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Montag, 29. Juni 2026

Das Geheimnis der Pferdesprache – Gertrud Pysall


Es gibt Bücher, die liest man, legt sie wieder ins Regal und erinnert sich später kaum noch daran.

Und es gibt Bücher, die den eigenen Blick auf Pferde dauerhaft verändern.

„Das Geheimnis der Pferdesprache“ von Gertrud Pysall gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Als Chester zu mir kam, wusste ich noch nicht, wie Pferde wirklich miteinander kommunizieren. Ich wollte ihn verstehen, doch mir fehlte die gemeinsame Sprache.

Dieses Buch hat mir einen neuen Weg eröffnet. Zum ersten Mal begann ich zu erkennen, wie fein Pferde miteinander kommunizieren und welche Bedeutung selbst kleinste Gesten, Bewegungen und Reaktionen für sie haben.

Mit diesem Verständnis veränderte sich nicht nur meine Kommunikation mit Chester. Es veränderte meine gesamte Sicht auf Pferde.

Bis heute baut meine Arbeit zu einem großen Teil auf den Erkenntnissen auf, die ich durch dieses Buch gewonnen habe.

Gertrud Pysall vermittelt nicht einfach Techniken. Sie lädt dazu ein, Pferde mit anderen Augen zu betrachten. Statt an einzelnen Problemen oder Symptomen zu arbeiten, lenkt sie den Blick auf die Ursache: die Verständigung zwischen Mensch und Pferd.

Denn Pferde kommunizieren ununterbrochen. Sie sprechen auf der Weide, im Stall, beim Führen und in jeder gemeinsamen Situation. Je besser wir lernen, ihre Sprache zu verstehen und selbst verständlich mit ihnen zu kommunizieren, desto leichter können Vertrauen, Sicherheit und echte Zusammenarbeit entstehen.

Ein besonderer Teil des Buches ist das von Gertrud Pysall entwickelte MOTIVA-Training.

Damit macht sie die Pferdesprache für Menschen verständlicher und gibt Pferdehaltern, aber auch Tierärzten und Therapeuten eine wertvolle Möglichkeit an die Hand, die Kommunikation mit Pferden im Alltag bewusster wahrzunehmen.

Auch wer glaubt, schon viel über Pferde zu wissen, wird vermutlich neue Gedanken und Erkenntnisse finden. Denn oft sind es gerade die kleinen, scheinbar unbedeutenden Signale, die für ein Pferd eine große Bedeutung haben.

Man beginnt Dinge zu sehen, die vorher unsichtbar waren.

Und vielleicht erlebt man dann genau diesen besonderen Moment: den erstaunten Blick des eigenen Pferdes, wenn es plötzlich merkt – dieser Mensch versteht mich.

Für mich ist dieses Buch deshalb weit mehr als ein Pferdebuch. Es ist ein Arbeitsbuch und ein Begleiter für alle, die ihr Pferd wirklich verstehen möchten.

Ich wünsche mir, dass viele Pferdemenschen diese Erkenntnisse gewinnen können. Nicht nur, weil dadurch der Umgang einfacher wird, sondern vor allem, weil unsere Pferde davon profitieren. Missverständnisse werden weniger, Vertrauen kann wachsen und aus einem Nebeneinander entsteht eine echte Partnerschaft.

Deshalb gehört „Das Geheimnis der Pferdesprache“ für mich zu den wenigen Büchern, die ich jedem Pferdehalter von Herzen empfehlen kann.

Wenn du die Sprache deines Pferdes in der Realität besser verstehen möchtest, bin ich gerne für dich da und begleite ich dich gerne – 

vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.

Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Sonntag, 28. Juni 2026

„Du bekommst ihn. Er liebt dich.“ – Ein Satz, der ein großes Missverständnis über Pferde zeigt



Fjölvi – heute 21 Jahre alt. Ein Tarpan, der mir gezeigt hat, dass Kooperation nicht aus Liebe entsteht, sondern aus Verständnis und Vertrauen.


Als ich Fjölvi zum ersten Mal sah, war er etwa elf Jahre alt.

Er sollte als Gesellschafter für meinen Chester zu uns kommen. Bis dahin lebte er in einer Reitschule und war dort als Schulpferd ausgebildet worden. Doch für den täglichen Betrieb mit ständig wechselnden Reitschülern war er nicht geeignet.

Als ich ihn kennenlernte, fiel mir sofort sein Zustand auf. Wegen seines Sommerekzems hatte er kaum noch Mähne, die Schweifrübe war kahl und sein Fell sprach Bände.

Ich bat ihn um ein paar einfache Dinge. Unter anderem trabte er auf mein Zeichen an. Nichts Besonderes – und doch etwas, das die Reitlehrerin überraschte.

Sie schaute mich an und sagte:

"Du bekommst ihn. Er liebt dich."

Ich musste lächeln.

"Wie sollte er mich nach zehn Minuten lieben?"

Sie erklärte, dass er sich anderen Menschen gegenüber oft ganz anders verhalte und nicht immer tue, worum man ihn bitte.

Damals wurde mir bewusst, wie unterschiedlich wir dieselbe Situation interpretierten.

Sie glaubte, Fjölvi hätte sich für mich entschieden, weil er mich mochte.

Ich sah etwas anderes.

Ich hatte den Eindruck, dass er einfach erleichtert war, endlich einem Menschen zu begegnen, dessen Körpersprache für ihn verständlich war.

Das ist ein großer Unterschied.

Viele ursprüngliche Pferderassen und Wildpferderückzüchtungen wie Tarpane, Koniks oder Dülmener bringen noch sehr viel Eigenständigkeit mit. Sie folgen nicht automatisch jedem Menschen. Sie prüfen, beobachten und entscheiden.

Manche bezeichnen sie deshalb als stur oder schwierig.

Ich sehe das anders.

Sie folgen nicht blind. Sie folgen dann, wenn sie einen Sinn erkennen und Vertrauen fassen.

Genau das machte Fjölvi zu einem wunderbaren Lehrmeister.

Er wurde später eines der beliebtesten Pferde meiner Reitschüler.

Er verweigerte nie.

Aber nicht, weil er ein Pferd war, das einfach alles mit sich machen ließ.

Er achtete auf mich. Er vertraute mir. Und dieses Vertrauen schenkte er auch den Kindern, wenn sie es sich in seinem Tempo erarbeitet hatten.

Unsicherheit dagegen konnte er nicht einfach übergehen.

Es gab Kinder und auch Erwachsene, die ihn von Herzen liebten. Trotzdem arbeitete er mit ihnen nicht selbstverständlich zusammen.

Nicht aus Bosheit.

Sondern weil ihre Unsicherheit für ihn keinen klaren Weg vorgab.

Ein ursprüngliches Pferd kann einer unklaren Führung kaum folgen. Das wäre aus seiner Sicht nicht natürlich.

Heute ist Fjölvi einundzwanzig Jahre alt.

Seit rund zehn Jahren lebt er bei uns.

Er wird inzwischen nicht mehr geritten und genießt seine Zeit mit seinem Kumpel Chester. Seine Offenheit verschenkt er bis heute nicht an jeden sofort. Erst beobachtet er. Dann entscheidet er.

Und genau das liebe ich an ihm.

Übrigens verschwand sein Sommerekzem schon relativ kurze Zeit, nachdem er bei uns eingezogen war. Seine Mähne wuchs wieder nach und auch sein Schweif erholte sich. Ob es allein an der Haltung lag, kann ich natürlich nicht sicher sagen. Ich habe jedoch oft den Eindruck, dass Wohlbefinden und Stress auch einen Einfluss auf die Gesundheit eines Pferdes haben können.

Fjölvi hat mir in all den Jahren etwas Wichtiges beigebracht:

Wir verwechseln die Kooperation eines Pferdes viel zu oft mit Liebe.

