Freitag, 19. Juni 2026

Die 7 häufigsten Fehler bei der Pferdeeinstreu – und warum sie teuer werden können


Wer neu in die Pferdehaltung einsteigt, beschäftigt sich meist mit Futter, Weide und Stall. Die Einstreu wird dagegen oft als Nebensache betrachtet. Dabei verbringen Pferde viele Stunden täglich auf ihrer Liegefläche. Schlechte Einstreu kann nicht nur die Stallarbeit erschweren, sondern auch die Gesundheit der Pferde beeinträchtigen.

Im Laufe der Jahre habe ich die unterschiedlichsten Einstreuarten ausprobiert und viele Ställe gesehen. Dabei sind mir immer wieder dieselben Fehler begegnet.

Fehler 1: Die billigste Einstreu kaufen

Natürlich spielen Kosten eine Rolle. Doch eine günstige Einstreu kann teuer werden, wenn sie schlecht saugt, stark staubt oder ständig nachgestreut werden muss.

Nicht der Ballenpreis entscheidet, sondern die Kosten über das ganze Jahr.

Fehler 2: Nur auf die Saugfähigkeit achten

Viele Pferdehalter suchen nach einer Einstreu, die möglichst viel Urin bindet.

Das allein reicht aber nicht.

Eine gute Einstreu sollte auch:

  • staubarm sein,
  • angenehm zum Liegen sein,
  • das Stallklima unterstützen,
  • und leicht zu pflegen sein.

Fehler 3: Staub unterschätzen

Besonders bei älteren Pferden oder empfindlichen Atemwegen kann Staub ein großes Problem werden.

Oft bemerken wir die Belastung erst, wenn das Pferd bereits hustet oder sich Schleim bildet.

Fehler 4: Zu wenig Einstreu verwenden

Manche Pferdehalter versuchen Material zu sparen.

Die Folge:

  • harte Liegeflächen,
  • feuchte oder nasse Stellen,
  • mehr Ammoniak,
  • Hufkrankheiten und höherer Verschleiß der Hufe.

Fehler 5: Die Einstreu nicht an das einzelne Pferd anpassen

Es gibt keine perfekte Einstreu für alle Pferde.

Der starke Pinkler benötigt oft etwas anderes als das robuste Offenstallpferd.

Auch Allergiker, Senioren oder Pferde mit Atemwegsproblemen haben besondere Anforderungen.

Fehler 6: Das Stallklima ignorieren

Viele denken, schlechte Luft komme nur vom Ausmisten.

Tatsächlich hat die Einstreu großen Einfluss auf Feuchtigkeit und Ammoniakentwicklung.

Ein Stall kann optisch sauber wirken und trotzdem ein schlechtes Klima haben.

Fehler 7: Sich auf Empfehlungen verlassen

Was im Nachbarstall funktioniert, muss nicht im eigenen Stall funktionieren.

Jeder Stall hat andere Bedingungen:

  • Bodenbeschaffenheit
  • Belüftung
  • Pferdeanzahl
  • Fütterung
  • Arbeitsaufwand

Deshalb lohnt es sich, verschiedene Lösungen kritisch zu testen.



Lisa Peters: pferd.24-hs.de