäftigung mit seiner Arbeit hat mir geholfen, die Körpersprache genauer wahrzunehmen und bewusster darauf zu achten, was zwischen Mensch und Pferd tatsächlich geschieht.

Timo Ameruoso – Pferdepsychologie und ein Weg zurück zu Chester

Timo Ameruoso ist Pferdepsychologe. Mit seiner Arbeit und seiner Methode habe ich mich intensiv beschäftigt – und sie hat für mich eine ganz besondere Bedeutung bekommen.

Denn seine Methode hat mir letztendlich den Zugang zu Chester wieder geöffnet.

Das Interessante daran ist: Es war für mich gar nicht etwas völlig Neues. Vieles von dem, was ich bei Chester mit der Arbeit von Gertrud Pysall bereits erreicht hatte, ging in eine ähnliche Richtung. Ich hatte damals gelernt, Chester besser zu verstehen und konnte dadurch einen Zugang zu ihm finden.

Irgendwann dachte ich jedoch, wenn etwas einmal geklärt und „gerichtet“ ist, müsste es auch dauerhaft so bleiben. Ich habe deshalb manches nicht weiter verfolgt und unterschätzt, wie viel bei Chester noch verborgen war.

Durch die Arbeit mit der Methode von Timo Ameruoso konnte ich dort wieder anknüpfen. Sie gibt mir einen systematischen Weg an die Hand, mit Chester an den Dingen weiterzuarbeiten, die noch in ihm stecken – und dabei genau das aufzugreifen, was bei ihm schon immer funktioniert hat.

Für mich ist das eine wichtige Verbindung:

Gertrud Pysall hat mir geholfen, besser zu verstehen, was das Pferd sagt.
Timo Ameruoso hat mir einen systematischen Weg gegeben, mit diesem Verständnis weiterzuarbeiten und dem Pferd zu helfen, sich selbst zu regulieren.

Deshalb ist die Arbeit von Timo Ameruoso für mich eine ganz klare Empfehlung.

Tristan Tucker – TRT Method

Die TRT Method von Tristan Tucker beschäftigt sich damit, warum Pferde in bestimmten Situationen reagieren und wie man ihnen helfen kann, damit besser umzugehen.

Ein wesentlicher Gedanke dabei ist, das Pferd nicht einfach dazu zu bringen, ein unerwünschtes Verhalten abzustellen, sondern ihm zu helfen, sich selbst zu regulieren und dadurch mit schwierigen Situationen zunehmend besser zurechtzukommen.

Dieser Gedanke gefällt mir sehr.

Denn auch hier geht es nicht nur darum, ein sichtbares Verhalten zu verändern. Es geht darum, das Pferd hinter diesem Verhalten zu sehen.

Sylvia Czarnecki – Lernen und positive Verstärkung

Mit der Arbeit von Sylvia Czarnecki habe ich vieles entdeckt, was mir gefällt.

Besonders die Beschäftigung mit dem Lernen der Pferde, mit positiver Verstärkung und damit, wie Pferde Zusammenhänge lernen, fand ich interessant.

Gleichzeitig habe ich mit ihren Ansätzen bei meinen eigenen Pferden unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Bei Tafi konnte ich beispielsweise mit einem Belohnungston arbeiten. Sie wusste, dass auf diesen Ton ein Stück Futter folgte, und ich konnte damit bestimmte Dinge aufbauen, ohne dass sie dabei für mich sichtbar gestresst wirkte.

Bei Chester war das ganz anders. Auf die Aussicht auf eine Belohnung reagierte er eher mit Stress. Damals konnte ich mir das nicht wirklich erklären.

Durch die Beschäftigung mit der Pferdepsychologie bei Timo Ameruoso habe ich später eine Erklärung dafür gefunden, die ich bei Chester sehr gut nachvollziehen kann: Wenn Futter vom Menschen zugeteilt wird, kann beim Pferd eine Art Gefühl von Futterverknappung entstehen. Es weiß nicht, wann und wo die nächste Ressource kommt, und kann dadurch in eine Erwartungshaltung und Anspannung geraten.