Dabei wünschen sich viele Pferde vor allem eines:

Verstanden zu werden.

Und manchmal reicht genau das aus, damit sie uns etwas schenken, das viel tiefer geht als bloßer Gehorsam – ihr Vertrauen.

Oft verändert sich das Pferd, wenn sich die Kommunikation verändert. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 

vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.

Hier noch ein paar Bilder, über meinen kleinen großen Schatz Fjölvi:

 
 










Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Montag, 22. Juni 2026

Pferde leiden nicht laut – Eine Lektion der Pferde


Bevor ich begann, mich intensiver mit Pferdeverhalten zu beschäftigen, habe ich etwas anderes gelernt: Pferde leiden nicht immer laut.

Meine Pferde waren nicht aggressiv. Sie waren nicht gefährlich. Sie galten auch nicht als Problempferde.

Und trotzdem hatte ich immer häufiger das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.

Nach mehreren Stallwechseln sah ich dieselben Probleme immer wieder. Pferde, die nicht ausreichend zur Ruhe kamen. Meine Stute zum Beispiel legte sich oft sofort hin und schlief, sobald ich sie aus einer Gruppe holte, in der sie nie wirklich zur Ruhe kam.

Pferde, die ständig auf der Suche nach Futter waren und sich kaum auf etwas anderes konzentrieren konnten, weil nie genug davon vorhanden war.

Pferde, die sich verletzten, weil im Auslauf ein ständiger Kampf um Ressourcen herrschte.

Pferde, deren Bedürfnisse im Alltag zu wenig Beachtung fanden, weil Liegeflächen nicht eingestreut waren oder Rückzugsmöglichkeiten fehlten.

Damals versuchte ich nicht, die Pferde zu verändern. Ich begann zu fragen, was sie eigentlich brauchten.

Rückblickend war das vielleicht die wichtigste Lektion, die meine Pferde mir beigebracht haben.

Viele Menschen beginnen erst dann nach Ursachen zu suchen, wenn ein Pferd auffällig wird. Wenn es sich nicht verladen lässt, beim Reiten Probleme macht oder im Umgang schwierig erscheint.

Doch Pferde müssen nicht erst auffällig werden, um zu zeigen, dass etwas nicht stimmt.

Manchmal zeigen sie es durch Müdigkeit.

Manchmal durch ständigen Hunger.

Manchmal durch innere Unruhe.

Und manchmal zeigen sie es gar nicht deutlich genug, damit wir es sofort erkennen.

Je mehr ich beobachtete, desto klarer wurde mir, dass viele Schwierigkeiten ihre Ursache nicht im Pferd hatten.

Nicht das Pferd war das Problem.

Die Umstände waren es.

Ein Pferd, das nie ausreichend schlafen kann, wird nicht deshalb müde, weil es ein schwieriges Pferd ist.

Ein Pferd, das ständig nach Futter sucht, tut das nicht, um seinen Menschen zu ärgern.

Ein Pferd, das unter Stress steht, reagiert nicht aus Bosheit.

Es versucht lediglich, mit seiner Situation zurechtzukommen.

Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf Pferde grundlegend verändert.

Ich begann, weniger auf das Verhalten zu schauen und mehr auf die Ursachen.

Was erlebt dieses Pferd jeden Tag?

Hat es genügend Ruhe?

Genügend Futter?

Genügend Sicherheit?

Kann es seinen natürlichen Bedürfnissen nachkommen?

Heute glaube ich, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen würden, wenn wir diese Fragen häufiger stellen würden.

Pferde lehren uns etwas, das in unserer schnelllebigen Welt leicht verloren geht:

Bevor wir etwas verändern wollen, sollten wir versuchen, es zu verstehen.

Denn Verhalten hat Ursachen.

Und wenn wir beginnen, nach diesen Ursachen zu suchen, profitieren am Ende vor allem die Pferde davon.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen, sondern Menschen, die bereit sind hinzuschauen und zu verstehen. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 
vor Ort oder auch online, schicke mir eine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.

Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Sonntag, 21. Juni 2026

Verstehen statt Verändern - Eine Lektion der Pferde


Über viele Jahre habe ich versucht, Pferde zu verstehen.

Warum verhält sich ein Pferd auf eine bestimmte Weise?

Warum vertraut es?

Warum zieht es sich zurück?

Warum entsteht Verbindung mit dem einen Menschen scheinbar mühelos und mit dem anderen nicht?

Je mehr ich hinschaute, desto mehr wurde mir bewusst:

Die wichtigste Lektion der Pferde hat nicht nur mit Pferden zu tun.

Sie hat mit uns Menschen zu tun.

Denn weder Pferde noch Menschen müssen ständig verändert werden.

Oft möchten sie zuerst verstanden werden.


Lange Zeit dachte ich, dass Helfen bedeutet, Antworten zu geben.

Wenn ein Mensch ein Problem hatte, wollte ich unterstützen. Ich wollte Mut machen, Perspektiven zeigen und vielleicht auch einen Weg aufzeigen, der leichter sein könnte.

Ich dachte:

Wenn ich die richtige Lösung finde, kann ich etwas verändern.

Heute sehe ich das anders.

Denn echte Veränderung entsteht selten durch eine Antwort von außen.

Sie entsteht durch eine Erkenntnis im Inneren.


Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte

Wir alle werden geprägt.

Durch Erfahrungen.

Durch Begegnungen.

Durch Dinge, die uns passiert sind.

Durch das, was wir gelernt haben.

Manches davon begleitet uns ein Leben lang und unterstützt uns.

Aber manchmal entstehen auch Muster, die irgendwann einmal hilfreich waren, uns später jedoch begrenzen.

Wir reagieren immer wieder auf bestimmte Situationen ähnlich.

Wir treffen ähnliche Entscheidungen.

Wir geraten immer wieder an ähnliche Herausforderungen.

Und manchmal fragen wir uns:

Warum mache ich das eigentlich immer wieder?


Der Unterschied zwischen Wissen und Erkenntnis

Wir können viele Bücher lesen.

Wir können viele Ratschläge hören.

Wir können genau wissen, was wir verändern möchten.

Und trotzdem bleibt manchmal alles gleich.

Warum?

Weil Wissen alleine nicht immer ausreicht.

Eine echte Veränderung entsteht in dem Moment, in dem wir etwas wirklich verstehen.

Wenn wir nicht nur wissen, sondern erkennen:

"Das ist mein Muster."

"Das ist der Grund, warum ich so reagiere."

"Das gehört zu meiner Geschichte."

Und genau dort beginnt Freiheit.


Pferde haben mich viel darüber gelehrt

Meine Pferde waren für mich große Lehrer.

Sie haben mir gezeigt:

Verhalten entsteht nicht ohne Grund.

Ein Pferd ist nicht einfach schwierig.

Es verweigert nicht grundlos.

Es vertraut nicht weniger, weil es "stur" ist.

Hinter jedem Verhalten gibt es eine Ursache.

Vielleicht Unsicherheit.

Vielleicht schlechte Erfahrungen.

Vielleicht fehlendes Vertrauen.

Vielleicht eine Situation, die für das Pferd anders aussieht als für uns.

Ein Pferd braucht keine Verurteilung.

Es braucht Verständnis.


Menschen brauchen keine Reparatur

Diese Erkenntnis hat meine Sicht auf Menschen verändert.

Auch Menschen sind nicht falsch, nur weil sie bestimmte Muster haben.

Wir alle haben unsere Geschichte.

Wir alle haben gelernt, mit bestimmten Situationen umzugehen.

Manches davon dürfen wir irgendwann neu betrachten.

Nicht, weil etwas mit uns nicht stimmt.

Sondern weil wir uns weiterentwickeln.


Coaching bedeutet für mich nicht, jemanden zu verändern

Ich möchte niemandem sagen, wer er sein soll.

