Samstag, 27. Juni 2026

Bücher, die den Blick verändern: „Hufe lesen“ und „Hufen helfen“

 



Dr. Michael Zanger & Kerstin Kabus – KOSMOS Verlag

Ein Pferd spricht ständig mit uns.

Nicht nur durch seine Augen, seine Körpersprache oder sein Verhalten. Auch sein Körper erzählt eine Geschichte. Jede Bewegung, jede Haltung und jede Veränderung kann ein Hinweis darauf sein, wie es dem Pferd wirklich geht.

Doch um diese Sprache zu verstehen, müssen wir lernen hinzusehen.

Die Bücher „Hufe lesen“ und „Hufen helfen“ von Dr. Michael Zanger und Kerstin Kabus beschäftigen sich mit einem Bereich des Pferdes, der oft unterschätzt wird: den Hufen.

Dabei sind Hufe weit mehr als nur der Teil des Pferdes, der den Boden berührt. Sie stehen in Verbindung mit Bewegung, Balance, Gesundheit und Wohlbefinden. Jeder Schritt, den ein Pferd macht, beginnt mit ihnen.

Was ich an diesen Büchern besonders wertvoll finde, ist der Gedanke dahinter: Der Huf wird nicht einfach als etwas betrachtet, das man „in Ordnung bringen“ muss. Er wird als Teil des gesamten Pferdes gesehen.

Und genau diese Sichtweise entspricht einer Haltung, die ich mir in der Pferdewelt häufiger wünschen würde.

Denn ein Pferd zeigt uns Veränderungen nicht ohne Grund.

Ein auffälliger Huf, eine veränderte Stellung oder eine andere Art zu laufen sind keine „Fehler“ des Pferdes. Sie sind Informationen. Sie können uns etwas erzählen – über Belastung, Haltung, Bewegung oder vielleicht auch darüber, dass wir etwas bisher übersehen haben.

„Hufe lesen“ lädt dazu ein, genau diesen Blick zu entwickeln. Nicht vorschnell zu beurteilen, sondern zu beobachten. Nicht nur zu fragen: Was muss verändert werden? sondern auch: Warum ist es so entstanden?

Diese Frage halte ich für eine der wichtigsten Fragen überhaupt im Umgang mit Pferden.

Denn hinter jedem Verhalten und hinter jeder körperlichen Veränderung steht eine Geschichte.

„Hufen helfen“ führt diesen Gedanken weiter. Wenn wir gelernt haben, besser hinzusehen, können wir auch besser unterstützen. Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen und dem Pferd durch Wissen und Aufmerksamkeit gerechter zu werden.

Natürlich ersetzt kein Buch den Blick eines erfahrenen Fachmenschen. Jeder Huf gehört zu einem individuellen Pferd mit eigener Vorgeschichte, eigener Haltung und eigenen Bedürfnissen.

Aber Bücher wie diese können etwas sehr Wertvolles bewirken: Sie können Menschen dazu bringen, bewusster wahrzunehmen.

Und genau darin liegt für mich ein großer Beitrag zum Pferdewohl.

Denn Pferde brauchen Menschen, die nicht nur handeln können, sondern auch verstehen möchten.

Wer bereit ist, genauer hinzusehen, entdeckt oft, dass das Pferd schon lange versucht hat, etwas mitzuteilen.

Wir müssen nur lernen, zuzuhören.

Fazit:
„Hufe lesen“ und „Hufen helfen“ sind Bücher für Menschen, die ihr Pferd nicht nur versorgen, sondern wirklich verstehen möchten. Sie vermitteln Wissen über die Hufe – und öffnen gleichzeitig den Blick für das Pferd als Ganzes.

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Mein Blick auf dieses Buch

Ich stelle auf meinem Blog nur Bücher vor, von denen ich glaube, dass sie Pferden zugutekommen können. Nicht, weil sie schnelle Lösungen versprechen, sondern weil sie Menschen helfen, Pferde besser zu verstehen. Wenn aus diesem Verständnis mehr Vertrauen, mehr Rücksicht und ein fairerer Umgang entstehen, profitieren beide Seiten – zuerst das Pferd und daraus erwächst auch eine tiefere Beziehung zwischen Mensch und Pferd.


Lisa Peters: pferd.24-hs.de