Das passt für mich auch zu dem, was wir über die natürliche Lebensweise von Pferden wissen. In einer natürlichen Herde wird Futter nicht von einem Menschen portioniert und nach einem bestimmten Verhalten zugeteilt. Pferde verbringen normalerweise einen großen Teil ihrer Zeit mit der Suche und Aufnahme von Nahrung.

Bei Tafi habe ich diese Zusammenhänge damals noch nicht gesehen. Ich kann deshalb heute nicht sagen, ob sie tatsächlich völlig entspannt war oder ob ich bestimmte Stresssignale einfach noch nicht erkannt habe. Die Stressmarker, auf die ich später durch Ameruoso aufmerksam wurde, kannte ich zu dieser Zeit noch gar nicht.

Deshalb würde ich das Clickertraining heute anders einsetzen als damals.

Einige Elemente aus der Arbeit von Sylvia Czarnecki finde ich weiterhin sehr interessant und hilfreich. Mit Futter als Belohnung würde ich persönlich heute allerdings nicht mehr arbeiten.

Ihre Arbeit hat mir trotzdem wichtige Impulse gegeben und meinen Blick auf Lernprozesse beim Pferd erweitert.

Trust Technique

Die Trust Technique beschäftigt sich mit Ruhe, Vertrauen und dem Umgang mit Stress beim Pferd.

Ich finde diesen Ansatz sehr wertvoll, weil er einen Gedanken in den Mittelpunkt stellt, der für mich ebenfalls eine große Bedeutung hat:

Ein Pferd muss nicht einfach funktionieren. Es darf lernen, sich sicher zu fühlen und mit Situationen besser umzugehen.

Ruhe ist dabei nicht einfach das Fehlen von Bewegung. Sie entsteht aus einem Gefühl von Sicherheit und Vertrauen.

Die Kurse sind in englischer Sprache angeboten, die meisten davon sind aber mit deutschen Untertiteln versehen.

Chi Horsing – ein Ansatz, der mich weiterhin interessiert

Auch Chi Horsing finde ich nach wie vor interessant.

Die Beschäftigung mit feiner Kommunikation, Körperwahrnehmung und der Wirkung unserer eigenen Bewegung auf das Pferd spricht einen Bereich an, der für mich bis heute wichtig ist.

Mich interessiert dabei besonders die Frage, wie wenig wir manchmal tatsächlich tun müssen, wenn wir lernen, unsere eigene Körpersprache bewusster einzusetzen und die Reaktionen des Pferdes genau wahrzunehmen.

Für mich ist Chi Horsing deshalb weniger etwas, das man einfach als Methode übernehmen muss. Es ist vielmehr ein Ansatz, der dazu anregen kann, die eigene Wahrnehmung zu verfeinern und sich mit der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd auseinanderzusetzen.

Gerd Heuschmann – Biomechanik des Pferdes

Wer sich intensiver mit der körperlichen Seite des Pferdes beschäftigen möchte, findet bei Dr. med. vet. Gerd Heuschmann interessante Informationen rund um Biomechanik und die Auswirkungen unseres Umgangs mit dem Pferd.

Für mich gehört auch dieses Wissen zum Verständnis eines Pferdes.

Denn Verhalten lässt sich nicht immer von seinem Körper trennen.

Wenn ein Pferd sich anders bewegt, sich einer Bewegung entzieht oder bestimmte Dinge nicht tun möchte, lohnt es sich deshalb immer auch, die körperliche Seite mitzudenken.

DIfHO und Hufbearbeitung

Mit Hufbearbeitung, Naturhuf und Huforthopädie habe ich mich ebenfalls intensiv beschäftigt.

Dabei bin ich unter anderem auf das DIfHO und auf HGM Trimming gestoßen.

Gerade HGM Trimming möchte ich hier nicht einfach unerwähnt lassen, denn ich habe selbst gute Erfahrungen für Fjölvi damit gemacht. Bei Tafi war es eher die DIIfHO Orthopädie.