Ich möchte keinen Menschen in eine bestimmte Richtung drücken.

Meine Aufgabe sehe ich darin, Fragen zu stellen.

Zuzuhören.

Wahrzunehmen.

Einen Raum zu schaffen, in dem Erkenntnisse entstehen dürfen.

Denn die wichtigsten Antworten finden wir oft nicht außerhalb von uns.

Wir finden sie in uns selbst.


Entfaltung statt Veränderung

Vielleicht müssen wir nicht jemand anderes werden.

Vielleicht müssen wir nicht ständig an uns arbeiten, um "besser" zu werden.

Vielleicht dürfen wir zuerst verstehen, wer wir bereits sind.

Wie eine Blume nicht repariert werden muss, damit sie blüht.

Sie braucht nur die richtigen Bedingungen.

Raum.

Zeit.

Licht.

Vertrauen.


Manchmal brauchen wir keine neuen Antworten.
Manchmal brauchen wir nur den Mut, die richtigen Fragen zu stellen.

Wenn du Interesse an einer persönlichen Begleitung hast, freue ich mich über deine Nachricht.

Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Samstag, 20. Juni 2026

Warum billige Einstreu oft die teuerste Lösung ist – und wie ich zu meiner Holzpellet-Matratze gekommen bin



Wer Pferde hält, versucht früher oder später, die laufenden Kosten im Blick zu behalten. Das gilt besonders für die Einstreu. Viele von uns rechnen zuerst den Preis pro Ballen oder Sack aus und suchen nach der günstigsten Lösung.

Das habe ich früher auch getan.

Heute sehe ich das etwas anders.

Denn nach vielen Jahren Pferdehaltung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die billigste Einstreu oft die teuerste sein kann.

Nicht wegen des Einkaufspreises, sondern wegen der Arbeit, des Mistvolumens und der Auswirkungen auf die Pferde.

Als Stroh für mich nicht mehr die beste Lösung war

Früher habe ich mit Stroh eingestreut.

Wie viele andere Pferdehalter auch.

Doch irgendwann stellte ich fest, dass ich einen riesigen Strohmisthaufen produzierte und viel Zeit damit verbrachte, beim Misten die Pferdeäpfel aus dem Stroh herauszusuchen.

Manchmal kam ich mir vor wie bei der Ostereiersuche.

Die eigentliche Arbeit bestand nicht darin, die Pferde zu versorgen, sondern darin, verwertbare Einstreu von Mist zu trennen.

Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr fragte ich mich:

Geht das nicht einfacher?

Mein Versuch mit Holzpellets, bzw. Sägemehl.

Vor einigen Jahren begann ich, eine Liegefläche mit Holzpellets oder Sägemehl aufzubauen.

Anfangs war ich skeptisch.

Heute würde ich nicht mehr zurückwechseln.

Aus den Pellets entstand nach dem Aufquellen eine weiche, federnde Matratze, die inzwischen seit Jahren funktioniert.

Die Liegefläche wird regelmäßig gepflegt und nachgestreut, musste aber nicht komplett ausgetauscht werden.

Besonders beeindruckt hat mich, wie gern meine Pferde diese Fläche nutzen.

Sie schlafen dort regelmäßig, auch tagsüber. Häufig sogar direkt an den Ein- und Ausgängen des Unterstandes, wo sie gleichzeitig ruhen und ihre Umgebung im Blick behalten können.

Was sich im Alltag verändert hat

Die größte Veränderung war nicht die Optik.

Es war die Zeit.

Landet ein Pferdeapfel auf der Liegefläche, hebe ich ihn mit der Bollengabel auf, schüttle die Einstreu aus und bin fertig.

Keine langwierige Sortierarbeit. 

Kein großer Verlust an Einstreu.

Kein ständig wachsender Misthaufen.

Weil die Einstreu größtenteils im Stall bleibt, ist auch das Mistvolumen deutlich kleiner geworden.

Wer schon einmal überlegt hat, wohin mit den Mistbergen eines Winters, weiß diesen Vorteil zu schätzen.

Die teuersten Kosten entstehen oft durch Arbeit

Viele vergleichen nur den Preis eines Sackes Einstreu.

Dabei wird ein wichtiger Punkt vergessen:

Die eigene Arbeitszeit.

Wenn ich jeden Tag deutlich länger misten muss, wenn ich große Mengen Einstreu entsorgen muss oder ständig neue Einstreu benötige, dann entstehen ebenfalls Kosten.

Sie stehen nur nicht auf einer Rechnung.

Für mich war die Holzpellet-Matratze deshalb nicht die billigste Lösung beim Kauf.

Aber sie wurde zur günstigsten Lösung im Alltag.

Warum meine Pferde davon profitieren

Mindestens ebenso wichtig wie die Arbeitserleichterung ist für mich das Verhalten meiner Pferde.

Die Matratze ist weich und gleichzeitig tragfähig.

Gerade ältere Pferde oder Pferde mit Arthrose profitieren davon.

Sie sinken nicht tief ein, finden aber genügend Polsterung zum Liegen.

Auch beim Aufstehen bietet die festere untere Schicht guten Halt.

Meine beiden Pferde nutzen die Liegeflächen ausgesprochen gern.

Und das ist für mich immer das wichtigste Urteil.

Nicht jede Einstreu passt zu jedem Stall

Ich behaupte nicht, dass Holzpellets für jeden Stall die perfekte Lösung sind.

Jeder Stall ist anders.

Jedes Pferd ist anders.

Aber ich habe gelernt, dass man Einstreu nicht allein nach dem Preis beurteilen sollte.

Man sollte beobachten:

  • Wie gern liegen die Pferde?
  • Wie entwickelt sich das Stallklima?
  • Wie viel Arbeit entsteht?
  • Wie groß wird der Misthaufen?
  • Wie hoch ist der tatsächliche Verbrauch?

Erst dann lässt sich beurteilen, ob eine Einstreu wirklich günstig ist.

Mein Fazit

Heute denke ich bei Einstreu nicht mehr in Säcken oder Ballen.

Ich denke in Lebensqualität.

Für meine Pferde.

Und auch für mich.

Denn eine Einstreu, die den Pferden eine gute Liegefläche bietet, das Stallklima verbessert, weniger Mist erzeugt und täglich Zeit spart, ist für mich letztlich die günstigere Lösung – selbst wenn sie beim Kauf zunächst etwas teurer erscheint.

Manchmal zeigt sich der wahre Preis eben erst nach einigen Jahren Erfahrung.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Freitag, 19. Juni 2026

Mein Leben mit Pferden – eine Reise zu Vertrauen, Führung und Verbindung



Ich möchte erzählen, was Pferde mich gelehrt haben.

Nicht über Techniken.
Nicht über das Erzwingen von Verhalten.
Sondern über Beziehung.

Im Laufe meines Lebens mit Pferden habe ich verstanden, dass viele Probleme nicht entstehen, weil ein Pferd schwierig ist. Sie entstehen, weil Mensch und Pferd einander nicht mehr verstehen.

Ein Pferd kommuniziert immer.

Es zeigt durch sein Verhalten, seine Körpersprache und seine Reaktionen, wie es eine Situation erlebt.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht:

„Wie bringe ich ein Pferd dazu, mir zu folgen?“

Sondern:

„Wie werde ich jemand, dem ein Pferd folgen kann?“

Denn echte Führung entsteht nicht durch Druck oder Kontrolle.

Sie entsteht durch Klarheit, Ruhe und Vertrauen.


Vertrauen beginnt mit Verständnis

Besonders sensible Pferde zeigen oft die größten Herausforderungen – aber auch die größten Veränderungen.

Nicht, weil sie schwieriger sind.

Sondern weil sie feiner wahrnehmen.

Sie reagieren auf Unsicherheit, Widersprüche und fehlende Klarheit.

Wenn Kommunikation verständlich wird, kann etwas geschehen, das für Außenstehende wie ein Wunder aussieht:

Ein Pferd entspannt.

Es öffnet sich.

Es beginnt wieder zu vertrauen.

Doch das eigentliche Wunder ist nicht die Veränderung des Pferdes.

Das eigentliche Wunder ist, was geschieht, wenn ein Lebewesen sich verstanden fühlt.


Führung bedeutet Sicherheit

Ein Pferd sucht keinen Menschen, der perfekt ist.

Es sucht einen Menschen, der glaubwürdig ist.

Ein Pferd folgt nicht einer Rolle, einem Titel oder einer äußeren Fassade.

Es reagiert auf Authentizität.

Deshalb beginnt Führung nicht beim anderen.

Sie beginnt bei uns selbst.

Wer sich selbst nicht wahrnimmt, kann auch andere schwer wahrnehmen.

Wer seine eigene Unsicherheit nicht kennt, kann schwer echte Sicherheit geben.


Pferde als Spiegel

Pferde zeigen uns nicht nur etwas über sie.

Sie zeigen uns etwas über uns.

Sie reagieren auf unsere innere Haltung.

Auf unsere Klarheit.

Auf unsere Ängste.

Auf unsere Stärke.

Auf unsere Widersprüche.

Und manchmal führt die Begegnung mit einem Pferd dazu, dass ein Mensch sich selbst wieder begegnet.

Nicht, weil das Pferd eine Lösung liefert.

Sondern weil es einen Raum schafft, in dem Ehrlichkeit möglich wird.


Die wichtigste Erkenntnis

Ich habe gelernt:

Ich kann ein Pferd nicht zwingen, mir zu vertrauen.

Aber ich kann lernen, so zu handeln, dass Vertrauen entstehen darf.

Ich kann ein Pferd nicht verändern.

Aber ich kann meine Art der Kommunikation verändern.

Ich kann kein Wesen kontrollieren.

Aber ich kann jemand werden, dem ein anderes Lebewesen freiwillig folgt.


Und vielleicht ist die größte Lektion:

Pferde lehren uns nicht nur, wie wir mit ihnen umgehen.
Sie lehren uns, wie wir in Beziehung treten.

Ein Pferd ist kein Werkzeug für Veränderung. Es ist ein Gegenüber, das uns zeigt, wo Veränderung in uns selbst beginnen kann.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen, sondern Menschen, die bereit sind hinzuschauen und zu verstehen. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 

vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 

Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.


 https://pferd.24-hs.de/


Lisa Peters

Die 7 häufigsten Fehler bei der Pferdeeinstreu – und warum sie teuer werden können



Wer neu in die Pferdehaltung einsteigt, beschäftigt sich meist mit Futter, Weide und Stall. Die Einstreu wird dagegen oft als Nebensache betrachtet. Dabei verbringen Pferde viele Stunden täglich auf ihrer Liegefläche. Schlechte Einstreu kann nicht nur die Stallarbeit erschweren, sondern auch die Gesundheit der Pferde beeinträchtigen.

Im Laufe der Jahre habe ich die unterschiedlichsten Einstreuarten ausprobiert und viele Ställe gesehen. Dabei sind mir immer wieder dieselben Fehler begegnet.

Fehler 1: Die billigste Einstreu kaufen

Natürlich spielen Kosten eine Rolle. Doch eine günstige Einstreu kann teuer werden, wenn sie schlecht saugt, stark staubt oder ständig nachgestreut werden muss.

Nicht der Ballenpreis entscheidet, sondern die Kosten über das ganze Jahr.

Fehler 2: Nur auf die Saugfähigkeit achten

Viele Pferdehalter suchen nach einer Einstreu, die möglichst viel Urin bindet.

Das allein reicht aber nicht.

Eine gute Einstreu sollte auch:

  • staubarm sein,
  • angenehm zum Liegen sein,
  • das Stallklima unterstützen,
  • und leicht zu pflegen sein.

Fehler 3: Staub unterschätzen

Besonders bei älteren Pferden oder empfindlichen Atemwegen kann Staub ein großes Problem werden.

Oft bemerken wir die Belastung erst, wenn das Pferd bereits hustet oder sich Schleim bildet.

Fehler 4: Zu wenig Einstreu verwenden

Manche Pferdehalter versuchen Material zu sparen.

Die Folge:

  • harte Liegeflächen,
  • feuchte oder nasse Stellen,
  • mehr Ammoniak,
  • Hufkrankheiten und höherer Verschleiß der Hufe.

Fehler 5: Die Einstreu nicht an das einzelne Pferd anpassen

Es gibt keine perfekte Einstreu für alle Pferde.

Der starke Pinkler benötigt oft etwas anderes als das robuste Offenstallpferd.

Auch Allergiker, Senioren oder Pferde mit Atemwegsproblemen haben besondere Anforderungen.

Fehler 6: Das Stallklima ignorieren

Viele denken, schlechte Luft komme nur vom Ausmisten.

Tatsächlich hat die Einstreu großen Einfluss auf Feuchtigkeit und Ammoniakentwicklung.

Ein Stall kann optisch sauber wirken und trotzdem ein schlechtes Klima haben.

Fehler 7: Sich auf Empfehlungen verlassen

Was im Nachbarstall funktioniert, muss nicht im eigenen Stall funktionieren.

Jeder Stall hat andere Bedingungen:

  • Bodenbeschaffenheit
  • Belüftung
  • Pferdeanzahl
  • Fütterung
  • Arbeitsaufwand

Deshalb lohnt es sich, verschiedene Lösungen kritisch zu testen.



Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Montag, 24. Februar 2025

So gewinnst du das Vertrauen deines Pferdes




Das Vertrauen deines Pferdes lässt sich nicht einfach über Nacht aufbauen. Es gibt keinen „Knopf“, den du drücken kannst, um sofortige Ergebnisse zu erzielen. Ich wäre die Erste, die dir diesen geheimen Trick verraten würde, denn dann ginge es vielen Pferden und ihren Menschen viel besser.

Das Vertrauen deines Pferdes kann man mit vielen kleinen Elementen festigen. Viele dieser Elemente hast du wahrscheinlich bereits – bewusst oder unbewusst – angewendet. Es ist nicht notwendig, alles richtig zu machen, bevor du das Vertrauen deines Pferdes erlangst. Noch wichtiger ist, dass es ganz einfach ist, das ein oder andere Element (also die Ideen, die du hier findest) in deinen Alltag mit dem Pferd zu integrieren.

Letztendlich ist alles eine Frage des Gefühls, was du bereit bist, deinem Pferd entgegen zu bringen! Wenn du dir regelmäßig ins Gedächtnis rufst, dass dein Pferd ein Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen, Ängsten und einer besonderen Persönlichkeit ist, wird es dir einfacher fallen, die Bedingungen so zu schaffen, dass dein Pferd dir Vertrauen entgegenbringt. Wenn du die Zeit mit deinem Pferd schätzt und den Fokus auf euer gemeinsames Wachstum legst – anstatt nur auf das Erreichen von Zielen – und dir dabei Zeit lässt, werden die gemeinsamen Stunden umso schöner sein!

Um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen, ist es wichtig, dass du versuchst, es wirklich kennenzulernen. Achte darauf, was es ausmacht, was ihm Freude bereitet. Finde heraus, was dein Pferd braucht, wo es sich wohlfühlt und wie du ihm helfen kannst. Gleichzeitig solltest du auch darauf achten, was es nicht mag, oder was es verunsichert.

So kannst du eine bereichernde Beziehung aufbauen, die auf Vertrauen und Respekt basiert. Denk daran, dass egoistisches Handeln und das Ignorieren der Bedürfnisse deines Pferdes das Vertrauen schnell gefährden können. Die gute Nachricht ist: Wenn du ein starkes Vertrauensverhältnis zu deinem Pferd aufbaust, wirst du auch seinen Respekt gewinnen – ganz nebenbei!