Die ursprünglichen Seiten, über die ich mich damals informiert habe, sind heute allerdings nicht mehr so leicht auffindbar. Deshalb möchte ich hier lieber keinen beliebigen oder kritischen Beitrag verlinken und ihn damit als offizielle Informationsquelle darstellen.

Dai-Shodan

Auch die Arbeit von Dai-Shodan zum Thema Pferdetraining, Schrittbewegung, Muskulatur, Stoffwechsel und Haltung finde ich interessant.

Gerade die Verbindung zwischen Bewegung, körperlichen Voraussetzungen und Haltung ist ein Bereich, in dem es sich lohnt, genauer hinzusehen.

Für mich gehört auch das zu einem umfassenderen Verständnis des Pferdes: Nicht nur seine Kommunikation und sein Verhalten sind wichtig, sondern auch die körperlichen Voraussetzungen, unter denen dieses Verhalten entsteht.

EquiVetInfo

Für Informationen zu Erkrankungen und verschiedenen gesundheitlichen Themen rund ums Pferd habe ich mich auch mit EquiVetInfo beschäftigt.

Ich finde es wichtig, sich auch mit der gesundheitlichen Seite des Pferdes auseinanderzusetzen. Denn wenn wir das Verhalten eines Pferdes verstehen wollen, dürfen wir seinen körperlichen Zustand nicht ausklammern.

Solche Quellen ersetzen natürlich keine tierärztliche Untersuchung. Sie können aber dabei helfen, sich Wissen anzueignen, Zusammenhänge zu erkennen und bei bestimmten Fragen überhaupt erst die richtigen Fragen zu stellen.

Filme und besondere Beispiele

Neben Büchern und Trainern haben mich auch Filme und einzelne Videos begleitet.

Ein Beispiel ist der Dokumentarfilm auf youtube.de Der Weg des Pferdes. Er beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Pferd und kann einen ganz anderen Blick darauf eröffnen, was zwischen Mensch und Pferd möglich sein kann.

Manchmal reicht es schon, etwas zu sehen und sich zu fragen:

Was sehe ich hier eigentlich?
Was macht dieses Pferd?
Wie wirkt der Mensch auf mich?
Und warum funktioniert diese Verbindung möglicherweise?

Genau solche Fragen können den eigenen Blick verändern.

Und dann gibt es noch meine eigenen Erfahrungen

Alles, was ich gelesen, gesehen und gelernt habe, ist natürlich nur ein Teil meines Weges.

Das andere sind die Pferde selbst.

Tafi, Chester, Fjölvi und Nero waren für mich auf ihre ganz eigene Weise Lehrmeister.

Sie haben mir immer wieder gezeigt, dass Wissen allein nicht genügt.

Man kann sehr viel über Pferde wissen und trotzdem einen Moment übersehen, in dem das eigene Pferd gerade etwas anderes erzählt.

Deshalb ist für mich das Beobachten so wichtig geworden.

Nicht nur:

„Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“

Sondern:

„Warum macht mein Pferd das gerade?“

Und noch wichtiger:

„Was verändert sich, wenn ich selbst etwas verändere?“

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem aus Wissen langsam Verstehen wird.

Wenn du weiter in dieses Thema eintauchen möchtest

Wenn du sehen möchtest, wie solche Gedanken nicht nur in Büchern und Methoden vorkommen, sondern mitten im Alltag mit Pferden, möchte ich dir noch eine Geschichte aus meinem eigenen Blog ans Herz legen.

In Wenn Pferde sich entschuldigen – eine Lektion von Fjölvi, Chester und Nero erzähle ich von Situationen, in denen ich beobachten durfte, wie Pferde miteinander umgehen, Konflikte lösen und wieder Verbindung aufnehmen.

Gerade solche Erlebnisse haben meinen Blick auf Pferde immer wieder verändert.

Denn manchmal müssen wir Menschen nicht lehren.

Manchmal sind wir diejenigen, die lernen dürfen.


Transparenzhinweis: Der Link zum Buch von

Gertrud Pysall – Das Geheimnis der Pferdesprache

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Lisa Peters: pferd.24-hs.de