Auch in einer respektvollen und freundschaftlichen Beziehung zu deinem Pferd muss einer die Führung übernehmen, um das Wohl aller zu gewährleisten. Ein „Chef“ muss das Sagen haben, den Kurs festlegen und sicherstellen, dass alle in Sicherheit sind und gerne folgen. Er muss auch dafür sorgen, dass jeder am richtigen Platz seine Aufgaben erfüllen kann. Fairness, Motivation und ein angenehmes Umfeld sind dabei unerlässlich. Wenn ein Herden-Chef Druck und Ungerechtigkeit ausübt, wird die Herde Abstand halten und nicht gerne folgen. Das führt uns zu Herausforderungen im Umgang mit Pferden.

Es gibt einige Punkte, die darüber entscheiden, ob und wie stark Vertrauen aufgebaut wird. Bitte verstehe mich nicht falsch! Es bedeutet nicht, dass du all diese Dinge perfekt umsetzen musst, um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen. Es sind lediglich Vorschläge für ein angenehmes Zusammen sein – ein Leitfaden, der dir helfen soll, ein neues Bewusstsein für die Bedürfnisse deines Pferdes zu entwickeln.

Hier sind einige Anregungen:

Um eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zu deinem Pferd aufzubauen, ist es wichtig, auf seine Bedürfnisse und Gefühle einzugehen. An Tagen, an denen du schlecht gelaunt oder aggressiv bist, solltest du deinem Pferd Ruhe gönnen. Triff Entscheidungen, die im besten Interesse deines Pferdes sind, und vermeide es, es in brenzlige Situationen zu bringen. In unvorhersehbaren oder angsteinflößenden Momenten ist es entscheidend, gelassen zu bleiben und in schwierigen Situationen voranzugehen, auch wenn dein Pferd unruhig ist.

Achte darauf, dass dein Pferd beim Fressen in der Herde genug Ruhe und Futter hat. Halte andere Pferde gegebenenfalls fern, um ihm Sicherheit zu geben. Wenn dein Pferd krank ist, reite es nicht, sondern lass es entspannt an der Hand grasen oder gehe mit ihm spazieren. Erkenne seine Ängste und binde es nicht im cross-tying an. Vermeide alles, was Druck oder Schmerzen verursacht, wie unangemessene Ausbinder, schmerzende Gebisse, schlechte oder fehlende Hufbearbeitung oder nicht passende Sättel.

Sei aufmerksam gegenüber Anzeichen von Überforderung oder Krankheit. Wenn dein Pferd, das normalerweise gerne kommt, eines Tages nicht zu dir kommt, hat das einen Grund – finde ihn heraus. Schere dein Pferd nicht, nur weil es für dich bequemer ist, und reite es nicht, wenn es nass ist. Reite es trocken, wenn es durch das Reiten geschwitzt hat. Verlange nur das, was es momentan versteht und leisten kann, und lobe es in seinem Sinne.

Zwinge dein Pferd nicht in angsteinflößende Situationen und lasse nicht zu, dass andere Menschen ihm schaden. Wenn es in die Klinik muss, bleibe bei ihm, bis es sediert ist, oder besuche es, damit es in Ruhe fressen kann, sollte es dort sein Futter nicht anrühren. Bereite es auf unangenehme Dinge wie Zahnarzt oder Tierarzt vor. Zwinge es nicht „mal schnell“ in den Anhänger, sondern übe dies vorher gut indem du es auf enge Bereiche und andere Untergründe vorbereitest. Achte darauf, dass deine Stute bei einem Decksprung nicht gefesselt wird und lasse sie ihr Fohlen in Ruhe zur Welt bringen.

Respektiere die Bedürfnisse deines Pferdes und zeige ihm, dass deine Berührungen angenehm sind. Achte darauf, dass es sich nicht aus Angst oder Unsicherheit abwendet. Schule dein Auge um zu erkennen, wenn es Schmerzen hat, und stelle sicher, dass es nicht unter Juckreiz leidet, ohne behandelt zu werden, bevor du eine Decke auflegst. Verlange keine Leistungen, die es nicht erbringen kann, und lasse es nicht über unwegsamen Boden laufen, wenn seine Hufe nicht darauf vorbereitet sind.

Biete deinem Pferd so viel Auslauf und Herdenkontakt wie möglich, aber stelle sicher, dass empfindliche, alte oder kranke Tiere nicht in eine stressige Offenstallhaltung gezwungen werden, sondern Rückzugsmöglichkeiten haben. Verbringe Zeit mit deinem Pferd, ohne etwas von ihm zu verlangen und spiele mit ihm. Freue dich über seine Fortschritte und entwickle Zuneigung, auch wenn es noch problematisch ist.

Scheuche dein Pferd nicht im Roundpen, um es zu dominieren, und sei bereit, einen Stallwechsel in Kauf zu nehmen, wenn dies für euch beide entspannender ist. Denke daran, die Gesundheit deines Pferdes zu erhalten, bevor Krankheiten auftreten.

Pferde haben ein feines Gespür dafür, ob wir ehrlich und fürsorglich mit ihnen umgehen und für ihr Wohl besorgt sind. Sie sind erstaunlich geduldig und bereit zu verzeihen, solange wir bereit sind, unsere Fehler zu erkennen und unser Verhalten zu ändern, auch wenn wir aus Unwissenheit nicht von Anfang an die perfekte Leitung unserer kleinen Herde übernehmen können. Lasse dich mit Freude und Zuversicht auf einen Weg ein, der zu einer erfüllten Beziehung mit deinem Pferd führt.

Pferde brauchen keine perfekten Menschen, sondern Menschen, die bereit sind hinzuschauen und zu verstehen. Wenn du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne – 
vor Ort oder auch online, ich freue mich über deine Nachricht. 
Die Erfahrungen anderer Pferdehalter mit meiner Arbeit findest du in meinen Bewertungen.


Lisa Peters: pferde.24-hs.de

Montag, 11. September 2023

Das Ding mit der Freiwilligkeit bei Pferden - Was ist die letzte Konsequenz?



Ich habe da einen schönen Artikel gefunden, über den Umgang mit der Freiwilligkeit bei der Zusammenarbeit mit Pferden von Tanja von Salzen-Märkert


Ich möchte gern den Kommentar, den sie am 29. August 2023 auf Facebook geteilt hat hier zittieren, ich kann leider keinen Link dazu setzen. Der Artikel ist toll geschrieben und regt zum Nachdenken an. 

Zitat:

Seien wir ehrlich!
Das Ding mit der Freiwilligkeit ist für die meisten ein zweischneidiges Schwert...
- früher oder später fordert das Denken der TOTALEN FREIWILLIGKEIT ihren Tribut! Darauf sollte man/frau vorbereitet sein...
Ich komme gerade von einer sympathischen und was Pferde, ihre Versorgung und Haltung betrifft, fachkundigen jungen Frau, die ihr erstes eigenes Pferd ausbildet.
Sie hat es bereits als Fohlen gekauft und zu sich auf den heimischen Paddock geholt.
Dort lebte es in den vergangenen Jahren mit 4 Stunden Weidegang täglich in einer kleinen Gruppe mit 4 sehr gut zueinander passenden Pferden. Die Herde ist sehr harmonisch, es gibt nur ganz selten Auseinandersetzungen. Es herrscht Frieden und es fühlt sich an wie ein Ort, um aufzutanken...BEI DEN PFERDEN...
Es gibt diese 4 Stunden Weidegang pro Tag, daneben Heu/Stroh-Mix ad libitum, täglich ein paar Mineralbricks und das Rundum-Sorglos-Paket aller erdenklicher Fürsorge.
Selbstverständlich hat die junge Frau versucht, alles harmonisch und fair in die Wege zu leiten in puncto Zusammenarbeit. Schliesslich "soll das Reiten später Freude und nicht Zwang sein", so ihre sehr löbliche Denke.
Sie schulte im täglichen Umgang
- Kooperation,
- "eigenständiges" Denken (in dem Rahmen, in dem es
überhaupt etwas zu denken gibt),
- prompte Reaktionen auf Druck und körperliche Ansprache
- sie kann ihr Pferd selbstverständlich überall berühren, ab- und einsprühen, manövrieren,
- sie kann frei aufsitzen während es frisst und oben alle möglichen Bewegungen machen, ohne dass es sich erschreckt oder ängstigt.
- es allein auf einen Transporter verladen, hinein - und nach einer Pause sicher wieder heraus.
All das wurde immer und stets im Alltag gewissenhaft eingebaut, so, wie es sich ergab - und auch nur, wenn es einen Anlass dazu gab und sich die Situation förmlich anbot. Sie wollte ihren geliebten Chat niemals überfordern - das war ihr Versprechen ihm gegenüber. Alles sollte möglichst harmonisch und freiwillig ablaufen. Sie wollte, dass sie Freunde seien... Wahrhaftige Freunde, die die Freude des Lebens miteinander teilen würden...
Nun, in diesem Jahr ist Chat 5jährig und ein ausgewachsener Bursche.
Und es stellt sich heraus: gross ist er geworden!
Körperlich UND in seinem Selbstbewusstsein.
Er ist stark, klar, eindeutig, führt die Herde wie kein zweiter nur mit Mimik und seinem Ohrenspiel... Alle Pferde scheinen ihn zu mögen UND haben gleichzeitig Respekt vor ihm... Er ist muskulös und eine wahrhaftige Erscheinung. An Hormonen scheint es ihm trotz Kastration nicht zu mangeln - ein Hingucker!
Er hat in der Vergangenheit wie einst versprochen erlebt, dass er IMMER mitentscheiden durfte:
- ob er heute einen Sattel ausprobieren möchte, oder nicht.
- Ober JETZT die Hufe geben möchte - oder erst später.
- Ob er diesen Hufschmied möchte - oder einen anderen.
- Ob er sich JETZT an den Aufstieg stellt, so dass seine Halterin aufsteigen kann, oder nicht...
- und wann sie wieder dorthin transportiert wird, um abzusteigen (für gewöhnlich nach 2,5 Runden in der kleinen Halle am Paddock).
Und mit wachsender Erfahrung hat Chat sich jetzt ausgedacht, dass er - wenn er schon die Wahl hat - keine Lust mehr auf das alles hat. Freiwillig nutzt er seinen ihm eröffneten Raum und frei und willig gemäß seiner Tagesverfassung zu entscheiden...
Das hat er nicht nur über die Tierkommunikation mitgeteilt, sondern auch körpersprachlich mit reger Dynamik und deutlichem Ausdruck.
Die neue Frei-Willig-Keit wird jetzt von Chat höchstpersönlich eingefordert:
- Er mag keine Trense mehr anziehen (erst gab es darüber einige Diskussionen, weil mit 4 1/2 nochmal Zähne kamen - jetzt hat er entschieden: Es bleibt dabei - KEINE TRENSE ).
- Dann hat er entschieden, die Herde, in der er seiner Meinung nach so dringend gebraut wird, nicht mehr zu verlassen,
- dann gab er die Hinterhufe nicht mehr ohne grösseren Aufstand,
- nun gibt er gar keine Hufe mehr, ohne zu Schnappen,
- die Halle und das Stellen an den Aufstieg wird teils verweigert - auf freiwilliges an den Aufstieg stellen kann man lange warten - tt er nicht mehr,...
- und in den Anhänger geht er auch nicht mehr, da er sich gar nicht mehr vom Paddock bewegen lässt.
"WIESO das alles, obwohl es NIE eine negative Situation, einen Unfall oder etwas anderes Beeindruckendes gab???", ist die Frage, mit der mich die Halterin anrief.
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: man brachte ihm bei, auf seine Natur zu hören - und das tut er jetzt.
Das ist doch gut - oder nicht?
Darum ist man doch nie konsequent gewesen - um IHN nicht zu beschneiden - oder?!
Was anderes hätte er daraus lernen sollen oder gar können, wenn nicht "die eigene Wahl und Kraft zur Mitentscheidung zu haben"?!
***
Viele meiner Kundinnen stehen an diesem Punkt und befinden sich in einer Sackgasse.
Nimmt man die Scheuklappen von den Augen, zeigt sich, dass diese Sackgasse aus versehen selbst gemacht ist... an wichtigen Schlüsselmomenten nicht weit genug gedacht...
Besonders schlimm ist es für Pferde, die für JEDE eingene Entscheidung auch noch Leckeres verabreicht bekamen... Das hiess nämlich, die eigene Entscheidung hat einen XXL-Wert!
Und das merken sie sich selbstverständlich.
Ist doch gut - oder? Oder wofür sonst kam die Leckerei ???
***
Ich stand selbst dreimal mit eigenen Pferden an dieser Schwelle.
> Den einen hatte ich aus solch einer Freiheitserziehung übernommen, bevor er seiner Besitzerin wohlmöglich noch zu töten versuchte. Nachdem sein freier Wille und demzufolge sein Freiheitsdrang auch bei uns auf dem Hof mit viel Platz nicht in der Form möglich war, wie das, wohin er hineingezogen/erzogen wurde, landete in einer grossen Depression. Die einzige Heilung damals schien: ihn frei zu lassen.
... Er musste eines Tages erlöst werden. Gefangenschaft und Weisungen im Alltag hielt er nicht mehr aus.
> eine weitere Stute konnte das mit dem Reiten für sich nicht mit-(er)-tragen und ist das Bodenarbeitspferd bei einer Freundin gewordener, der es nie in den Sinn kam, sich auf ein solches Pferd zu setzen
> meiner jetzigen Stute steht es frei, geritten zu werden oder nicht. Und sie hat Glück: denn ICH bin jetzt die, die sich die Freiheit nimmt, das nicht mehr zu wollen!
Sie liebt ihre Freiheit sehr und geniesst ihr Leben.
Zu meinem Bedauern reitet sie aber gerne aus. > Wir haben also nach einer leichteren Frau als mich gesucht, um ihr diesen Genuss zu ermöglichen.
Und manchmal, wenn sie zart und betörend, fast etwas aufdringlich genug ist, schafft sie es, MICH zu überzeugen, auf ihren Rücken aufzusteigen. Sie transportiert mich dann, als wäre ich ihr Schatz und passt wunderbar auf, dass ich mir den Rücken nicht erneut wehtue...
Und dann ist es da, das Gefühl vollendeter Zusammenkunft.
Was ich damit sagen will: es gibt diese Pferde, die sich gerne reiten lassen. Oder die, die einen mitnehmen, weil man der Schlüssel für das Öffnen der Pforte in Menschengestalt ist, was wiederum einen Ausflug in die Natur und die Weite bedeutet...
Jedoch entscheiden die meisten Pferde, die ich kenne, sich für
- das Leben mit den Artgenossen,
- das Bleiben in der Herde,
- das Übernehmen einer Position innerhalb der Gruppe, die sie nicht sich selbst überlassen wollen
- die vollkommene Entscheidungsfreiheit
- jederzeitiges Umentscheiden (Was wirklich sehr gefährlich werden kann)
...vor allem, wenn bis dahin ALLES FREI UND WILLIG WAR!
Wer also ein Reitpferd haben möchte, für den ist es unumgänglich, seinem Pferd in Sachen Frustrationstoleranz zu schulen und es somit MENSCHEN-KONTEXT-ALLTAGSTAUGLICH zu erhalten.
Ansonsten hat man nämlich nicht zu einem Partner herausgebildet, sondern für einen dopamin- und erfolgsverwöhnten Junkie, dessen Wohlgefühl abhängig ist von der eigenen Wahl; dem Erfolg. Die Sucht (=Suche nach Erfolg und Depression liegen nah beieinander).
Nimmt man ihm dann die Wahl, kann er nur wütend oder traurig werden.
Einige werden Furien, andere depressiv und krank ->>> es sei denn, ihr habt die Wahl sie freizulassen!
Und ob das dann das ist, was sie sich ersehnten, stelle ich mal arg in Frage - denn : SIE KÖNNEN KEINE VORSTELLUNG DAVON HABEN, WIE SCHWIERIG ES HIER IST, 365 TAGE WILDPFERD ZU SEIN... Darauf sind die meisten von ihnen weder vorbereitet noch reif genug. Auch hatten sie keine Vorbilder...
Fazit: Ich kenne aktuell mehr Pferde, die sich nach Freiheit und Auswilderung sehnen, denn je....
...und unter Umständen hat das mehr mit uns und unserem Gefühl zu tun, gefangen zu sein (in sich selbst, innerhalb der Gesellschaft...), als mit ihrem...
Wenn das die Wahl unserer Pferde ist (und nicht unsere provozierte projektionsorientierte Erziehung von dem, was wir uns selbst für UNS wünschen), dann sollten wir darüber nachdenken, wie das umsetzbar ist: diese
NEUE PFERDEWELT!
P.S. Es gibt übrigens genügend Wildpferdeprojekte, bei denen man Patin eines betreuten, aber halb-wilden Pferdes sein kann. Ich halte das für einen schönen Anfang!!!
Bei allem, was ihr tut oder entscheidet, denkt bitte daran: es geht AUCH UM EUCH! Und es geht um einen praktikablen Weg ...
Ich kenne nur wenige, die glücklich sind, ein Wildpferd zu supporten.
Was für mich grösster Wunsch und Ziel ist, ist noch lange nicht für jede/n ein Vergnügen!!!
Ein Ausschnitt meiner täglichen Arbeit und zum Nachdenken - nicht zum Diskutieren gedacht....
Be. Das Projekt. Bist Du selbst!

Tanja von Salzen-Märkert 

Zitat Ende"

 
Lisa Peters: pferd.24-hs.de

Sonntag, 25. September 2022

Über Vertrauen gewinnen, Kommunikation und Führungsqualitäten dem Pferd gegenüber.


Folgende Situation:  
Die Stute und ihre Tochter, beide kleben seit Geburt aneinander, eine möchte nicht ohne die andere bleiben. Sie stehen mit einem Wallach zusammen in einem kleinen Wiesenauslauf.

Ich betrete den Bereich, einen kurzen Moment später kann ich sie ohne zu zappeln ruhig aufhalftern, sie folgt meinen Bewegungen freiwillig am lockeren Seil, von ihrer rufenden Mutter und der Herde weg, geht sie mit mir entspannt spazieren, weil sie mir vertraut.

 Was ist geschehen? Voran gegangen ist ein winziger Augenblick, in dem ich ihr gezeigt habe, dass sie mir wichtig ist und ich ab jetzt ihren Weg bestimmen möchte. Doch wie habe ich das geschafft?

Wahrscheinlich wie jeder Hengst eine Stute für sich gewinnt, in dem er sie absondert und weg treibt und ihre Richtung bestimmt. Es brauchte für mich nur einen winzigen Augenblick, ich habe ihr den Weg zur Mutter mit meiner Bewegung abgeschnitten und sie gestoppt. Sie hat mich sofort verstanden, weil ich in diesem Moment nicht menschlich gehandelt habe, sondern das gemacht habe, was auch ein anderes Pferd gemacht hätte um mit ihr zu kommunizieren und ihr zu zeigen, was es von ihr möchte.

Andere Situation:
Der junge Hengst will sich nicht führen lassen, zieht weg, ist schwer zu händeln.

Ich gehe zum ihm in die Halle, dort läuft er frei, ich bestimme nun seine Laufrichtung und Geschwindigkeit, stoppe ihn und lasse ihn in die andere Richtung laufen, stoppe ihn wieder, gehe auf ihn zu, nehme ihn an das Halfter und er folgt mir brav mit entspannt gesenktem Kopf am lockeren Seil im Abstand hinaus aus der Halle. Er lässt sich lieb zum Stall führen, bleibt stehen, wenn ich stehen bleibe, geht weiter wenn ich mich weiter bewege.

Sind das Zufälle? Nein. Beide Pferde waren psychisch und physisch ganz gesund, lebten in einer artgerechten Haltung, hatten noch nichts Schlimmes in ihrem kurzen Leben erlebt und haben einfach auf die Kommuniktion mit Körpersprache reagiert, weil sie die sofort verstanden haben.

Noch eine Situation:
Der junge Wallach Chester, 2-3 jährig frisch von der Fohlenaufzucht auf der Alm gekommen, gerade erst genesen von einem Kieferbruch, spürt seine Kräfte zurück kommen. Er ist sehr dominant, fühlt sich immer besser und möchte nun seine Möglichkeiten austesten, die er so lange nicht ausleben konnte.

 In seiner Bewegungsfreiheit jetzt begrenzt, in einem Offenstall mit anderen Wallachen zusammen ist er froh, dass sein Mensch ihn immer wieder heraus holt um mit ihm zu spielen.  Naturgemäß möchte er seine Kräfte messen, will die Richtung bestimmen, in dem er seinen Menschen mit zieht, steigt den Menschen an und rennt los wann er möchte.

In den geschützten Bereich der Reithalle geführt und los gelassen, kann er sich kurz austoben und seine Freiheit genießen. Er möchte den Bereich für sich markieren und sich dann gern wälzen, aber ich lasse ihn nicht, treibe ihn weg und statt dessen wälze ich mich an dem Platz, den er ausgesucht hatte. (Dazu scharre ich kurz mit dem Fuß, hocke ich mich hin und bewege mich hin und her, stehe auf, scharre wieder mit dem Fuß und pruste ziemlich zufrieden ab.) Erst dann darf er sich wälzen. Seinen Schweif trägt er nun nicht mehr ganz so hoch, sein Kopf sieht nun entspannter aus und er steht ruhig da wir können etwas pflegen und streicheln. Ich genieße den Moment der Harmonie.

Unser nächster Tag läuft ähnlich ab. Er betritt mit mir die Halle, ich wälze mich zuerst und er wälzt nicht, sondern hat einen neuen Plan ausgeheckt. Er äppelt um seinen Bereich zu markieren. Ich bin vorbereitet, ich gehe zu seinem Haufen, markiere mit einem Papiertaschentuch, dass ich dicht am Körper getragen habe und lege es über den Haufen. Er sieht mir zu dabei. Dann geht er hin schnuppert und schwupps ist das Papiertuch in seinem Maul verschwunden. 
Ich lege Nachschub drauf und lasse ihn nicht mehr hin. Da äppelt er wieder, ich hab auch noch Tücher, die ich drauf lege und das wiederholt sich gesamt 5 mal. Sein Pulver scheint verschossen, bzw er kann nicht mehr und sein Kopf senkt sich zufrieden, er kaut und schlendert herum. Ich habe ihm ein weiteres Mal gezeigt, dass ich genauso gut markieren kann wie er, aber letztendlich mehr Möglichkeiten einstecken habe.  

Ein anderes mal will er mich einkreisen, ich schicke ihn gerade aus. Dann bestimme ich seine Gangart, oder stoppe und wende ihn. Oder lasse ihn anhalten. Wieder zeigt sich, dass auch er versteht, was ich von ihm möchte. Ich möchte nur, dass er mir folgt, weil ich unser Territorium besser markieren kann, seine Richtung bestimmen kann und ihn auch stoppen kann, das heißt auf pferdisch: ich übernehme die Herdenführung. Alle weiteren Probleme haben sich damit in Luft aufgelöst. Kein Ansteigen mehr, denn man steigt seinen Chef nicht an, kein losreißen mehr, denn man folgt brav dem Chef, kein anrempeln mehr, weil das dem Chef gegenüber respektlos wäre.

Trotzdem darf er jetzt respektvoll darum bitten, zum Gras gehen zu dürfen um zu fressen indem er einfach dorthin schaut, er darf darum bitten, eine bestimmte Richtung beim Spaziergang einschlagen zu dürfen und er darf darum bitten näher kommen zu dürfen um gekrault zu werden, alles nur mit einer Andeutung von seinen Blicken. Respektvoll und ohne Druck. Er muss trotzdem respektieren, dass ich letztendlich diejenige bin, die jede Handlung erlaubt oder verbietet, beginnt oder beendet. Nur so kann er sich auf meine Führung verlassen und mir vertrauen, dass ich auch für seine Sicherheit sorge.

Bei ihm hat es eine Weile gebraucht um jetzt ein zuverlässiges, respektvolles Pferd zu werden, das von jedem Kind geführt werden kann, solange ich daneben laufe. Denn er hört auf meine Stimme, egal wie weit ich weg bin. Von überall, auch vom Spielen mit Kumpels lässt er sich nun abrufen. Auch wenn es mit ihm ein längerer Weg war, es hat sich gelohnt. Er war mein erster schwieriger Fall, aber mit ihm durfte auch ich ganz viel lernen.

Ich benutze in ausgewählten Sequenzen außer der Körpersprache und dem Stimm-Lob manchmal Futterbelohnung, aber nur nach einem Belohnungston oder Clickersignal. Druck oder Verstärkung von Druck wird manchmal auch als Impuls von mir verwendet, zum Beispiel um von einem aufdringlichen Pferd Abstand zu mir zu fordern. Das geschiet so, dass ich den Druck nicht Richtung Pferd schicke, sondern bei mir selber einen Raum schaffe, in dem ich vielleicht vor mir mit der Peitsche fuchtele, schwer zu beschreiben. Wenn das Pferd dann näher kommt, würde es in die wedelnde Peitsche laufen, aber nicht, weil ich sie dem Pferd drauf schlage, sondern weil das Pferd zu nahe kommt und rein läuft, ich kann es nicht anders beschreiben. 

Oder ich werfe ein Seil, um den Raum zu markieren, den ich beanspruche, falls es das Pferd zufällig trifft, weil es hinein läuft ist es auch nur ein Berühren, kein Schlag, kein Schmerz. Das Pferd versteht das auch nicht als Zurechtweisung dann, sondern als das Einfordern meines Raumes. 
Eine Peitsche wird von mir nur als verlängerter Arm, Zeiger oder Signalgeber benutzt. Daher können meine Pferde entspannt bei mir sein und reagieren nicht gestresst oder ängstlich. Das genügt vollkommen, denn Pferde haben die Tendenz freiwillig mit zu machen und dem Ranghöheren zu folgen, wenn sie vertrauen oder sogar belohnt werden. Das Einfordern von Futterlob kommt bei mir nicht vor, weil nur ich bestimme, wann es Futter gibt und niemals ohne Belohnungston Futter aus der Hand gebe, sofern sich das Pferd ruhig abwartend verhält. Bei einem Pferd wie Chester konnte ich anfangs nicht mit Futterlob arbeiten, weil er da zu hektisch wurde. Das kam bei ihm dann erst 2 Jahre später.

Ich wünsche mir, dass viele Menschen ihre Pferde besser verstehen, besser mit ihnen kommunizieren können und Probleme garnicht erst entstehen, oder sich wieder auflösen. Es ist so einfach, wenn man weiß wie. Dazu möchte ich ein paar Informationen bereit stellen, damit man sich selber weiter bilden kann und eine ganz neue Art der Beziehung zu seinem Pferd aufbauen kann.

Pferde sind sehr sensible Tiere. Sie erfassen unsere feinsten Bewegungen und manchmal auch die Empfindungen, die wir garnicht ausdrücken wollen. Manchmal werden Sie so behandelt, als ob sie nichts empfinden. Die Pferde können zwar wiehern, so wie Hunde bellen, aber ein Schmerzlaut wie das Jaulen des Hundes, ist ihnen von Natur aus nicht gegeben. 

Sie sind Fluchttiere und würden bei Verletzung gefährliches Raubwild anlocken. Und so leiden oft unsere "Besten Freunde" stumm und ertragen alles, was der "Mensch" im abverlangt, dem sie sich gehorsam unterordnen. Nur manchmal und auch nur, wenn es unerträglich für sie geworden ist, wehren sie sich, dann werden sie abgestempelt als Verbrecher.

Doch es gibt andere Wege, eine Kommunikation mit unseren geliebten Freizeitkameraden aufzubauen. Im Sattel, bei der sogenannten Bodenarbeit und auch der feinen, energetischen Kommunikation. Hier ein besonders wertvolles Buch 

über Das Geheimnis der Pferdesprache von Gertrud Pysall.

Hier ist ein toller Film darüber zu sehen, welches Verhältnis der Mensch zum Pferd aufbauen kann, wenn er Gefühle sprechen lässt:
youtube.de Der Weg des Pferdes - Dokumentarfilm - Deutsch Untertitel

Pferde besser verstehen, sehen Sie hier einige Beispiele als Filme:
Sie werden weiter geleitet zu youtube oder verschiedenen Websiten.
Ich möchte darum bitten, die vorgestellten Menschen und ihre Methoden, Artikel oder Filme selber kritisch zu betrachten. Auch Methoden, die sanft aussehen und eine tolle Verbindung von Mensch und Pferd zeigen, können in manchen Teilen noch hart und zwingend in der Ausbildung sein. Mein Anliegen bei der Vorstellung verschiedener Webseiten, Filme oder Texte hier ist, dass Menschen anfangen können, sich selber über den Umgang mit Pferden Gedanken zu machen. 

Einige besondere Trainer, die mich sehr inspiriert haben:

Fred Rai - S. Schnelle - K. F. Hempfling - Gerd Römbke - H.-J. Neuhauser - Tristan Tucker  - Sylvia Czarnecki

Seelische Verbindungen aufbauen: (englischsprachige Seite) Trust Technique

Auch Timo Ameruoso zählt zu den Trainern, die sich um eine gute Kommunikation von Mensch und Pferd bemühen und den ich sehr schätze.

chi-horsing.com Die feine Kommunikation mit dem Pferd.

Ein paar Videos über die hohe Schule des Reitens,
Grand Prix - Dressur mit Halsring: Hier zeigt sich, wer wirklich was kann
und hier nochmal Atemberaubend schön
Auch beim Springen geht es anders, obwohl ich nicht unbedingt vom Springsport begeistert bin: Alycia Burton

Passend zum Thema, Biomechanik des Pferdes: von Dr. med. vet. Gerd Heuschmann

Meine liebste Playlist bei youtube: über Pferdekommunikation

Interessante Artikel über die Möglichkeit verschiedene Kompetenzen im Umgang mit Pferden zu erlernen, darunter auch für Jugendliche oder Führungskräfte, finden Sie hier: 6 PDF Dateien Pädagogische Erfahrungen

Eine ganz besondere Akademie für Horsemanship gibt es hier: heinzwelz.de mit Videos

Hufbearbeitung, Naturhuf, Huforthopädie: HGM Trimming - difho.de 

Impfen mal kritisch betrachtet: impffreiheit.de

Schrittbewegung als Pferdetraining, Stoffwechsel, Muskulatur, Haltung usw.: dai-shodan.de

Ernährungszustand des Pferdes und viele Infos über Krankheiten, von Dr. C. A. Bingold: equivetinfo.de













Lisa Peters: pferd.24-hs.de